Test
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01.03.2021

Istanbul Agop Signature Cymbal Set & Grand Cymbal Set Test

Beckensets

Den grünen Stempel aufgedrückt

Agop’s Signature Serie ist seit vielen Jahre eine Konstante im Programm der Istanbuler Traditionsschmiede, sie gilt als die letzte Produktentwicklung vor dem plötzlichen Tod von Agop Tomurcuk im Jahr 1996. Ohne Zweifel haben die eher trockenen und komplex klingenden Becken mit dem leicht exotischen Schimmer im Gesamtklang viele andere Hersteller inspiriert, nach und nach auf den Zug aufzuspringen. 

So soll zum ersten Prototyp des Sabian Jojo Mayer Fierce Rides ein Agop Traditional die Vorlage geliefert haben. Für die elektronischen Sounds, die Mayer im Hinterkopf hatte, wollte er aber ein Becken mit höheren Lautstärkereserven. Im Vergleich zu den heute angesagten trockenen Modellen besonders der nordamerikanischen Hersteller, wie Zildjian’s Special Dry Serie, ist anzumerken, dass die Agop Signatures insgesamt leichter, noch tiefer im Pitch und auch etwas verhaltener in der Gesamtlautstärke sind – ein Umstand der sie bei vielen (Studio-)Drummern und Produzenten sehr beliebt gemacht hat. Seit kurzem gibt es im Musikhaus Thomann zwei vorkonfigurierte Sets zum Vorzugspreis, die wir in diesem Test näher beleuchten. 

Details

Das Signature Grand Cymbal Set besteht aus den Modellen 15“ Hi-Hat, 17“ Crash, 19“ Crash und 22“ Ride. Beim Signature Cymbal Set ist alles ein bis zwei Nummern kleiner, es sind also die bekannten Standard-Beckengrößen enthalten, als da wären: eine 14“ Hi-Hat, zwei Crashes in 16“ und 18“ sowie ein 20“ Ridebecken. In den Soundfiles weiter unten im Test könnt ihr euch alle Modelle einzeln sowie in den Set-Konfigurationen anhören.

Im Lieferumfang enthalten ist außerdem eine gepolsterte Beckentasche für bis zu 22“ große Modelle. Die Tasche hat drei Innenunterteilungen und ein großes, ebenfalls gepolstertes Außenfach. Zum Transport können wahlweise die Griffe, der Umhängegurt oder die integrierte Rucksackfunktion genutzt werden. Auch der Reißverschluss macht einen soliden Eindruck.

Die Becken sind allesamt in der leichten Fraktion angesiedelt

Alle Modelle sind aus B20-Bronze gefertigt. Im Vergleich zu auf Hochglanz polierten Modellen, die einem im Beckendisplay vor dem Antesten entgegen schimmern, muss man sich bei den heutigen Testkandidaten um Fingerabdrücke keine Sorgen machen: Die Agop Signatures haben eine matte Oberfläche, nur das etwas ungleichmäßige Abdrehmuster auf den Oberflächen sorgt für leichten Glanz und verleiht den Becken - besonders in Kombination mit den grünen Logos - einen rauen und gleichzeitig optisch sehr interessanten Charme. Auch im Spielbetrieb zeigen sich die Becken nicht sonderlich empfänglich für Anschlagspuren von Drumsticks. 

Viel Blech für wenig Gewicht, so könnte man die beiden Sätze auf einen Punkt bringen. Besonders die beiden Ridebecken (2065 Gramm beim 22er und 1720 Gramm beim 20er) sind ungewöhnlich leicht und haben zudem sehr flache Profile. Die beiden Rides unterscheiden sich ansonsten konstruktiv vor allem durch die Glockenform. Sie fällt bei den Rides eher flach und breit aus, während sie bei den vier Crashes und den beiden Hi-Hats deutlich rundlicher gestaltet ist. 

Die gesamten Gewichtsangaben aller Becken findet ihr übrigens am Ende des Tests in den Spezifikationen. Die Signature Becken zeichnen sich neben der leichten Bauweise durch eine starke Hämmerung und die beidseitig ausgeführten Abdrehmuster aus. Dadurch unterscheiden sie sich von den bekannten Turk-Modellen, die woanders auch Extra Dry heißen. Auf den Oberflächen ist der Meißel hier und da etwas abgerutscht, auch sieht das Abdrehmuster alles andere als „maschinell“ aus. Keinerlei Beanstandungen gibt es bei den Außenkanten und Mittellöchern zu vermelden, alle Modelle sind zudem sauber austariert und liegen plan auf.

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