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Feature
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06.09.2008

Interview mit Tobias Regner

Out in the green

von Alois C. Braun

„Hier bin ich früher in die Schule gegangen“, erzählt der DSDS-Gewinner Tobias Regner. Wir sind in Regners Geburtsort Teisendorf auf der Suche nach einem einigermaßen ruhigen Plätzchen. Das Festival „Markt on Feier“ im Herzen des Ortes hat bereits begonnen. Fans mit „Tobi-Fanclub“-T-shirts sind schon zu Hauf auf dem Veranstaltungsgelände zu sehen. Trotzdem nimmt sich der Sänger Zeit für ein ausführliches Interview. Unkompliziert und zugänglich, so beschreibt man Tobias wohl am besten. Wir nehmen Platz auf Sitzsteinen mitten im Grün des Schulgartens und ohne jegliche Berührungsängste erzählt der gefundene Superstar von 2005 über sich und seine Karriere.

Bonedo: Die Band, mit der du heute hier spielst,heißt „Regner“, das Wort Tobias ist nur noch klein geschrieben. Was gibt es sonst Neues?

Ich habe seit Dezember ein neues Management und wir versuchen gerade alles neu auf die Füße zu stellen. Wir arbeiten an einem kompletten Konzept. Momentan sieht es so aus, dass ich weiter die Musik schreibe. Die Songs sollen nach mir klingen. Ich will nicht 08/15 Nummern, die vielleicht ein paar Wochen im Radio laufen und dann vergessen sind. Die Musik soll etwas besonderes sein und mich widergeben. Bei den Texten arbeite ich mit anderen zusammen. Vorerst wird das Ganze schon noch als Tobias Regner und Band beworben. Aber ich möchte, dass der Name Regner künftig im Mittelpunkt steht. Deshalb hängt bei den Konzerten auch schon unser neues Banner, nur mit „Regner“. Das ist für die Übergangszeit, damit sich die Leute daran gewöhnen können. Wenn wir schon jetzt nur noch mit Regner werben würden, würde nicht jeder checken, dass ich dahinterstecke. Meine neue Website ist auch schon voll auf die Band zugeschnitten. Bisher hatte ich ja nur die Homepage der Sony. Da ich aber nicht mehr bei denen bin, brauchte ich einen neuen Internetauftritt.

B: Gab es die Band mit der du jetzt arbeitest auch schon vor DSDS?

Nein, die Idee entstand Ende 2006, als sich die Sony fragte, wie man mich weiter vermarkten wird. Damals wurde mir mehr oder weniger freigestellt, welche Musiker ich suche und auch angeboten, dass ich die Songs schreiben kann. In meinem Ehrgeiz habe ich dann alles alleine gemacht: Musik, Texte, Leute gesucht. Doch der Plattenfirma war das nicht stimmig genug, deshalb brach das alles wieder auseinander. Die aktuellen Musiker habe ich dann in München gefunden. Aber es ist immer schwer, als bekannter Einzelact, eine Band aufzubauen. Es heißt dann immer: „die Band vom Regner“. Ich habe jetzt Gottseidank nur noch mit super Musikern zu tun. Aber man muss schon schauen, dass vor allem das Gesamtpaket passt, dass die Geschmäcker der Musiker harmonieren. Es würde nicht passen, wenn zum Beispiel der Bassist irgendwelche schrägen Jazzläufe spielen würde, obwohl wir ja Rockmusik machen. Aber so wie es jetzt ist, groovt es total.

B: Hast du „I still burn“ noch im Programm?

Klar, warum soll ich das nicht spielen? Es sind nur wenige Leute, die sagen „jetzt spielst du das immer noch“. Die meisten Fans warten ja darauf. Es ist sogar so, dass viele nur dieses Lied kennen. Von der aktuellen Band kenne sie ja noch nichts. Und wenn die Leute die Songs nicht kennen, ist es schwer sie zum Mitmachen zu bewegen. Deshalb werden ja überall die Coverbands engagiert. Und ich habe das Glück einen Song zu haben, den die Leute aus dem Radio kennen, also warum soll ich ihn nicht spielen? Ich war bei DSDS, habe das durchgezogen und gewonnen, obwohl ich nie gedacht hätte, dass ich so weit komme. Ich habe mich entschieden, bis zum Ende mitzumachen und „I still burn“ aufzunehmen. Klar krieg ich den Song nicht mehr los, aber warum auch? Die Leute mögen ihn. Allerdings hatte ich schon auch mal eine Zwischenphase, wo ich ihn nicht mehr spielen wollte. Jetzt ist das anders.

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