Bass Genre_Metal Hersteller_Orange
Test
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13.04.2012

Orange TB500C Terror Bass Combo Test

Kompakter Hybrid-Combo Bassverstärker

Südfrüchtchen

Mit ihren beiden kompakten Terror Bass Tops hat die britische Verstärkerschmiede Orange zweifelsfrei einen Coup gelandet. Was liegt also näher, als den kleinen Amp in eine Box einzubauen und auch die Freunde der praktischen Combo-Bauform mit dem Terrorbassound auszustatten - schließlich hat Orange mit der SP212 ein geeignetes Cabinet bereits im Programm. Gesagt, getan! Resultat ist der brandneue TB500C Combo mit den 500 Watt des Terror Bass-Topteils und einer  2 x 12 Zoll Neodym-Lautsprecherausstattung im selbstverständlich orangefarbenen Kunstlederoutfit inklusive hohem Kultfaktor. Ob der neue Combo von der Insel genauso souverän punkten kann wie die beliebten Terror Bass Tops?

Diese sind der britischen Verstärkerschmiede nämlich sehr gut gelungen, wie unser Test des Tiny Terror Bass 1000 zeigte: Sie sind ultralaut, bestechen durch ihren Orange-typisch simplen Aufbau mit einfachster Bedienung, und lassen sich auch soundmäßig eindeutig als Sprösslinge der Firma mit der sympathischen Farbe identifizieren. Natürlich liefern die Terror-Früchtchen nicht den ultra-gewichtigen und cremigen Sound des Vollröhrentops AD200, dafür sind sie dank Class-D Technologie aber auch deutlich leichter als das Orange-Flaggschiff und kaum größer als eine Handtasche. Schauen wir doch mal wie die Technik in der Combo-Variante umgesetzt wurde!

DETAILS

Beim ersten Blick auf die nur 38 x 58 cm messende Front unseres Testobjektes taucht unweigerlich die Frage auf, wo denn eigentlich die zwei 12 Zoll Lautsprecher untergebracht sein sollen - nebeneinander geht genauso wenig wie übereinander. Vor ungefähr 20 Jahren besaß ich zwei 2 x 12“ Boxen, bei denen der zweite Lautsprecher schräg nach hinten eingebaut war, um die Basswiedergabe zu verbessern. Dadurch konnte das Gehäuse etwas schmaler ausfallen als bei Boxen mit herkömmlich nebeneinanderliegenden Lautsprechern. Aber auch diese Variante fällt für den TB500C flach, weil er nur unwesentlich breiter als ein Zwölfzöller ist. Jetzt dürft ihr drei Mal raten, welchen Kniff Orange angewendet hat, um beide Speaker in das kleine Gehäuse zu quetschen. Richtig, sie sitzen hintereinander wie auf einem Tandemfahrrad. Diese sogenannte isobarische Lautsprecherkonfiguration ist nicht besonders neu, bei Bassboxen aber bisher eher selten zu finden. Zweck dieses Prinzips ist die Reduzierung des Gehäusevolumens bei annähernd gleichbleibendem Frequenzverhalten. Kurz und ohne Technikerlatein heißt das, dass die isobarische Box mit dem 12-Zoll-Tandem genau so klingt wie eine doppelt so große Box mit einem 12-Zöller. Das wirkt sich natürlich in erster Linie positiv auf die Tieffrequenzwiedergabe aus - mit dem kleinen Terror sollte also schon einiges an Luft zu bewegen sein, zumal er vorne noch einen zusätzlichen Basstunnel zur Verstärkung des Low-Ends besitzt.

Das Gehäuse ist sehr robust und steif, Metallkappen schützen die Ecken vor Remplern und große Gummifüße verleihen dem Verstärker einen sicheren und rutschfesten Stand. Zwar kommt mein Testkandidat im klassischen, psychedelisch-orangen Vinylanzug daher, aber der Hersteller-Webseite kann man entnehmen, dass der TB500C, wie übrigens auch alle anderen Orange-Produkte, in gediegenem Schwarz zu erhalten ist. Als Verstärkereinheit kommen die Innereien des 500 Watt starken Terror Bass Topteils mit dem Röhrenpreamp vom AD200 (2 x EC83/12AX7) und topmoderner Class-D Endstufe zum Einsatz. Technisch gibt es hier also nichts Neues, allerdings stelle ich beim Blick auf das Bedienpaneel mit Erstaunen fest, dass sich Orange beim TB500C vom konsequenten Regler-Linksverkehr verabschiedet hat. Während beim Topteil noch alle Schalter und Regler Orange-typisch entgegen der gewohnten Reihenfolge angebracht sind, sitzt beim Combo die Eingangsbuchse links, gefolgt vom Gainregler, dem EQ mit Bass, Mid und Treble und schließlich dem Volume für die Endlautstärke. Ganz rechts parkt neben der großen Betriebslampe auch der Schalter für Power und Standby-Betrieb – also die Standardanordnung, wie wir sie von unzähligen Amps kennen. Wie langweilig! Gottseidank hat Orange uns wenigstens die lustigen Piktogramme über den Reglern gelassen.

Auf der Rückseite befinden sich außer einem mittelgroßen Lüfter ein symmetrischer XLR-Ausgang inklusive Groundlift zum Recorden oder Liveabnehmen und der Loop mit Send- und Return-Klinke für Effektgeräte. Die Lautsprecher des Combos sind nicht intern verkabelt. Wie bei getrennten Komponenten muss die Speakonbuchse am Verstärker mit einer weiteren auf der Gehäuserückseite per mitgeliefertem Kabel verbunden werden. Eine zweite Buchse wartet auf eine Zusatzbox mit 8 Ohm Impedanz. Zusammen mit den internen Lautsprechern ergibt sich so eine Impedanz von 4 Ohm, die mit einem kleinen Schalter auf der Verstärkerrückseite manuell geschaltet werden muss.  

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