Hersteller_Pearl
Test
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24.04.2010

Praxis

Die verhältnismäßig dicken Kessel mit den Gussreifen produzieren bei den Toms einen klaren, attackbetonten, fokussierten Sound und fühlen sich mit den aufgezogenen Ambassador Clear-Fellen besonders wohl in höheren Stimmungen. Die Trommeln klingen in dieser Frequenz-Region schön definiert und obertonreich mit einem kontrollierten Sustain, und es ist relativ einfach, passende Intervalle und gleichmäßigen Sustainverlauf zwischen den Toms herzustellen. Mit einer 18er Bass Drum würde dieses Set wohl das Herz eines jeden Jazz-Drummers höher schlagen lassen – allerdings sollte man dann konsequenterweise auch weiß beschichtete Ambassador Felle aufziehen.

Lockert man die Spannung der Tomfelle etwas und stimmt die Resonanzfelle im Verhältnis etwas höher als die Schlagfelle, so bekommt man einen sehr guten fusionmäßigen Sound hin mit immer noch klar definierten Tonhöhen und etwas längerem Sustain. Damit kann man musikalisch schon einen recht großen Bereich abdecken. Für tiefe, rockige Stimmungen würde ich eher zu doppelschichtigen Fellen (Remo Emperor, Evans G2 o.ä.) raten, weil durch diese die tieferen Frequenzen, die die Maple-Drums von Haus aus mitbringen, besser zur Geltung kommen, die Obertöne aber immer noch ausreichend präsent sind.

Die Bass Drum produziert im Auslieferungszustand einen vollen Sound mit relativ langem Ausklang. Offenbar macht sich bei dem 7,5 mm starken Kessel das Gewicht der beiden Toms nicht als Sustainkiller bemerkbar. Mit Sicherheit trägt aber auch das geschlossene Resonanzfell seinen Teil zur längeren Ausklingphase bei. In speziellen musikalischen Situationen kann dieser Sound durchaus brauchbar sein, man muss dann aber auch bedenken, dass die Rebound-Eigenschaften des Schlagfelles bei geschlossenem Resonanzfell sehr gewöhnungsbedürftig sind. Für kontrollierte Pop/Rock/Fusion-Sounds sollte man auf jeden Fall ein Loch ins Frontfell schneiden (der Fellverstärkungsring wird ja, wie schon erwähnt, praktischerweise mitgeliefert) und die Trommel mittels Kissen, Decke o.ä. leicht abdämpfen. Dann klingt die Bass Drum, ihrer Größe entsprechend, schön fett, konkret und überzeugt mit einer guten Mischung aus Attack und Klangfülle.

Insgesamt ist das Set leicht zu stimmen, und mit ein paar Handgriffen hat man bereits einen vielseitig einsetzbaren, tonal sauber abgestuften Sound. Naturgemäß klingen die Trommeln nicht so vollmundig wie beispielsweise die Masters Premiums in der 4-ply-Variante mit Verstärkungsringen, dafür liegen die Stärken aber eher in einem attackbetonten Sound, der dank der Maple-Kessel trotzdem über genügend Wärme verfügt.

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