Hersteller_Neumann Mikrofon
Test
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18.12.2009

Praxis

100% zuverlässig und universell einsetzbar

Vorweg möchte ich erwähnen, dass dies bei weitem nicht mein erster Kontakt mit dem TLM 103 war. Ich kenne dieses Neumann-Mikro quasi schon seit seinem Erscheinen und habe mit ihm auch schon so ziemlich alles aufgenommen, was man so in einem „normalen“ Studio aufnimmt (Gesang, Sprache, Akustikgitarre, Gitarren-Amp, Bassdrum, Snaredrum, Overheads, diverse Bläser, etc.). Und immer wieder kam ich zu dem Ergebnis, dass auf dieses Mikro zu 100% Verlass ist – und das nicht nur auf die technische Funktionsweise bezogen, sondern (und das ist noch viel wichtiger) vor allem was den Sound angeht.

Vocals erklingen wie in Samt und Seide gehüllt

So, nach dieser kurzen Ausführung meiner bisherigen Erfahrungen mit dem TLM 103 wird es euch wohl nicht überraschen, dass mich das Mikro auch im Rahmen unseres Vergleichstests in der 900 EUR-Klasse wieder einmal voll überzeugt hat. Die Vocal-Signale klingen sehr transparent und neutral, keine Spur einer Färbung. Die Mitten werden absolut präzise aufgelöst, sodass alle Feinheiten eines Signals sofort präsent sind (und die Mitten sind einfach der wichtigste Frequenzbereich fast aller Schallquellen, weil hier eben die Hauptinformationen liegen). Auch der Übergang der oberen Mitten zu den Höhen ist vorbildlich, hier geht alles richtig ineinander über. Die bereits erwähnte Frequenzanhebung oberhalb 5kHz sorgt dafür, dass das gesamte Signal eine sehr gute Präsenz hat. Zudem sorgen die Höhen für einen sehr edlen Grundcharakter – ihr kennt es vielleicht, wenn eine (gute) Soulsängerin mit viel Luft und Hauch in der Stimme singt und man quasi das Gefühl hat, ihre Stimme sei in Samt und Seide gehüllt. Willkommen beim TLM 103, einen solchen Sound erreicht man mit diesem Mikro mühelos – die gute Sängerin natürlich vorausgesetzt.

Signale werden in ihrem vollen Spektrum übertragen

Auch in den Disziplinen Dynamik und Impulsverhalten punktet das Neumann auf ganzer Linie. Sehr leise wie auch sehr laute Signale werden in ihrem vollen Spektrum übertragen, ohne dass eine zu starke Kompression alles „eng“ machen würde. Mit Popp- und Zischlauten geht das Mikro ebenso gutmütig um wie mit einem sehr nahen Abstand. Natürlich tritt konstruktionsbedingt ein Nahbesprechungseffekt auf, wir haben es schließlich mit einem Druckgradientenempfänger zu tun, dieser ist aber sehr angenehm und verleiht zum Beispiel einer Sprecherstimme eine natürliche und warme Direktheit.

Neutraler und ausgewogener Klang

Vielleicht wird der eine oder andere bei seinem ersten Kontakt mit dem TLM 103 denken, dass es ein wenig an Bässen oder unteren Mitten fehlt. Das ist aber definitiv nicht der Fall. Dieses Mikrofon klingt besonders in diesem Bereich einfach so neutral, dass es im Vergleich mit anderen Mikros, die in diesen Frequenzen gerne mal färben, erst einmal ungewohnt sein mag. Aber ich kann euch wirklich beruhigen, dass hier wirklich das gesamte Frequenzspektrum absolut sauber übertragen wird – wer meint, sein Signal bräuchte im Nachhinein mehr Bässe oder untere Mitten, obwohl es sie vielleicht von Natur aus gar nicht hat, kann diese ja per EQ etwas pushen. Ich kann wirklich nur sagen, dass ich (besonders in dieser Preisklasse) noch nie ein Mikrofon vor mir hatte, dass so ausgewogen klang wie das TLM 103.

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