Test
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09.07.2020

Praxis

Praxis

Für den Hörtest baue ich den Mackie-Subwoofer CR8S-XBT hinter dem Schreibtisch in meinem Studio auf. Der aktive Basswürfel wird vom Monitor-Controller kommend mit dem Ausgangssignal meiner DAW versorgt. Die beiden Desktop-Satelliten Mackie CR4-XBT platziere ich im unmittelbaren Nahbereich auf meinem Schreibtisch.

Im Manual gibt es zwar eine Aufbauanleitung, die Schritt für Schritt erklärt, wie man den Basswürfel grundsätzlich mit den Satellitenboxen anschließt. Mackie gibt im Manual aber keinerlei Zusatzinformationen, etwa wie man eine möglichst optimale Position für den Subwoofer finden könnte oder wie man das Lautstärke-Verhältnis zwischen Bass und den Desktopboxen einstellen sollte. Um die mitgelieferte Fernbedienung nutzen zu können, schließe ich selbige vorfreudig an den dedizierten Anschluss des Subwoofers an. Die Fahrt kann beginnen.

Was ist das richtige Mischungsverhältnis?

Was mir an Soundqualität entgegenschallt, lässt mich staunen. Durch meine Lieblings-Testsongs hörend, bin ich sehr positiv überrascht vom guten Klang der Boxen. Bei genauerem Hinhören nehme ich aber doch auch Frequenzbereiche wahr, die mir nicht ganz so gut gefallen. Diese sind aber dennoch harmlos genug, um den Hörgenuss nicht allzu sehr zu dämpfen. Ich empfinde einen Bereich um 150 Hertz als etwas überbetont, und würde den Klang dort als „zu dick“ oder „zu undefiniert“ beschreiben. Andere Boxen, die für den Schreibtisch und das Nahfeld konzipiert wurden, bieten von Haus aus eine Filterfunktion, mit der man dem typischen Schreibtisch-Resonanzproblem in den tiefen Mitten in aller Regel ein wenig entgegen wirken kann. Eine solche Funktion ist hier nicht vorhanden.

Ich skippe weiter von Song zu Song und muss gestehen, dass die Kombination des Mackie-Trios eine hervorragende Präsenz in den Mitten besitzt. Bei Stücken mit Gesang steht dieser sauber und gut-klingend auf der Stereo-Bühne. Ein klein wenig getrübt wird mein Hörgenuss im Frequenzbereich rund um 4 Kilohertz. Dort empfinde ich die Abhöre als ein wenig zu verhalten, was dazu führt, dass die Höhen etwas undefiniert und ganz oben für meinen Geschmack ein wenig scharf klingen.

Der Preis ist heiß

Was jenseits der beschriebenen, kleinen Makel aus dem Boxen-Set erklingt, ist normalerweise in dieser Preisklasse nicht zu haben. Für den momentanen Ladenpreis von 346 Euro (Stand 3.7.2020) habe ich selten solch ein guten Sound gehört. Abgesehen von den kleinen Ausbrüchen im Frequenzgang, liefern die Boxen eine sehr schöne Stereo-Auflösung und auch die Ortung einzelner Signale lässt sich teilweise punktgenau eingrenzen, sofern es das Ausgangsmaterial zulässt.

Seitens der Satelliten bin ich vom relativ guten Sound beeindruckt. Der Bereich, für den sie ausgelegt sind, klingt hervorragend. Es sind keine wirklich großen Negativ-Ausschläge vorhanden, so dass ich mir die Desktop-Box durchaus als Zweit-Box für den Nahbereich in meinem eigenen Setup vorstellen könnte. Der Subwoofer hingegen überzeugt mich nicht vollends. Zugegeben, er liefert den Bassbereich, der den kleinen Desktopboxen Bauart-bedingt fehlt. Und er ist ein großer Zugewinn in dieser Konstellation, sowohl was den Frequenzgang, die mögliche Maximal-Lautstärke und auch die Bedienmöglichkeiten anbelangt. Allerdings empfinde ich den tiefen Bassbereich unterhalb 60 Hertz im Vergleich zu den beiden Oktaven darüber etwas zu verhalten. Aber auch hier sollte man den Preis des Sets nicht bei der Beurteilung außen vor lassen, denn für mehr Geld bekommt man gerade bei Subwoofern oft auch mehr Leistung.

Die Fernbedienung verführt zum Bass geben

Per beiliegender Fernbedienung bekommt man die Kontrolle über die Gesamtlautstärke und das Verhältnis zwischen Bass und Satelliten mit auf den Schreibtisch geliefert. Die Gesamtlautstärke lässt sich mit dem oberen der beiden Drehelemente einstellen. Mit dem unteren Drehrad steuert man alleinig die Lautstärke des Subwoofers, und somit den Bass-Anteil mit dem man den Frequenzgang bestückt. Doch was ist die richtige Bass-Lautstärke? Hierauf gibt es keine allgemeingültige Antwort. Möchte ich Mischungsverhältnisse einschätzen und muss hören, ob ein Mix im Frequenzgang ausgewogen klingt, so müsste ich die Abhöre einmessen um eine Aussage darüber treffen zu können. Möchte ich aber vielleicht einfach nur Spaß haben am Schreibtisch, sei es beim Musikhören, beim Daddeln oder beim Musikmachen, so werde ich mir mit Sicherheit den Subwoofer spürbar laut einstellen wollen, egal wie wellig die Frequenzgang-Kurve dazu aussehen würde. Es bleibt Geschmackssache und eine Frage des Einsatzzwecks.

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