Gitarre Hersteller_Leolani Test_Ukulele
Test
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20.11.2017

Leolani Mango Serie Test

Concert- und Tenor-Ukulele

Klangvolle Früchtchen

Bei den Ukulelen der Leolani Mango Serie ist die Frucht nicht nur Namensbestandteil, sie steht auch für das Holz, aus dem die Instrumente gefertigt werden. Süß und schmackhaft zaubert die Mango normalerweise eine exotische Note auf unsere Gaumen und verheißt Südsee, Strand und Palmen. Ob diese Charakterzüge auch dem Holz des Mangobaums zuzuschreiben sind, das als Grundstoff für Musikinstrumente nicht unbedingt alltäglich ist, werden unsere Testkandidaten hoffentlich offenbaren. Leolani, seit 15 Jahren erfolgreich mit qualitativ hochwertigen Ukulelen im bezahlbaren Preissegment, stellt sich mit der Mango-Serie unserem heutigen Test.

Die Leolani-Mango-Serie besteht aus zwei Modellen, einer Konzert- und einer Tenor-Ukulele. Diese beiden werden ohne Tasche geliefert und sind bis auf Korpusgröße und Mensur baugleich. Die Idee, Mango als Holz für Ukulelen zu verwenden, ist nicht neu, sogar in vollmassiver Bauart. Unsere Kandidaten sind allerdings laminiert, was in diesem Preisbereich die Regel ist, und wir sind gespannt, wie viel Südsee sie mitbringen.

Details

Daten & Fakten

Was bei Mangodecken auf den ersten Blick heraussticht, ist das äußere Erscheinungsbild - Struktur und Maserung sind eine wahre Augenweide. Für mich korrespondieren Anblick und sogar der Geschmack einer frischen Mango auf verblüffende Weise mit dem optischen Eindruck, den dieses Holz hinterlässt. Laminate haben zwar den Nachteil, dass sie in der Regel klanglich nicht an massive Hölzer heranreichen, allerdings bewegen sich die Instrumente dafür in einem viel günstigeren Preisbereich und sind optisch von vollmassiven Ukulelen nicht zu unterscheiden.

Unsere beiden Modelle haben, wie schon erwähnt, eine sehr schöne Maserung, bei der die Farbtöne von einem cremigen, hell-gelblichen Ton über mehrere Abstufungen bis hin zu Schwarz reichen. Beide Größen fallen übrigens in ihrer Deckenstruktur sehr unterschiedlich aus.

Hals, Halsfuß und Kopfplatte bestehen aus Okoume, einem zumindest optisch dem Mahagoni ähnelnden Holz. Auf der geschmackvoll designten Kopfplatte ist ein dünnes Mango-Laminat aufgebracht, was dem Instrument einen in sich stimmigen Gesamteindruck verleiht. Der Korpus ist auf Vorder- und Rückseite mit geflammten Ahorn-Bindings verziert, die sich unauffällig in das Gesamtwerk einfügen und das Instrument weiter optisch aufwerten.

Die geschlossenen Mechaniken besitzen schwarze Plastikflügel, eine Übersetzung von 1:14 und laufen sehr rund. Sattel und Stegeinlage bestehen aus einer Mischung aus Graphit und Carbon. Dieses Material ist sehr haltbar, gut zu bearbeiten und garantiert eine optimale Saitenführung. Außerdem werden die Obertöne gefördert und so ein frischeres Klangbild erzeugt als mit einfachem Plastik. Grundsätzlich spielen dabei aber die Sattelkerben die Hautrolle, sie müssen präzise gearbeitet sein und dafür sorgen, dass die Saiten optimal über dem Griffbrett liegen, nicht zu hoch und nicht zu tief. Überprüfen kann man das übrigens sehr leicht, indem man die Intonation der einzelnen Saiten checkt. Wenn der gegriffene Ton z.B. am 2. Bund zu hoch ist, obwohl man die Leersaite perfekt gestimmt hat, spricht das dafür, dass die Saite nicht tief genug im Sattel liegt und die Kerbe nicht optimal ausgeführt ist. Bei unseren beiden Kandidaten passt alles und sie passieren den Intonations-Check ohne nennenswerte Abweichungen.

Die Sattelbreite beider Größen beträgt 38 mm und ist somit etwas ausladender als bei anderen Herstellern. Leolani setzt, wie viele andere hawaiianische Ukulelenbauer, bei allen Modellen auf diese Sattelbreite. Sie begünstigt ein sauberes Spiel und sorgt gleichzeitig dafür, dass auch Einsteiger schneller Akkorde mit kleinen Intervallen sauber hinbekommen.

Die 18 Neusilberbünde sind perfekt abgerichtet und die Hälse schnurgerade. Die Saitenlage ist optimal und ein Schnarren in keinem Bund zu vernehmen, selbst bei übermäßigem Anschlag. Besonders hervorzuheben ist die Bundkantenbearbeitung, die ebenfalls geschickt und sauber gelöst ist. Die Bünde ragen nämlich gar nicht bis zur Griffbrettkante, sondern werden abgerichtet und dann von einem schwarzen ABS-Binding überdeckt. Diese Technik sorgt dafür, dass unsere Greifhand völlig glatt und angenehm gleiten kann, anstatt an scharfkantigen Bundkanten-Enden zu stranden.

Griffbrett und Brücke sind aus sogenanntem Reconstituted Wood, also gepressten und entsprechend behandelten Hartholzresten, die dem üblichen Palisander in Optik und Beschaffenheit zum Verwechseln ähnlich sind. So wird nicht nur Holzabfall reduziert, sondern auch die Umwelt geschont. Beide Daumen hoch. Das ist so gut gelungen, dass dem Laien der Unterschied kaum auffallen dürfte.

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