Gitarre Hersteller_Friedmann
Test
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02.11.2016

Friedman BE-OD Test

Overdrive/Distortion-Pedal

Königs-Zerre

Friedman Amplification hat in kurzer Zeit den Status eines Geheimtipps für Röhrenamps verlassen und mit dem BE-100 Brown Eye, einem handverdrahteten Vollröhren-Topteil im Boutique-Umfeld, einen schon fast legendären Amp geschaffen. Wie viele andere Amp-Hersteller versucht auch Friedman, den Sound seines Boliden in ein Bodenpedal zu pressen. Der BE-OD Overdrive/Distortion wird in USA zusammengeschraubt und soll den sahnigen Sound des BE-100 auf Knopfdruck generieren.

Sollte unser Kandidat dazu in der Lage sein, wären auch die 229 Euro, die für ihn aufgerufen werden, durchaus akzeptabel. Wir haben das BE-OD Pedal näher in Augenschein genommen und ihm auch unser kritisches Ohr geliehen.

Details

Gehäuse/Optik

Der BE-OD kommt im stabilen, schwarz lackierten Metallgehäuse in Standardgröße (72 x 120 x 59 mm), vergleichbar mit den üblichen MXR-Pedalen.

Auf der Oberseite stehen sechs zweireihig angeordnete Regler zum Einstellen des Zerrsounds bereit. Zusätzlich wartet im Inneren des Pedals ein kleines Trimmpoti darauf, die Grundeinstellung des Zerrgrades nuanciert zu verändern. Ab Werk ist dieses Poti auf 12 Uhr eingestellt, es steht also genügend Spielraum in beide Richtungen zur Verfügung. Nach Abschrauben des Deckels kann es mit einem kleinen Schraubenzieher bedient werden. Die Oberseite wartet wie gewohnt mit einem Fußschalter und einer dazugehörigen Status-LED auf. Dave Friedman hat dem Pedal eine True-Bypass-Schaltung spendiert, das Eingangs-Signal wird also direkt an den Ausgang geleitet, wenn das Pedal nicht aktiviert ist.

Der BE-OD lässt sich flexibel mit Spannungen zwischen 9 und 18 Volt versorgen, ein Batteriebetrieb ist allerdings nicht möglich. Da mittlerweile die meisten Gitarristen ihre Bodentreter im Board mit einer Mehrfach-Stromversorgung speisen, ist das in meinen Augen nicht so dramatisch. Die Anschlüsse sind standardmäßig an beiden Seiten geparkt, links der Output, rechts der Input und das Pedal macht einen robusten, roadtauglichen Eindruck. Auf der Website wird damit geworben, dass der BE-OD zwar Made in USA ist, aber Premium-Komponenten aus aller Welt enthält. Daher liegt das Pedal auch preislich in einem recht normalen Bereich für ein Boutique-Produkt.

Bedienung

Zum Einstellen stehen in der oberen Reihe eine Klangregelung, bestehend aus Bass, Treble und Presence zur Verfügung. Der Presence-Regler verleiht den ganz hohen Frequenzen zusätzlichen Glanz. Die zweite Reihe kommt mit Gain, Volume und Tight, letzterer sorgt für Klarheit im Bassbereich. Je weiter er aufgedreht wird, desto straffer kommen die Töne der tiefen Saiten aus den Speakern. So viel zur Theorie, die Praxis ruft!

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