Test
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18.12.2020

Meinl Chris Coleman 21“ Byzance Vintage C Squared Ride Test

Signature Ride Cymbal

Die Quadratur des Ridebeckens

Nach etlichen Prototypen ist kürzlich das neue Meinl Byzance Vintage 21“ Chris Coleman C Squared Ride fertig geworden. Verlangt hatte der Superdrummer, der schon als Kind als technischer Überflieger galt und scheinbar immer noch stetig besser wird, nach einem extrem durchsetzungsfähigen, aber gleichzeitig musikalisch warm klingenden Cymbal. Für Beckendesigner vermutlich eine Horrorforderung, müssen doch im Grunde kaum vereinbare Eigenschaften in einem einzigen Instrument realisiert werden. Ob das gelungen ist, lest ihr auf den folgenden Zeilen.

Details & Praxis

Stark gewölbtes Profil bei gleichzeitig hohem Gewicht

Dass Chris Coleman und die Firma Meinl bei unserem Testkandidaten ein paar Dinge anders gemacht haben als es normalerweise üblich ist, wird schon beim Auspacken deutlich. Der Rand des aus B20 Bronze gefertigten Beckens zeigt nämlich ein umlaufendes Band aus 16 kleinen Bohrungen, deren Ziel die Kontrolle des Ausklangs sein soll. Vollständig aus seiner Verpackung befreit, offenbart das gute Stück zudem zwei weitere Besonderheiten. Da wäre einmal das außerordentlich hohe Gewicht, das man so nicht erwartet hätte. Die Waage bestätigt den Eindruck und zeigt proppere 3640 Gramm an. Zum Vergleich: Ein typisches Medium Thin Ride wiegt heute etwa 2400 Gramm. Eine weitere konstruktive Besonderheit soll zur Fokussierung des Klangs beitragen und zeigt sich in der starken Wölbung des Profils. Becken-Spezis sprechen hier von „Umbrella-shape“, also Regenschirm-Form. Dies trägt zur Stabilisierung bei und erhöht den Grundton zusätzlich.

Nach diesen Konstruktionsmerkmalen muss man klanglich schon fast einen Amboss befürchten, dem wirken jedoch die Hämmerung, die nicht abgedrehten Oberflächen und das roh belassene „Vintage“-Finish entgegen. Dicht gesetzte, kleine Hammermale verteilen sich in typischer Byzance-Manier über das Profil, auch die klar ausgeformte, mittelgroße Kuppe hat eine reduzierte Anzahl davon abbekommen. Ein „C2“-Schriftzug auf der Oberseite sowie das „CRC Global“-Logo von Chris R. Coleman runden das Bild ab. Die Verarbeitung ist makellos. 

Schon die ersten Schläge auf das Testbecken machen deutlich, was die „Zutaten“ bereits vermuten ließen. Ein äußerst klarer, definierter Anschlagston sorgt für absolute Kontrolle über die einzelnen Anschläge – eine Eigenschaft, die besonders jenen Drummern entgegen kommen dürfte, die auch mal sehr viele Noten in kurzer Zeit spielen und nicht möchten, dass „überschüssiges“ Sustain den Gesamtmix zumatscht. Gleichzeitig sorgt das rohe Finish und die intensive Hämmerung für ein in den Höhen abgemildertes Klangbild, das nicht ins Harsche abdriftet. Herausragend ist die Präsenz und Klarheit der Kuppe. Auch in Sachen Lautstärke dürfte sie in den meisten Szenarien souverän mithalten. Nicht geeignet ist dieses Ride jedoch für Freunde tiefer, offener Crashsounds oder zurückhaltender, jazzig-komplexer Töne. Dafür ist es schlicht zu schwer und klanglich zu klar. Ich habe euch einige Soundbeispiele aufgenommen. 

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