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Test
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20.05.2016

JoeMeek JM37DP Shockmount Bundle Test

Großmembran Kondensatormikrofon

Preisgünstiger Vocal-Allrounder

Das JoeMeek JM37DP möchte unter den Großmembran-Kondensator-Mikrofonen viel „Value for Money“ bieten. Wir widmen dem Studiomikro diesen Test nicht zuletzt deshalb, weil das JM37DP für unter 100 Euro mit einem beachtlichen Funktionsumfang aufwartet. Denn für diesen geringen Kaufpreis erwartet man nicht unbedingt eine umschaltbare Richtcharakteristik, eine zweistufige Pad-Funktion und eine Mikrofonspinne im Lieferumfang.

Wie gewohnt, schauen wir aber auch beim JM37DP genauer hin und nehmen für euch die technischen Details, die Usability und natürlich den Sound des Mikrofons unter die Lupe. Dabei stellt sich nicht nur die Frage: Wie gut klingt billig? Vielmehr hören wir auch darauf, ob das JoeMeeek JM37DP mit der starken Konkurrenz mithalten kann, die in den letzten Jahren in großer Zahl den Markt der Großmembran-Kondensator-Mikrofone bereichert hat.

Details

Klassisches Studiomikrofon mit FET

JoeMeek verstehen das JM37DP als klassisches Studiomikrofon. Das verwundert nicht, da es als Kondensatormikrofon mit einer 1“-Großmembran aus hauchdünnem Mylar daher kommt und auf eine FET-Bauweise mit symmetrischem Ausgang setzt. Bei der Membran wird auf die schon seinerzeit beim legendären U47 von der Firma Neumann verwendete zentrale Befestigung in der Mitte der Gegenelektrode gesetzt (Für einige Leser ist das ein geradezu frevelhafter Vergleich, das gestehe ich.). 

Zwei Richtcharakteristiken: Niere und Kugel

Eines der Highlights des Mikrofons ist zweifellos seine aktive Doppelmembran. Durch sie ist es möglich zwischen Nieren- und Kugel-Charakteristik umzuschalten, was den Einsatzbereich des Großmembraners gegenüber so manchem Mitbewerber deutlich vergrößert. Ich bin bereits gespannt darauf, wie beide Charakteristiken klingen.

Messingkorpus

Der Korpus des JM37DP ist günstig und stabil vollständig aus Messing gefertigt. Wunderbar auch, dass im giftgrünen Karton des Mikrofons ein einfacher Plastik-Transportkoffer mitsamt Verschlusslaschen und Haltegriff befindet, in dem das Mikrofon auch unterwegs sicher untergebracht ist. Zum Lieferumfang des kleinen Silbernen gehört stets eine Stativhalterung. Im hier getesteten „Shockmount Bundle“ ist außerdem eine separat verpackte Spinne zur elastischen Aufhängung des Großmembraners dabei.

Pegelabsenkung zweistufig

Das JoeMeek-Mikrofon bietet eine zweistufige Padfunktion, die per Schieberegler eingerichtet wird. Die Pegelabsenkung arbeitet wahlweise mit 10 dB beziehungsweise mit 20 dB. Dadurch sollte das JM37DP auch hervorragend für laute Schallquellen eingesetzt werden können. Durch die Pad-Funktion können laute Signalpegel bereits verringert werden, noch bevor das Signal vom internen FET-Verstärker verarbeitet wird. Auch wenn nur die wenigsten von uns den Startsound eines Jets aus nächster Nähe aufzeichnen, handelt sich die Signalabsenkung zweifellos um ein hilfreiches Feature, das das Einsatzgebiet des günstigen Kondensator-Kameraden gegenüber der Konkurrenz schön breit aufstellt.

Schieberegler für Pad und Pattern rahmen das Logo

Wie bereits gesagt, lässt sich das JM37DP durch seine Doppelmembran außerdem per Schieberegler zwischen Nieren- und Kugel-Charakteristik umschalten. Die Wahlschalter für Pad und Richtcharakteristik sind beide von vorn zugänglich und rahmen das aufgedruckte Firmenlogo. Die Rückseite des Mikrofons ist dagegen schlicht gehalten und wartet lediglich mit einem CE-Siegel sowie der Produktbezeichnung auf. Der XLR-Anschluss befindet sich im unteren Korpusfortsatz des Mikrofons. Dieser kurze „Stiel“ wird von einem Gewinde für die mitgelieferten Spinnen gesäumt.

Übliche Werte

Bevor es mit dem Praxis-Check losgeht, möchte ich noch kurz die vom Hersteller bereitgestellten technischen Werte des Kandidaten einordnen. JoeMeek geben für das JM37DP einen gerade einmal ausreichend hohen Grenzschalldruckpegel von 128 dB SPL an. Der Frequenzbereich des Mikrofons reicht von 25 Hz bis 20 kHz und deckt somit nicht ganz den typischen menschlichen Hörbereich ab. Dennoch ist das ein vergleichsweise großer Arbeitsbereich, der sich beim gebotenen Kaufpreis sehen lassen kann. Und auch die Empfindlichkeit von 16 mV/Pa ist gegenüber der preislich vergleichbaren Konkurrenz gut aufgestellt. Das Eigenrauschen von 19 dB(A) rangiert dagegen im für Mikrofone dieser Preisklasse üblichen Rahmen. 

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