Test
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30.12.2020

Praxis

Hohe und mittelhohe Stimmungen

Zunächst platziere ich die Warbird auf meinem Snarestativ, die Stimmung ist hoch. Das gilt übrigens auch für meine eigene Stimmung, denn die erste Auflage der Snaredrum war vor vielen Jahren einer meiner wenigen Spontankäufe, nachdem ich sie beim Händler gespielt hatte. Die ersten Schläge zeigen, dass die Erwartungen durchaus berechtigt waren, denn das kleine Teil klingt nach wie vor überraschend fett und explosiv. Wer Walnuss ausschließlich als weiches, sanftes Tonholz kennt, dürfte hier positiv überrascht werden. Auch in puncto Teppichansprache kann die Snare überzeugen. Selbst bei hohen Fellspannungen wird der Klang erst spät topfig, darunter liefert die Warbird immer ein sehr solides Fundament und kontrolliert-funkige Ergebnisse.

In der gleichen Qualitätskategorie, jedoch mit deutlich anderem Spielgefühl agiert die Craig Blundell The Machine Snaredrum. Besonders das dicke, am Rand jedoch nicht gedämpfte Hi-Energy Fell erzeugt einen ganz eigenen, leicht gummiartigen Sound. Dies ist jedoch nicht negativ gemeint, denn erstens verleiht das der Snare einen komprimierten, aber dennoch offenen Charakter und zweitens bleibt die Teppichansprache präzise. Auch hier fällt die ausgewogene Mischung aus Druck und Kontrolle auf. Mit einem einlagigen Standardfell wird die Snare etwas transparenter und deutlich offener. Schön finde ich auch die kompakten Rimclicks und wirklich fett-holzigen Rimshots. 

Mittlere und tiefe Tunings

Bewegt man sich mit der Warbird in eine mittlere Stimmung, wird deutlich, warum sich Chris Adler und die Konstrukteure für einen dünnen Walnusskessel entschieden haben. Denn jetzt fangen die dunkleren Tonanteile an, sich bemerkbar zu machen, was dazu führt, dass man mit geschlossenen Augen eine weitaus größere Snaredrum vor sich zu haben glaubt. Natürlich kann sie im Vergleich mit der The Machine in natura nicht dasselbe subjektive Volumen aufbauen, ist aber durchaus nicht weit entfernt. Noch spannender wird es bei tiefen und extrem tiefen Stimmungen. Wo andere Modelle dieser Größe hemmungslos anfangen zu modulieren, bleibt der Kriegsvogel erstaunlich lange straff. Mit solchen Qualitäten empfiehlt sich die Trommel auch in diesen Stimmungen für viele Anwendungen. 

Kommen wir nun zum größeren Geschwister, The Machine, welches mir speziell in mittleren Gefilden außerordentlich gut gefällt. Sie ist fett, aber nicht matschig und gleichzeitig tonal sehr klar. Mit dem Werksfell stellen sich wieder die leichten Kompressionseffekte ein, was speziell unter Mikros sehr vorteilhaft sein kann. Geht es in den Tuning-Keller, zeigt sie ähnliche Qualitäten wie die Warbird, hier wirkt es allerdings aufgrund der Dimensionen weniger überraschend. Insgesamt eine sehr vielseitige Trommel mit Charakter. Im Video habe ich euch für beide Snares weitere Tuningvarianten aufgenommen

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