Test
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28.10.2011

PRAXIS

Die Snaredrum gibt den Ton an. Und zwar nicht nur durch die bloße Lautheit, die so ein Ding bei entsprechender Spielweise erreichen kann, sondern vielmehr durch den Klangcharakter. Der Snare-Sound von James Brown's Sexmachine hat bei AC/DC nichts verloren – und umgekehrt. Aber was ist, wenn ich heute funky sein, und morgen Rockgrooves zum Besten geben will? Um es gleich vorwegzunehmen: Mit den beiden Gretsch-Snares geht das eine gut und das andere sogar sehr gut. Im Prinzip kann mit diesen Trommeln jede Stilrichtung gespielt werden.

Sie klingen trotz des tiefen Kessels auch in hoher Funky-Stimmung schön knackig, der Teppich spricht dabei direkt und trocken an. Die wahren Stärken liegen aber im mittleren und tiefen Stimmbereich: Hier spielen beide ihre hölzernen Eigenschaften und die voluminösen Kessel voll aus und bringen ordentlich „Pfund“ in den Sound.

In diesen Soundfiles wird der Unterschied zwischen den beiden Hoops bereits deutlich, achtet mal darauf! Dieser wirkt dadurch voluminöser, die Woodhoops halten die Obertöne in Grenzen, was den Klang wärmer erscheinen lässt. Aber was ist nun mit dem kleinen Unterschied zwischen den beiden Rims? Er ist tatsächlich hörbar – bei Rimshot-Schlägen kommt er besonders deutlich heraus! Der Spannreifen mit eingearbeitetem Stahlring ruft mehr Attack und Obertöne auf den Plan und gibt dem Klang schlicht eine leicht „metallische“ Note. Der ausschließlich aus Holz bestehende Hoop bietet entsprechend entschärfte Obertöne und einen sanfteren Attack. Übrigens: Wirklich “laut” sind beide Snares nicht!

Beide Varianten haben Ihren Reiz und ich fühle mich an dieser Stelle genötigt, eine Sparfuchsempfehlung abzugeben. Wer auf diese Snaredrums abfährt sollte sich unbedingt einen zweiten Hoop in der jeweilig anderen Ausführung dazu ordern. Günstiger als zwei komplette Snaredrums zu kaufen ist das allemal. Aber weiter im Text und zwar mit der besonderen Abhebung. Die Teppichansprache ist in allen Stimmungen sehr gut, von trockenen Ghostnotes bis hin zu einem rascheligen rockigen Sound ist dank der tollen Mechanik und des hochwertigen Teppichs alles mühelos und schnell eingestellt. Überhaupt macht es einfach Spass, an diesen Snaredrums herumzuspielen. Egal ob beim Stimmen oder eben „Drop-Style“, man kommt immer schnell zu einem Ergebnis, das sich hören lässt.

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