Test
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01.03.2021

Praxis

Beim Anspielen wird klar, dass es sich bei den Agop Signatures um alles andere als Nullachtfünfzehn-Modelle handelt, der musikalische Allrounder-Faktor hält sich also eher in Grenzen. Die Crashes und besonders die beiden Rides haben einen ungewöhnlich tiefen Pitch. Im Gesamtklang schwingt immer ein leicht komplexer, trashiger Faktor mit, den ich aber eher als exotische Note beschreiben würde. Brachiale oder auch harsche, hochtönende Frequenzen, die einem bei vielen modernen, trashigen Becken ins Ohr stechen, sind bei den Signatures nicht vorhanden. Die Becken spielen sich sehr leicht und eher weich und sprechen allesamt gut auf verschiedene Dynamikstufen an, außerdem sind sie – wie eingangs angesprochen – insgesamt nicht besonders laut. Gut gefällt mir zudem die tonale Abstimmung innerhalb der beiden Sätze, die zweifelsfrei gelungen ist. Im Folgenden versuche ich euch die einzelnen Instrumentengruppen näher zu beschreiben.

Schnell da, schnell wieder weg - die Crashes

Die vier Crashes klingen eher tief und weich, nach einem schnellen, leicht fauchenden Anschlagssignal schwingen sie recht schnell aus, was sie für Studioarbeit interessant macht. Allerdings haben sie vergleichsweise wenig Cut in den hohen Frequenzen. Die leicht schneidende Schärfe, die man mit vielen Crashbecken assoziiert – und für die man schnell mal zum Gehörschutz greift – ist quasi nicht da, trotzdem klingen sie nicht leblos. Auch lautere Bearbeitung und dynamisches Spiel stecken sie gut weg, wobei ich den Einsatzzweck klar in eher leisen bis mittleren Lautstärken verorten würde. Mit Mallets gespielt, gehen sie schnell und weich auf.

Ein tiefes Bad aus Wash - die beiden Rides

Die beiden Ridebecken in 20“ und 22“ sind die klaren Spezialisten in den Sets. Wer ein Ride mit starker Glocke und viel Ping mag, ist hier grundfalsch. Die Becken haben eine gute Stickdefinition auf der Fläche, allerdings mischt sich immer eine sehr präsente Portion Wash dazu, die bei stärkerem Spiel auch gern zu Crash-artigen Klängen auf der Fläche(!) führt. Am Rand angeschlagen, erklingt ein relativ kurzer, fauchig-dunkler Crashsound. Die Glocke klingt bei beiden Rides nur sehr verhalten. Auch im Jazzkontext machen die Becken Spaß, durch den insgesamt sehr tiefen Pitch könnten sie allerdings im musikalischen Kontext etwas Präsenz vermissen lassen.

Die Hi-Hats - funky Allrounder mit einer leichten Prise Schmutz

Von den beiden Hi-Hats in 14“ und 15“ bin ich sehr angetan. Sie haben eine sehr gute Abstimmung, was das Top- und Bottom-Becken betrifft, sowie eine schöne Präsenz bei getretenen Sounds - oft ein Problem bei so leichten Modellen. Bei Aufziehern kommt ein ein kehlig-fauchender Klang hervor, der mich an alte Soul-Platten erinnert. Auch wenn die beiden Hi-Hats insgesamt die präsentesten Modelle innerhalb der Sets sind, empfinde ich die mittlere Lautstärkeentfaltung als ideal, besonders unter dem Mikrofon. Die 15“ Hi-Hat ist naturgemäß noch etwas tiefer, hat aber bei zupackendem Spiel nach oben hin noch ein wenig mehr dynamische Reserven.

Abschließend kommen hier noch zwei Soundfiles der vorkonfigurierten Sets, in zwei unterschiedlichen Dynamikstufen gespielt. 

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