Test
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11.10.2017

Praxis

Die Kahuna Bass-Ukulele aus dem Hause Harley Benton wurde im Unterschied zu vielen anderen Bass-Ukulelen mit zwei Gurtpins ausgestattet. Der hintere sitzt mittig in der Zarge und der vordere wurde seitlich in den Halsfuß geschraubt. Am Gurt pendelt sich der kleine Bass dann auch erwartungsgemäß in einer komfortablen Spielposition ein; der etwas größere Korpus verleiht dem Bass ausreichend Stabilität, sodass er nicht ständig in die richtige Position gerückt werden muss.

Noch entspannter spielt sich die Harley Benton Bass Ukulele allerdings im Sitzen in der klassischen Gitarrenhaltung, bei der das Instrument auf dem linken Oberschenkel "parkt". Sowohl die Position der Greifhand als auch die der Anschlagshand sind hier am natürlichsten.

Weitere Besonderheiten bei der Handhabung von Bass-Ukelen sind die kurze Mensur und die speziellen Kunststoffsaiten. Die Saiten fühlen sich anfangs durch die geringe Saitenspannung sehr schlabberig an und die Bundabstände werden in den höheren Lagen logischerweise schon recht eng. Meiner Erfahrung nach gewöhnt man sich aber schnell an die speziellen Dimensionen der Ukulele, und der Anschlag der rechten Hand passt sich nach einiger Zeit an die gummiartige Haptik der Aquila-Saiten an.

In der Ergonomie und beim Spielkomfort unterscheidet sich die günstige Harley Benton also nicht so sehr von den kostspieligeren Modellen, aber wie sieht es beim Thema Sound aus? Wir hören uns dazu ein paar Audiobeispiele an, für die ich den Testkandidaten direkt mit meinen Audio-Interface verbunden habe. Es kommen keinerlei zusätzliche Hilfsmittel (EQs, Preamps ...) zum Einsatz.

Wow, ich bin durchaus positiv überrascht vom tollen Grundklang der Budget-Bass-Ukulele! Auch wenn die Tondefinition des Kahuna-Basses nicht ganz so gut ist wie bei einigen der kostspieligeren Konkurrenten, so eignet sich der voluminöse runde Sound doch hervorragend für Begleitarbeit und fette Grooves. Mit der Harley Benton Bass-Ukulele kann man ohne weiteres eine kleine moderat spielende Band stützen!

Wer sich etwas mehr Transparenz im Sound wünscht, kann dem Kahuna mit einem Höhenboost am Onboard-Preamp auf die Sprünge helfen. Der Equalizer packt wirklich gut zu, sodass der Sound bei richtig starken Anhebungen sogar schon etwas zu grell und leicht "pappig" wirken kann - hier sollte man daher stets auf die richtige Dosis achten!

Für einen eher akustischen, kontrabassähnlichen Sound und jazzartigere Klänge empfiehlt sich eine deutliche Höhenabsenkung. Dementsprechend habe ich den Treble-Regler im nächsten Clip komplett zugedreht. Wenn man die Saiten dann noch weiter in Richtung des Halses anschlägt, liefert mein Testkandidat einen wunderschönen Walking-Bass-Sound.

Bass-Ukulelen werden bekanntlich gerne für fette Latin- oder Reggae-Grooves eingesetzt. Mit einem ordentlichen Bass-Boost macht mein Testobjekt auch hier ein gute Figur. Aber Vorsicht, auch der Bass-Equalizer packt heftig zu und kann den Sound bei starken Anhebungen durchaus leicht aus der Spur bringen!

Mir gefällt der Onboard-Preamp insgesamt sehr gut - die Harley Benton Kahuna Bass-Ukulele macht am Verstärker mit ihrem erwachsenen und vollen Sound wirklich eine Menge Spaß! Akustisch gespielt reicht die Lautstärke locker für lässiges Grooven auf der Wohnzimmer-Couch. Für mehr allerdings auch nicht - aber wie auch angesichts eines derart kleinen Bodies und einer solch kurzen Mensur?

Ein willkommenes Feature ist natürlich das integrierte Stimmgerät, denn die neuen Kunststoffsaiten verlieren sehr schnell die Stimmung - Bass-Ukulelen-Fans können ein Lied davon singen! Wenn die Saiten eine zeitlang gedehnt waren, wird dieses Phänomen jedoch besser und man muss mit der Zeit weniger häufig nachstimmen. Der integrierte chromatische Tuner des Preamps erkennt die Töne auf jeden Fall zuverlässig und arbeitet präzise, sodass die Ukulele immer schnell wieder spielbereit gemacht werden kann.

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