Drums Hersteller_Pearl
Test
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09.08.2016

Praxis

Die Eliminator H2050 erweist sich im Aufbau als Herausforderung

Der Aufbau der "kleinen" H1050 geht zügig vonstatten, allein der Gedanke an eine Bedienungsanleitung erübrigt sich, zumindest für all jene, die vorher schon einmal eine Hi-Hat-Maschine besessen haben. So uneingeschränkt lässt sich das von der H 2050 Eliminator nicht behaupten, der Grund dafür liegt im Haltemechanismus der Trittplatte. Das Hauptproblem ist dabei nicht, dass man drei Vierkantschrauben lösen und wieder anziehen muss, um die Maschine vom Transport- in den Spielmodus (und zurück) zu transformieren. Schwerer wiegt eine Verarbeitungsungenauigkeit des Testexemplars, denn die Metallzapfen am oberen Ende des Rahmens möchten von der Breite her nur mit Gewalt zu den entsprechenden Aussparungen an der Trittplatten-Halterung passen. Weiter geht es mit dem "Einfädeln" der besagten Halterung in den unteren Teil des Rahmens, ich möchte die Maschine schließlich irgendwann auch spielen. Da die Anleitung vor mir liegt, geht das recht schnell, wer diese Maschine allerdings im schummrigen Bühnenlicht das erste Mal vor sich hat, dürfte eine Weile brauchen, bis das Gerät einsatzbereit ist. Hier ist nämlich nicht nur der richtige Winkel zu beachten, auch müssen die beidseitigen Vierkantschrauben weit genug heraus gedreht sein. Dass man dafür einen Stimmschlüssel braucht, und dass außerdem die Möglichkeit besteht, dass diese Schrauben verloren gehen, versteht sich fast von selbst.

Kommen wir nun zur Spielpraxis. Die H1050 bleibt hier im positivsten Sinne unauffällig, sie steht stabil, läuft gut und fühlt sich ausreichend direkt an, wobei sie nicht ganz so konkret reagiert wie meine DW 5000er. Die möglichen Einstellungen sind schnell und zuverlässig umgesetzt. Bei der "Eli" hingegen stört mich zunächst die sehr flach eingestellte Trittplatte. Ein Blick in die Bedienungsanleitung sagt mir, dass ich zur Winkelveränderung eine Vierkantschraube an der Haupt-Cam lösen muss. Das funktioniert prima, auch die griffige Manschette zur Justierung der Zugfeder lädt zum Finden des persönlichen Sweetspots ein. Weiter geht es mit den auswechselbaren Cams. Um es kurz zu machen: selbst als jemand, der die getretene Hi-Hat als wichtigen Teil seines Spiels versteht, kann ich die Unterschiede zwischen den Formen nur als marginal bezeichnen, dasselbe gilt für die verschiebbare Trittplatte. Vielleicht gibt es Trommler, die derartig schnell mit der getretenen Hi-Hat arbeiten, dass ihnen diese Optionen einen Vorteil bringen, hier kann euch nur der persönliche Check echte Gewissheit bringen. Ebenfalls nicht optimal: schnelles, gleichmäßiges Treten mit angehobener Ferse quittiert die Eliminator mit deutlichen Wankbewegungen.

Bei der Kabel-Hi-Hat bleiben fast keine Wünsche offen

Was die Aufbauprobleme angeht, gilt für die Remote Version dasselbe wie für die reguläre Eliminator: hier ist zunächst ebenfalls Drücken, Ziehen und Kopfkratzen angesagt. Nach dem Ausklappen der kurzen Beinchen steht das Pedal allerdings sehr stabil und sicher. Jetzt heißt es, sich ein Wunschplätzchen für die Hi-Hat-Becken im Set zu suchen, den Remote-Teil zu montieren und darauf zu achten, dass das Kabel nicht zu stark geknickt wird. Die Kabellänge erweist sich mit ihren zwei Metern auch für ausladende Set-Aufbauten als ein guter Kompromiss. Bei den Laufeigenschaften erstaunt die Eli Kabel-Hi-Hat mit sehr guter und reibungsarmer Übertragung der Kraft, sogar schnelle Splashes sind möglich und machen Spaß. Als komfortabel und praxistauglich darf auch die Einstellung der Federspannung unterhalb der Beckenbefestigung bezeichnet werden. Bei der niedrigsten Spannungseinstellung leistet sich die Maschine allerdings einen kleinen Leerlauf, bevor die Bewegung der Trittplatte übertragen wird. Sensible Füße, die kaum Widerstand beim Spielen bevorzugen, dürfte das stören.

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