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Test
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18.03.2013

MXL 606 Test

Kleinmembran-Kondensatormikrofon

606 – The Number Of The Beat?

"MXL 606" ist die Bezeichnung dieses Test-Items. Das preiswerteste Kleinmembran-Kondensatormikrofon aus der Produktpalette des Herstellers MXL trägt mit der Zahlenkombination 606 ein für Musiker und Tontechniker vertrautes Kürzel, denn Roland zum Beispiel nannte eine seiner legendären Rhythmusmaschinen TR-606 Drumatix. Ob es irgendeine Verbindung gibt, ist zweifelhaft und die Namensgebung für unser MXL 606 wohl nur zufällig ähnlich (umal unser Kandiat noch weit davon entfernt ist, als Legende in die Musikinstrumentengeschichte einzugehen). Mit 85 Euro Listenpreis ist er aktuell selbst in der Budgetklasse noch als "Mitnehmerchen" vom Krabbeltisch einstufbar.

Doch selbst 150 Euro können zu viel Geld für ein Stereopärchen sein, wenn es die grundlegenden Bedürfnisse nicht zu erfüllen weiß. Ein Großmembranmikrofon des Herstellers namens V6 schlug sich im Test bei bonedo ganz ordentlich, das Bändchen R77 hat den Tester zumindest nicht komplett enttäuscht. Da ist es naheliegend, dass wir wissen wollen, wie sich die Kleinmembraner 606 und 603 des amerikanischen Unternehmens so behaupten. 

Details

Einen Sonderweg beim Produktdesign geht MXL nicht, zumindest nicht beim Kleinmembraner 606. Dieser ist wie die meisten KM-Kondenser ein Tubus, der einen gerade so großen Durchmesser besitzt, dass der Fuß eine männliche XLR-Buchse aufnehmen kann, nämlich 23 mm. Eine kleine Madenschraube darüber ermöglicht die Demontage und den Blick auf den Impedanzwandler und die Anschlüsse, und im Fall des Falles natürlich die Reparatur. Auf dem mit 110 mm Länge recht stummeligen Korpus finden übereinander zwei Schalter Platz. Ein Hochpassfilter, das bei einer Grenzfrequenz von 150 Hz greift und mit 6 dB/oct recht sanft zuwerke geht, und ein zuschaltbares 20dB-Pad, das in hochpegliger Umgebung dabei hilft, Verzerrungen zu vermeiden. Der dann höchste Schalldruckpegel liegt mit 157 dB SPL ausreichend hoch, um sich mit dem Mikrofon im Nahfeld einer Schallquelle zu bewegen. Bleibt die Vordämpfung ausgeschaltet, hat man aufgrund des Proximity-Effekts sicherlich ausreichend oder sogar zu viel Bass zur Verfügung. Bei dem wahrscheinlich für das grafische Frequenzgang-Diagramm verwendeten üblichen Messabstand von einem Meter liegt der Frequenzverlauf bei 20 Hz noch annähernd bei 0 dB. Die Grafik ist natürlich für 606er-Mikros gemittelt, aber nicht "schöngeebnet". So wird deutlich, dass es leichte Dellen bei 500 und 2000 Hz gibt sowie, wie bei preiswerten Kleinmembran-Kondensern nun mal üblich, eine Überhöhung zwischen 3 und ca. 12 kHz. 20 kHz liegen hingegen laut Frequenzgang schon bei gut -3 dB. Der Eigengeräuschpegel hält sich mit 17 dB(A) im erträglichen Rahmen, die Empfindlichkeit von 14 mV/Pa ist weder im positiven noch negativen Sinne besonders bemerkenswert.

Die Kapsel ist abschraubbar, was auch bei nicht-modularen Systemen eine Möglichkeit zur Befestigung und zur möglicherweise zukünftigen Erweiterbarkeit bietet. Sowohl das Anschlussgewinde als auch der federgelagerte Mittenkontakt, der Kontaktstift an der Kapsel, ja sogar die gesamte Kapsel ist manch anderen aus fernöstlicher Fertigung nicht unähnlich. Vor potenziell beschädigend wirkenden machanischen Einflüssen ist sie an der Frontseite durch einen großen Grill geschützt, dahinter setzt die Kleinmembran Druckunterschiede der Luft in Bewegungen um. Ein rückwärtiges Laufzeitglied sorgt für die verbreitete und universelle Richtcharakteristik Niere. Gewandelt wird die Bewegung des dünnen Häutchens nach dem Kondensatorprinzip, in dieser Preisklasse wird es sich um Elektret-Technik handeln.

Den MXL-Stumpen erweckt man zum Leben, indem er mit 48 Volt Speisespannung vom Preamp versorgt wird. Mit 150 Ohm Abschlussimpedanz lässt sich das Mikrofon also an alle moderneren Vorverstärker anschließen, die Phantomspeisung ausgeben.

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