Test
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30.11.2015

Praxis

Gemini CDM-4000 verfügt über eine sehr übersichtliche Anordnung der Bedienelemente.  Die Steuerung der Player via Play/Pause/Cue-Tastenkombination funktioniert erwartungsgemäß reibungslos. Die Track-Search-Tasten navigieren komfortabel in Einser- oder Zehnerschritten durch die Tracklisten. Ein Highlight des CDM-4000 sind definitiv die hochwertigen, berührungsempfindlichen und erfreulich direkt agierenden Jogwheels. Ob Pitch-Bending oder framegenaues „Scannen“ der Songs: Es geht einem leicht von der Hand. Beim Scratching ist zwar eine gewisse Latenz bemerkbar, doch funktioniert die Vinyl-Emulation für ein Gerät dieser Preisklasse erstaunlich gut. Der Gelegenheits-Scratcher dürfte damit hochzufrieden sein. Sehr praktisch finde ich, dass man die Jogwheel-Gummiränder auch im Scratch-Mode für Pitch-Bends verwenden kann, ohne umschalten zu müssen.

Mit großzügigen 65 Millimetern Arbeitsweg, einer rastenden Nullstellung und Reset-Tasten ausgerüstet, unterstützen die Pitchfader einen reibungslosen Mix-Workflow. Eine Master-Tempo-Funktion ist jedoch nicht an Bord. Mit der Loop-Sektion lassen sich mit ein wenig Übung und Fingerspitzengefühl trotz fehlender Quantisierung saubere manuelle Schleifen erzeugen. Auch die Reloop-Taste zum Zurückspringen in zuvor erzeugte Schleifen und zum Triggern derselben funktioniert klasse. 

Mixing und Metering

Sämtliche Fader am CDM-4000 haben einen Arbeitsweg von 45 Millimetern und sind angenehm leichtgängig. Die Schnellwechselvorrichtung des Crossfaders gefällt, denn sie ermöglicht einen Austausch ohne Öffnen des Chassis. Auch die Arbeitskurven der Fader sind perfekt gewählt, denn mit ihnen lassen sich sowohl butterweiche Übergänge als auch einfachere Scratches performen. Allerdings sind die Fadercurves nicht veränderbar und die Arbeitsrichtungen der Flachbahnregler lassen sich nicht umkehren. Das darf man bei einem Gerät dieser Preisklasse auch nicht erwarten. Nicht unerwähnt lassen möchte ich die Fader-Start-Option, die den entsprechenden Player automatisch in Gang setzt, sobald sich der Crossfader in Richtung Mitte bewegt. Mit dem mittengerasterten Zweiband-EQ nehme ich klangliche Korrekturen vor. Eine Full-Kill-Funktion ist zwar nicht zugegen, doch eignen sie sich hervorragend zur klanglichen Anpassung der Signale und arbeiten erfreulich übersteuerungsfest. Das Pegelmeter hat eine Länge von 2 x 40 Millimetern und zeigt den Master-Output an. Die LEDs sind leider mit diffusen Blenden versehen, was die Anzeige verschwommen und damit ziemlich ungenau erscheinen lässt. 

Die Mikrofonsektion ist lediglich mit einem Volume-Drehregler ausgerüstet. On/Off-Schalter, Klangregelung, Talkover? Fehlanzeige. Dafür klingt es aber ordentlich. Auch in der Cue-Sektion herrscht eher Minimalismus, da es lediglich es einen Regler zur Justierung der Kopfhörerlautstärke und den Dreifach-Umschalter „Cue-Select“ gibt, mit dem Kanal 1, Kanal 2 oder Mix als Klangquellen ausgewählt werden können. Leider ist dieser für meinen Geschmack etwas zu klein und fummelig geraten. Außerdem gibt es für den etwas höhenlastigen, spitzen Sound des Kopfhörerausgangs leichte Punktabzüge.

Klang

Das Ausgabesignal des Gemini CDM-4000 ist wohltuend rauscharm, klingt recht harmonisch und bleibt auch bei höheren Pegeln erfreulich verzerrungsarm. Die Höhen präsentieren sich angenehm klar und der Mittenbereich kommt erfreulich präsent rüber. Leider fehlt es dem Bass etwas an Transparenz, doch in Anbetracht der Preisklasse möchte ich dies nicht ernsthaft beanstanden. Es folgen Hörbeispiele.

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