Test
2
01.12.2020

Praxis

Aufbau

Für den Hörtest baue ich die M-Audio BX3 und BX4 auf meinem Schreibtisch mit zirka 1 Meter Abstand zu einander und zu meiner Abhörposition auf. M-Audio gibt im Manual keinerlei Hinweise, mit welchem Kabel man die passive Box an den aktiven Master anschließen soll. Mitgeliefert werden ein zweipoliges und ein dreipoliges Miniklinken-Kabel. Eine Beschriftung oder eine eindeutige Markierung fehlen hier. Passen und funktionieren tun beide, aber eigentlich ist nur das zweipolige Kabel dafür vorgesehen. Das dreipolige Kabel dient dem Anschluss von Zuspielern am vorderseitigen AUX-Eingang. Ich schließe die Boxen an meinen Monitor-Controller per symmetrischen Klinken an. Ein wenig schade finde ich, dass den Boxen kein USB-Anschluss spendiert wurde. M-Audio preist die sowohl die BX3 als auch die BX4 als perfekten Ersatz für Computerlautsprecher an. Perfekt wäre dies meiner Meinung nach nur mit digitaler Anbindung per USB. 

Klang M-Audio BX4

Ich nehme mir zunächst die BX4 vor. Ich schalte sie ein, drehe den Lautstärkeregler auf Vollanschlag, und höre nichts. Kein Grundrauschen. Verwundert starte ich die Wiedergabe eines Tracks und schicke etwas Pegel vom Monitor-Controller auf die Abhöre. Sie funktioniert. Erstaunlich, dass die Boxen kein hörbares Grundrauschen besitzen, aber das qualifiziert sie zum ungestörten Einsatz in unmittelbarer Nähe auf dem Schreibtisch. Was mir aber an Klang entgegenschallt, haut mich nicht wirklich vom Hocker.

Die Basswiedergabe ist für die Gehäusegröße zunächst ziemlich ordentlich. Wem die Boxen auf Grund der Aufstellung auf dem Schreibtisch zu undefiniert im Bass klingen, der sollte den Bass-EQ auf der Rückseite der Masterbox ein wenig absenken. Der halbe Reglerweg – also geschätzte 3 dB – reichen dafür. Trotz der Absenkung kann man die untersten Frequenzen noch gut hören, nur dass die Bässe aber eben nicht mehr zu wummerig und undefiniert klingen. Störender sind für mich allerdings die Mitten. Rund um 600 Hertz und um 1000 Hertz klingen die Boxen ein wenig zu laut, was für meinen Geschmack den Gesamtsound der M-Audio BX4 trübt. Gut finde ich das Lautstärke-Verhalten der Abhöre. Selbst bei hohen Abhörlautstärken liefern die Boxen einen verzerrungsfreien, gleichbleibenden Sound.

Klang BX3

Die kleineren BX3 unterscheiden sich auf dem Blatt lediglich durch den etwas kleinen Woofer, und damit einhergehend im Gehäusevolumen. In der Praxis gibt es aber größere Unterschiede. Schon das Grundrauschen ist etwas höher als bei der BX4. Beim Erklingen meiner Lieblings-Tracks stelle ich fest, dass der Bassbereich bei zirka 150 Hertz zu laut ist. Die Bässe hören sich für mich insgesamt dick, undefiniert und unpräzise. Bei der Größe des Gehäuses und einem 3,5-Zoll-Woofer sollte man natürlich keine Wunder erwarten.

Bei ungefähr 500 Hertz befindet sich eine kleine Mittennase. Mit Herausdrehen des Basses an der Rückseite der Aktivbox kann man dieser Nase ein wenig entgegenwirken. Das hat aber den Preis verhaltener, leiser Bässe, was beim Einsatz von Sprachaufnahmen nicht unbedingt nachteilig sein dürfte. Eine weitere kleine Überbetonung ist bei 2 Kilohertz zu hören. Ansonsten ist die Wiedergabe ab den hohen Mitten bis ganz oben im Hörbereich eher zurückhaltend. Die BX3 hat meiner Meinung nach weniger störende Resonanzen als die BX4. Sie reicht aber vom Gesamtsound her weniger nah an den Klangeigenschaften einer durchschnittlichen Studiobox heran. 

Kopfhörerausgang

Der Kopfhörer-Ausgang der beiden Modelle ist praktischerweise an der Frontseite der Aktivbox erreichbar. Der Klang ist höhenreicher und bassärmer als bei einem guten Kopfhörer-Amp, und liefert auch kein so schönes Stereobild wie die teurere Konkurrenz. In der Preisklasse ist dies aber auch nicht anders möglich. Hierbei geht es ja auch nicht um den goldenen Kopfhörer-Klang, sondern um das praktische Zusatz-Feature einer Multimedia-Box.

2 / 3
.

Verwandte Artikel

User Kommentare