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Test
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24.10.2021

Heavyocity Symphonic Destruction Test

Software-Instrument

Kreativer Sturm auf den Orchestergraben: Akustisches XL-Format für die Kinoleinwand

Über Jahrhunderte hinweg hat sich das klassische Orchester durch verschiedene Stilepochen zu einem genialen Klangkörper westlicher Musikkultur entwickelt. Nun soll es digital zerstört werden? Die Kontakt-Library „Symphonic Destruction“ von Heavyocity steckt voller Zeitgeist und wer den Softwarehersteller aus New York City kennt, freut sich bereits auf ein neues spannendes Kapitel über „cineastisches Sounddesign der Superlative“.

Bislang haben fast alle Produkte von Heavyocity im Bonedo-Test die volle Punktzahl erreicht. Auch dieses Flaggschiff sollte rocken und sich als kongenialer Mitstreiter zum Schwesterprodukt von Heavyocity Damage 2 behaupten, das epische Percussion enthält.

 

Details

Symphonic Destruction: umfangreiche Kontakt-Library für hybrides Scoring

Keine Sorge, so destruktiv wie der Titel ist Symphonic Destruction gar nicht. Im Gegenteil, das Team von Heavyocity hat hierzu neuartige Orchestersounds entwickelt, die vor allem für Produzenten cineastischer Musik prädestiniert sind. Es geht um epische Klangszenarien, die viel Energie fürs hybride Orchestrieren haben. An der Basis befinden sich zwar akustische Instrumente, doch werden diese oft und kreativ in Ensembles verarbeitet – eine Melange aus Bio und Design. Ein solches Flaggschiff hat aber auch seinen Preis: Symphonic Destruction kostet regulär 449 US-Dollar (bis 1. November 2021 für 299 US-Dollar), als Besitzer von Damage 2 bekommt man einen Rabatt von 50 US-Dollar.

Symphonic Destruction benötigt NI Kontakt oder zumindest den Kontakt Player ab Version 6.6.1. Am besten installiert man das hybride Orchester mit der Software „Heavyocity Portal“ und gibt den Code noch in Native Access ein. Bis die Library in NI Kontakt erscheint, vergeht schon ein wenig Zeit, denn unkomprimiert beläuft sich der Content auf 26,71 GB bei über 11.800 Samples bzw. 450 unterschiedlichen Klangquellen (Streicher, Bläser, Percussion, Piano, etc.). Zur komfortableren Nutzung greift man auf ein 88er-Controller-Keyboard zurück und wegen der NKS-Unterstützung idealerweise auf ein NI Komplete Kontrol. Das Ganze funktioniert aber auch mit anderen und kleineren Tastaturen – wenn man sich etwa auf Oktavierungen einstellt oder Triggernoten im Editor seiner DAW eingibt. Natürlich sollte man einen halbwegs aktuellen und schnellen Rechner haben.

Vier Engines zur Wahl: Performerklänge sowie drei Designer (SD, Braam und Loop)

Insgesamt 11 NKIs mit rund 235 Presets (Snapshot) ermöglichen einen relativ schnellen und überschaubaren Kontakt mit dieser umfangreichen Bibliothek. Das NKI „SD Designer“ bietet Zugriff auf über 450 Klangquellen, die auf drei Bänke verteilt sind. Per „Cycle“ sind granulare und rhythmische Eingriffe möglich. Diese Sound-Design-Engine ist vielseitig und kombiniert auf dem Keyboard angenehm spielbare Sounds mit Groove-Elementen.

Wie der Name schon verrät, übernimmt das NKI „Loop Designer“ einen anderen Job: Es stellt über 200 Loops bereit, darunter 144 Motive und 72 Rhythmic Pedals. Erfreulicherweise gibt es triolische Varianten, ungewöhnliche Taktarten wie 7/8 oder 5/4 werden aber offenbar nicht forciert. Anders als beim SD Designer fehlt die Cycle-Page, dafür lassen sich einzelne Loops aber schnell editieren und layern.

Ein weiterer Spezialist ist der “Braam Designer“. Für Insider ist klar, worum es bei diesem NKI geht: Hans Zimmer machte den „Braam“-Sound mit seinem Soundtrack zum Film „Inception“ populär. Dahinter steckt eine imposant und dramatisch klingende Mischung aus Brass und Synth mit nachdrücklichem Effektdesign. Nicht weniger als 108 dieser einmaligen tonalen Hits sind bei Symphonic Destruction spielbereit.

Die vierte und letzte Abteilung nennt sich „Performers“. Das sind konventionelle Player-Sounds fürs traditionelle Arrangieren am Keyboard. Per Key Switches sind meist über 20 verschiedene Artikulation beziehungsweise Soundvariationen abrufbar. Unterteilt sind die Performers in acht NKIs: Traditional, Hybrid, Damaged, Soundscapes, Traditional Pedals, Hybrid Pedals, Damaged Pedals und Damaged Guitars.

Individuelles Sounddesign als Option

Man muss sich eigentlich nicht mit Presets zufrieden geben. Symphonic Destruction ist mit seinen zahlreichen Edit-Menüs ein ergiebiges Tool für das Design, insbesondere beim NKI „SD Designer“. Anhand des Snapshots „SD Init - All Macros Off“ kann man sogar komplett „from the scratch“ eigene Ideen verwirklichen. In puncto Editierung unterscheidet sich die Library nicht wesentlich von anderen Heavyocity-Produkten wie etwa von Damage 2 oder der Mosaic-Reihe.

Für organische Klangverläufe und für sogenannte „Evolving Sounds“ sieht Heavyocity ein ausgeklügeltes Macro-Control-System vor, das mit einem zentralen Knob bis zu sechs verschiedene Macro Slider gleichzeitig steuert. Für die zeitbasierte Kontrolle gibt es natürlich Hüllkurven und einen Gater für rhythmische Gater-Effekte. Das ergiebigste Tool für rhythmische Kreationen nennt sich jedoch „Cycle“. Es vereint Sequencer und Arpeggiator und verfügt über granulare Eigenschaften. Weil jeder Kanal über eigene Cycle-Einstellungen verfügt, lassen sich selbst ausgefallene polyrhythmische Muster erzeugen.

Ein Designinstrument verfügt über drei Audio-Kanäle mit jeweils unterschiedlicher Soundquelle, die man über den Browser auswählen kann. Alle Presets sind mix-ready, auf weitere externe FX-Plugins kann man eigentlich verzichten, denn intern stehen sieben Master-Effekte bereit. Selbstredend macht der „Punish“-Knob den Anfang, der jeden Sound per Kompression und Sättigung präsenter werden lässt. Für diesen Effekt wird Heavyocity geschätzt, es gibt ihn auch als eigenständiges FX-Plugin „Punish“. Daneben sind Twist, Filter, Distortion, Chorus sowie natürlich Delay und Reverb verfügbar. Alle Effekte lassen sich ausführlich programmieren.

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