Test
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09.12.2018

Praxis

Los geht’s mit dem Allrounder im Bunde, dem 22“ Medium Ride. Das Becken hat einen sehr schönen, definierten Sticksound, klingt eher trocken, aber trotzdem leicht komplex und lässt sich auch wunderbar ancrashen. Auch bei schnelleren Figuren bleibt die Kontrolle stets erhalten. Als kleinen Dämpfer empfinde ich die Tatsache, dass die Bell bei unserem Test-Ride mit dem Schaft angespielt werden muss, um den vollen Glocken-Sound hervorzukitzeln, zumindest reicht die Stockspitze bei meinen 55A Stöcken nicht aus. Wer bisher in der Signature-Serie ein jazziges Becken mit etwas mehr Ping vermisst hat, könnte hier fündig werden. 

Ganz andere Facetten offenbart das 23“ Ride. Schon gewichtsbedingt hat es einen wesentlich tieferen Pitch. Es wabert und faucht, je nach Dynamik, nur so vor sich hin. Und mal ehrlich, ein Ride, das sich bei stärkeren Schlägen bereits auf der Oberfläche crashen lässt, also ohne auch nur annähernd in die Nähe des Randes zu kommen, spielt man auch nicht alle Tage. Die Bell ist dafür klangtechnisch quasi nicht vorhanden. Dieses Becken klingt toll, sehr musikalisch, aber auch absolut speziell. Ein klarer Fall für Sound Freaks mit erweiterter Brieftasche. 

Die 15er Hi-Hats haben einen mittelhohen Pitch. Sehr gut gefällt mir der Klang bei Öffnungen mit Sticks gespielt oder mit dem Fuß geswisht. Klinisch sauber klingende, geschlossene Sounds sind nicht im Programm enthalten, denn beide Becken klingen auch bei fest geschlossenem Zustand immer leicht verwaschen und crunchy. Was aber durchaus seinen Charme hat, besonders wenn es um atmosphärische Grooves mit viel Platz geht. Für „sportliche“ Musik und sehr geschäftiges Spiel wären sie nicht meine erste Wahl, hier könnte ein schwereres Bottom-Becken zu mehr Cut und Kontrolle verhelfen.

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