Hersteller_Laney Gitarre
Test
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08.07.2015

Praxis

In den ersten Audiofiles verwende ich den IRT-Pulse ganz klassisch vor einem clean eingestellten Amp. Zuerst hören wir den Amp pur, es handelt sich um einen Marshall JVM 410, als Gitarre kommt eine Music Man Reflex zum Einsatz.

Jetzt aktiviere ich den IRT-Pulse und drehe den Gain-Regler auf 12 Uhr, also mittig.

Das Ergebnis ist ein drahtiger, strammer, leicht angezerrter Crunchsound, der mir auf Anhieb gefällt.

Jetzt hören wir uns das Ganze mit dem Hot-Mode an. Alle anderen Einstellungen bleiben indentisch.

Wie erwartet, erhöht sich der Zerrgrad um einiges, allerdings ist der Sound jetzt für meinen Geschmack ein wenig harsch. Aber wie gesagt: Alles reine Geschmacksache!

Neben dem Hot- aktiviere ich nun auch den Bright-Schalter.

Durch den aktivierten Bright-Switch gesellt sich eine steife Brise Höhen hinzu und verleiht dem Sound eine gewisse Aggressivität. Ich kann mir vorstellen, dass dieser Klang hin und wieder als Farbe verwendet werden könnte.

Anstelle von Bright kommt im nächsten Beispiel der Dark-Switch zum Einsatz.

Mit dem aktivierten Dark-Schalter gefällt mir der Grundsound um einiges besser. Das Aufdringliche aus den vorherigen Beispielen ist nun verschwunden und stattdessen tritt ein mittiger, breiter Crunchsound aus den Speakern.

Alles bleibt wie es ist, allerdings drehe ich jetzt den Gainregler voll auf.

Der Zerrgrad erhöht sich nun spürbar - trotzdem werden die Attacks sauber herausgearbeitet. Allerdings empfinde ich persönlich den Klang als etwas steril, was vermutlich aus dem breiten Mittenbild resultiert.

Für das nächste Hörbeispiel nehme ich das Gain zurück auf die Mittelstellung und aktiviere im zweiten Durchgang den EQ-Schalter.

Sobald der EQ-Schalter aktiviert wird, treten die Mitten in den Hintergrund und der Sound wird in diesem Fall dünn.

Vor meinem Röhrenamp konnte mich der IRT-Pulse leider nicht komplett überzeugen, daher möchte ich jetzt wissen, wie er sich als Audio-Interface macht. Zu diesem Zweck habe ich ihn per USB-Kabel mit meinem Studio-Mac verbunden. Als Software kommt Logic 10 zum Einsatz. Da das Gerät USB CC (Class Compliant) verwendet, werden keine Treiber benötigt, sehr gut! Unter Pro Tools wird der IRT-Pulse als Audio-Interface erkannt, allerdings konnte ich ausgangsseitig über den Kopfhörer kein Signal empfangen, obwohl es in der DAW angezeigt wurde. Daher habe ich zu Logic gewechselt und sämtliche Beispiele darin aufgenommen.

Es geht los mit den Zerrsounds. Natürlich muss der Emulation-Schalter gedrückt werden, ansonsten geht der Klang ganz klar in die Richtung Rasierapparat. Lediglich der Gainregler steht auf 12 Uhr, alles weitere ist deaktiviert.

Oha, das klingt schon ganz anders! Der Grundsound ist fett und breit, aber auch etwas höhenarm.

Ich erhöhe das Gain auf 15 Uhr:

Jetzt öffnet sich auch das Höhenbild und der IRT-Pulse fühlt sich hörbar wohler.

Und jetzt mit aufgedrehtem Gain Regler.

Ein satter Crunchsound kommt aus meinem Monitorboxen, gerade richtig für beinharten, erdigen Rock.

Das Gain-Poti wandert wieder zurück auf 15 Uhr, jetzt kommt aber der Hot-Schalter hinzu.

Der Zerrgehalt steigt rapide an, allerdings vermisse ich jetzt etwas die Attacks, trotzdem ein durchaus brauchbarer Crunchsound!

In den folgenden beiden Beispielen hören wir im ersten den IRT-Pulse mit Gain auf 15 Uhr, im zweiten kommt dann der EQ hinzu.

Jetzt macht der EQ-Schalter durchaus Sinn, denn er formt den Rocksound zu einem Metal-Sound. Schade, dass auch hier die Attacks etwas untergehen.

Bevor ich zu den Cleansounds komme, noch ein Beispiel mit einer Leadgitarre. Hierzu steht Gain auf 15 Uhr und der Hot-Schalter ist ebenfalls aktiv.

Die Töne stehen schön lang und der IRT-Pulse macht das Solieren leicht, es muss nicht um jeden Ton gekämpft werden.

Es folgen die Cleansounds und ich fange mit dem puren DI-Signal an.

Ich denke, dazu muss ich nicht viel zu sagen, so klingt nun mal das DI-Signal einer Gitarre.

Jetzt schalte ich in die Hals-, dann in die Mittel- und abschließend in die Steg-Position. Für das Beispiel habe ich die Zwischenpositionen weggelassen.

Die drei Positionen klingen schön straff und im wahrsten Sinne clean.

Jetzt ein Beispiel zuerst ohne, dann mit aktiviertem EQ.

Mit dem EQ werden die Attacks etwas klarer gezeichnet, die Mitten treten erwartungsgemäß in den Hintergrund, allerdings nicht so extrem, wie ich es erwartet habe.

Die Dark-Funktion wirkt nur auf den Line-Ausgang, sodass sie im USB-Betrieb keine Bedeutung hat. Aber auch der Bright-Taster verändert das Signal beim Betrieb am Rechner nicht wirklich hörbar. Schade, denn ansonsten könnte man die beiden als zusätzliche EQ-Parameter verwenden, aber wenn man schon in der DAW ist, stehen dort natürlich auch sehr komfortable Klangveredelungsmöglichkeiten zur Auswahl.

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