Gitarre Hersteller_Ovation
Test
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05.05.2019

Ovation Richie Sambora Signature Elite Double-Neck Test

Zweihalsige Roundback-Steelstring

Ich bin zwei Gitarren!

Die Ovation Richie Sambora Elite Doubleneck ist das neue Signaturemodell des ehemaligen Bon-Jovi-Gitarristen. Für runde 2200 Euro bietet sie nicht nur die typischen Sterne im Griffbrett, sondern auch zwei Hälse und 18 Saiten - und natürlich den typischen Ovation-Sound. Mitte der 1980er Jahre ist Musik noch richtige Musik - sagen zumindest die, die damals nicht dabei waren. Bon Jovi gehört zu den Stadion-Megastars, und die Nummer "Wanted Dead or Alive" ist eine der Hymnen der amerikanischen Band. Richie Sambora, seit 2015 offiziell nicht mehr Mitglied von Bon Jovi, spielte bei diesem Song eine Menge unterschiedlicher Akustikgitarren.

Das ist im Studio kein Problem, live schon. (Jimmy Page von Led Zeppelin hatte übrigens bereits 15 Jahre davor ein ähnliches Problem.) Das ist die Geburtsstunde der doppelhalsigen Ovation-Gitarre, die damals natürlich ein Custom Modell war.

In der Zwischenzeit hat Richie hin und wieder das Endorsement gewechselt, Ovation hin und wieder den Besitzer. Runde 30 Jahre später sind beide wieder beieinander, und Ovation stellt Richies Ikone des Stadion-Rocks als Signature-Modell vor. Die aktuelle Ovation Richie Sambora Signature Elite Double-Neck wird in Korea gebaut, heutzutage ein Hort hoher Gitarrenbaukunst.

Details

Wie alle anderen Ovations auch besitzt die Richie Sambora Signature eine Korpusschale aus verstärktem Kunststoff. Dieser Kunststoff wird bei Ovation "Lyrachord" genannt, die hier verwendete Ausführung ist "Super Shallow", also sehr flach. Das Material ist in diesem Fall besonders praktisch, denn konstruktive Grenzen gibt es kaum, so dass der Aufwand für eine zweihalsige Gitarre genauso groß ist wie der für eine normale Ovation. Decke drauf und fertig ...

Für die Decke hat sich Ovation für Sitka-Fichte entschieden. Das Holz ist sehr dick, und das X-Bracing darunter sehr stabil ausgeführt. Verständlich, denn auf einer ziemlich großen Fläche muss die Statik der Gitarre mit dem Zug von 18 Saiten klarkommen. Der Kreuzungspunkt der beiden X-Balken liegt übrigens genau zwischen den beiden Stegen anstatt darüber - klar, sonst hätte man ja auch zwei Balkensysteme installieren müssen.

Ein zentrales Schallloch gibt es keines. Hier wird das Ovation-eigene Multi-Soundhole-Design verwendet. Schaut schick aus, zumal um diese Schalllöcher sauber gearbeitete Holzintarsien zu finden sind, die so genannte "Epauletten". Auch einer der für Richie Sambora typischen Sterne ist in die Decke eingelegt worden. Das Ganze wurde dann hochglänzend schwarz lackiert. Einlagen und deckende Lackierung, das ist keine einfache Sache. Hut ab, die Lackierer in Korea haben das wirklich klasse hinbekommen!

Die beiden Hälse bestehen vor allem aus zwei Teilen Mahagoni, die in der Mitte mit drei schmalen Streifen (Ahorn-Mahagoni-Ahorn) abgesperrt sind. Die Griffbretter bestehen aus Ebenholz; sie sind jeweils mit 22 Jumbo-Bünden bestückt und mit einem weißen Binding eingefasst. Und natürlich sind wieder die Sambora'schen Sterne im Griffbrett eingelegt worden. Sambora hat seine Spuren auch auf der Kopfplatte hinterlassen; hier in Form seiner Signatur.

Auf der Decke finden sich die beiden Bridges aus Ebenholz. Anders als bei den meisten Akustikgitarren werden bei Ovation die Saiten im Steg selbst gehalten, anstatt sie durchzustecken und mit Pins zu befestigen. Dadurch lastet ein enormer Zug auf der Verbindung zwischen Decke und Bridge, der von Ovation mit je zwei Schrauben aufgefangen wird.

Zentrales Element für den Sound ist der Pickup in der Stegeinlage. Ovation benutzt schon seit den Anfangstagen ein ganz eigenes Design, das mit für den typischen Sound verantwortlich ist. Das Signal beider Pickups wird über einen Toggleswitch an den Ovation-eigenen OP-24+ Preamp weitergeleitet. Dieser bietet die üblichen Regler Bass, Mid, Treble und Volume.

Dazu kommt jedoch ein Pre-Shape-Schalter, der die Mitten breitbandig absenkt - solche Schalter tragen den Spitznamen "Badewannenschalter" nach dem Bild, das ein grafischer Equalizer bei dieser Einstellung bietet. Weiterhin kann die Einsatzfrequenz des Mittenreglers zwischen 400 Hz und 1 kHz umgeschaltet werden - was man natürlich erst dann hört, wenn man den Mittenregler verwendet.

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