Test
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26.05.2021

Praxis

Testumgebung und Performance des MOTU UltraLite mk5

Der mehrtägige Test des Windows-, Mac- und iOS-kompatiblen Interfaces inklusive der MOTUs CueMix 5-App erfolgte mit meinem iMac Pro (macOS 10.15.7), MacBook Pro (macOS 10.14.6) und meinem 2019er iPad (iOS 14.5) ohne jegliche Probleme, Audioaussetzer oder sonstige nennenswerte Vorkommnisse. Die Roundtrip-Latenz bei 64, 128 und 256 Samples Buffersize ist mit 4,0, 6,9 und 12,7 ms spürbar geringer als bei meinem Apollo X4 von Universal Audio und auch das Abspielen und Bearbeiten komplexer Projekte in Pro Tools und Logic verlief einwandfrei. Laut Hersteller ist das UltraLite mk5 übrigens auch mit den neuesten Apple Computern und Betriebssystemen verwendbar. Weiterhin positiv anzumerken ist die Inbetriebnahme ohne Registrierungsprozess, der lediglich zum Download der zusätzlichen Softwareinhalte (PerformerLite und Sound Content) erforderlich ist. Insgesamt macht das MOTU-Interface den ausgereiften Eindruck, den man von einem Gerät der fünften Generation erwartet!

CueMix 5

Ebenfalls ausgereift und ausgesprochen flexibel ist die CueMix 5 App, deren GUI unter macOS und iOS vollkommen identisch aufgebaut ist. Während sich verschiedene Pegel- und Geräteeinstellungen an der Hardware bedienen lassen, erreicht man den vollen Funktionsumfang und die „verborgenden Stärken“ des MOTU UltraLite mk5 erst mithilfe dieser Software. Das Kern-Feature dürfte wahrscheinlich der explizite und übersichtliche Zugriff auf 6 verschiedene Monitormixes (Main 1-2, Phones 1-2, Line 3-4 bis Line 9-10) sein, wodurch sich das kleine Interface unter anderem als nützliches Tool für den Bühneneinsatz erweist. Ebenfalls ist es möglich, mehrere Line Outs mit dem Main-Fader zu koppeln, was zur Steuerung von Surround Setups nützlich ist. Die vielfältigen Möglichkeiten werden durch die Bereitstellung von DSP-Effekten nochmals erweitert. Exotisches oder trendige Vintage-Emulationen sucht man zwar vergeblich, aber der Monitoring-Hall sowie die Input-Effekte (Gate, Compression, 4-Band-EQ) sind zweifellos sehr praktisch. Der Pre/Post FX-Switch je Input ermöglicht die Verwendung der Effekte zur Aufnahme oder lediglich zum Monitoring. Außerdem besitzt jeder der sechs Stereomixes einen eigenen dreibandigen Master-EQ. Da man zwar das komplette Geräte-Setting, aber nicht einzelne Effekteinstellungen als Preset sichern kann, besteht noch ein wenig Luft nach oben, dennoch macht das ganze einen durchdachten und praxisgerechten Eindruck!

Sound

Und wie klingt es? Sowohl ein- als auch ausgangsseitig kann man ich dem UltraLite mk5 nur hervorragende Audioeigenschaften attestieren. Die ausgesprochen kräftigen (+74 dB!) Mikrofonvorverstärker liefern ein transparentes und rauscharmes Signal, sowohl mit den im Test verwendeten Kondensatormikrofonen (Neumann, Schoeps) als auch mit dem dynamischen SM7B von Shure. Auch die DI- und Line-Aufnahmen können überzeugen. In den Resampling-Audiobeispielen habe ich das Line-Ausgangssignal des MOTU UltraLite mk5 erneut über die Inputs aufgenommen. Bei den resultierenden doppelt gewandelten Audiofiles kann ich im Hörvergleich keinen Färbungen oder Qualitätsminderungen feststellen – was will man mehr? Die DSP-Effekte sind aus meiner Sicht eher ein wertvolles Werkzeug zum Monitoring als zur kreativen Klangformung, wobei ein Low Cut oder Kompressor zum Übersteuerungsschutz durchaus auch mal auf einer aufgenommenen Spur sinnvoll sein kann.

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