Hersteller_Best_Service Software
Test
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06.12.2013

Praxis

Installation

Dank einer schnellen Internetverbindung habe ich mich für eine Installation per Downloadlink entschieden, den ich sofort nach der Produktregistrierung per Seriennummer bei meinem bereits existierenden Best Service Account erhalten habe. Zip-File entpacken und den Aufforderungen der grünhaarigen Dame folgen!

Direkt im Anschluss registriere ich die Studio One Seriennummer auf der Presonus-Homepage, um mir nach der Erstellung eines Accounts den Installer der aktuellen Version 2.6 herunterzuladen. Beide Installationen verliefen glatt und ohne besondere Vorkommnisse. Zeit für einen ersten simplen Soundcheck! 

Die Stimme

Halleluja, sie singt wirklich, man kann sie verstehen und das Timing ist auch ohne weitere Eingriffe sehr gut, wie man anhand der mitlaufenden Drum-Loop hört. Diesen ersten Test hat Hatsune bestanden, dass man aber schnell in Grenzbereiche der Sprachverständlichkeit gerät, zeigt das folgende Audiobeispiel sowie eine Vielzahl von Youtube-Videos, in denen anscheinend nicht ohne Grund der Text synchron eingeblendet wird.

Zum besseren Verständnis: 
bonedo is awesome
it fills my heart with joy
reviews in the morning
workshops in the evening
la - la ... bonedo
sha -na ... bonedo

Mmh, abgesehen davon, dass dies (hoffentlich!) nicht den Höhepunkt meines musikalischen und poetischen Schaffens darstellt, erinnert es irgendwie eher an ein Jamba-Tierchen mit partiell japanischem Akzent als an eine Sängerin aus Fleisch und Blut. Fairerweise muss ich sagen, dass sich die hohen Töne im roten Drehzahlbereich der Herstellerempfehlung bewegen, die tiefen „bonedos“ in der zweiten Hälfte klingen eindeutig besser. Mit etwas enthusiastischerem Feinschliff meinerseits wäre die Sprachverständlichkeit ggf. etwas besser geworden, aber eines wird dann doch klar: Gesang bzw. Demogesang im Mainstream-Pop wird die Vocaloid-Technologie mittelfristig wohl nicht ersetzen, dazu ist der „Trash-Faktor“ (Achtung! Dies ist KEINE negative Wertung!) zu hoch, doch des einen Leid ist vielleicht des andern Freud. Laut Hersteller wird die Verwendung in Dance-orientierten Musikstilen empfohlen, hierzu ein kleines Beispiel:

In diesem ebenfalls etwas überzeichneten Beispiel befinden sich bereits eine Handvoll weiterer Plugins auf dem Gesang. Meines Erachtens empfiehlt sich Hatsune Miku Dance-affinen Musikern als absolut interessante Alternative zu Vocodern. Derartige Gesangs-Sequenzen können, plakativ oder auch subtil eingesetzt, manch einer Produktion den letzten Schliff geben. An dieser Stelle muss erwähnt werden, dass eine Gesangsspur naturgemäß zunächst einmal monophon ist, allerdings lassen sich in Piapro Studio weitere Spuren bilden bzw. vorhandene Spuren duplizieren, wodurch im Handumdrehen durch Intervallverschiebungen eine Mehrstimmigkeit erzeugbar ist. Eine Angabe  bezüglich der maximalen Spurenanzahl konnte ich nicht finden, allerdings ließ sich die, meiner Ansicht nach, praxisgerechte Obergrenze von acht gleichzeitigen Gesangsspuren absolut problemlos auf meinem MacBook Pro (2.66GHz Intel Core i7, OS X 10.8.5, 4GB RAM) realisieren. Dennoch empfiehlt es sich, wie auch z.B. bei der Arbeit mit Melodyne, das Ergebnis mittelfristig zu bouncen oder bei komplexen Piapro Studio-Anwendungen in einem „abgespeckten“ bzw. Stem-basierten Host-Arrangement zu arbeiten, damit es besser „flutscht“.

Handling/Ergonomie

Noten und auch Regions in Piapro Studio lassen sich so bearbeiten, wie man es von eigentlich allen DAW-Programmen gewohnt ist. Schneiden, Verschieben, Stummschalten, Kopieren, Anpassung der Start- und Endpunkte, etc. ist entweder über Werkzeuge oder allgemein etablierte Tastenkombinationen plus Mausklick zu bewerkstelligen. Des Weiteren gibt es diverse Tastaturkommandos. Wie das nachfolgende Video zeigt, erfolgt die Noteneingabe per Stift-Werkzeug oder Import einer MIDI-Datei. Ein direktes MIDI-Recording wäre vielleicht etwas komfortabler, dennoch empfinde ich dies als befriedigende Lösung. Die Texteingabe erfolgt ganz simpel über einen Doppelklick in die Note(n). Durch ein Leerzeichen wird das nächste Wort oder die nächste Silbe automatisch der folgenden Note zugeordnet, sofern mehrere Noten selektiert wurden. Easy! 

Aufgrund phonetischer Doppeldeutigkeiten (Beispiel: do / go ; das „o“ wird unterschiedlich ausgesprochen) gibt es im Manual eine Anleitung für die Eingabe der Lautschrift. Mit einem virtuellen Reimlexikon im Kopf findet sich allerdings meist schnell eine Schreibweise, die zum gewünschten Ergebnis führt. Die folgende Abbildung zeigt die erforderliche Schreibweise des Wortes „bonedo“, andernfalls würde es sich eher wie „Bonidu“ anhören.

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