Gitarre Hersteller_FGN
Test
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09.09.2020

FGN J-Standard Iliad Dark Evolution OPB Test

E-Gitarre

Drucksache

Die FGN J-Standard Iliad Dark Evolution der japanischen Gitarrenmarke wurde an die Anforderungen moderner Rock- und Metal-Gitarristen angepasst. Ihr Heimathafen ist das Fujigen Werk in Matsumoto, das sie in einem Gigbag verlässt, in dem sich jeweils ein Werkzeug zum Einstellen des Halsspannstabs und der Brücke befindet. Dazu der Hinweis, dass die Gitarre ab Werk in Drop C gestimmt wurde.
Im klassischen T-Design kommt unsere Testkandidatin standesgemäß mit einer verlängerten Mensur, dazu Fishman-Pickups und weitere Features, die ich mir im Folgenden etwas genauer anschauen möchte. Unser Testmodell trägt den Namenszusatz OPB, ausgeschrieben Open Pore Black, ein Finish, in dem sie auch als Siebensaiter erhältlich ist sowie in Weiß.

Details

Korpus

Der Korpus besteht aus Esche und besitzt, wie gesagt, eine offenporige Oberfläche, die schwarz eingefärbt ist. Die Maserung des Holzes lässt sich deutlich ertasten, was für eine natürliche Haptik sorgt und, ganz nebenbei erwähnt, für meinen Geschmack auch ziemlich ansprechend aussieht.
Das einlagige weiße Binding auf der Oberseite unterstreicht auch aus der Entfernung die Kontur des Single-Cut-Korpusdesigns und beschert der Gitarre eine edle Optik, und wie beim Original von Fender besitzt auch hier die Oberseite keine Armauflage. Stattdessen wurde die Rückseite mit einem Belly Cut (auch bekannt als Rippenspoiler) versehen, was für ein komfortableres Spielgefühl sorgt. Auf der Oberseite ist ein schwarzes Schlagbrett verschraubt, das optisch mit dem Korpus verschmilzt und aus der Entfernung gar nicht mehr auszumachen ist.

Die Pickups stammen aus dem Hause Fishman - aktive Fluence Modern Tonwandler, von denen der Hals-Pickup direkt in das Schlagbrett geschraubt ist. Dieser besitzt einen Alnico 5 Magneten, der in einem schwarzen Rähmchen befestigte Doppelspuler am Steg einen aus Keramik. Die beiden bieten mithilfe des Push/Pull-Tonpotis das Anwählen eines weiteren Voicings, und Fishman beschreibt die Klangausbeute folgendermaßen:

Hals-Pickup:

  • Voice 1: modern active high output
  • Voice 2: crisp, clean and fluid

Steg-Pickup:

  • Voice 1: modern active high output
  • Voice 2: modern passive attack

Auch darf ein Volume-Regler nicht fehlen, der hier ergonomisch perfekt positioniert ist, um ihn beim Spiel mit dem kleinen Finger bedienen zu können. Er besitzt, wie das Tone-Poti, einen griffigen Metallknopf und lässt sich butterweich regeln. Zum Umschalten der Pickups steht ein Dreiwegschalter zwischen den beiden Reglern bereit.

Der aufgezogene Nickel Wound 011- 052 Saitensatz wird rückseitig durch den Korpus gefädelt und taucht auf der Vorderseite in der FGN FB-S05 Brücke wieder auf. Die Reiterchen lassen ein individuelles Einstellen zu, benötigt wird dafür der mitgelieferte Inbusschlüssel und ein kleiner Kreuzschlitz-Schraubenzieher.
Die beiden Gurtpins befinden sich an den gewohnten Positionen, sind aber leider nicht zum Schutz der Oberfläche unterlegt. Die Ausgangsbuchse wartet in der unteren Zarge auf ein Klinkenkabel.
Die Rückseite beheimatet am unteren Ende einen Schnellverschluss, der den von den Tonabnehmer benötigen 9-Volt-Block festhält, außerdem sechs schwarze Metallhülsen, durch die die Saiten gefädelt werden. Der Übergang zum Hals wurde entsprechend geformt, um die obersten Lagen komfortabler bespielen zu können.

Hals

Auf den mit vier Schrauben am Korpus fixierten Ahornhals mit Satin Finish wurde ein Griffbrett aus Granadillo geleimt, ein exotisches Holz, das durch seine Streifenmaserung auffällt und mittlerweile gerne als Alternative für Palisander oder Ebenholz verwendet wird. Es besitzt einen sogenannten Compound-Radius von 250 - 350 mm, was für eine möglichst flache Saitenlage über das gesamte Griffbrett sorgt.

Für die Bundierung hat sich FGN etwas ganz besonderes einfallen lassen, denn die 24 vorbildlich eingesetzten und polierten Jumbo-Frets wurden mit dem vom Hersteller patentierten Circle Fretting System (C.F.S.) eingelassen. Die folgende Grafik verdeutlicht das Verfahren:

Somit laufen alle Saiten im gleichen Winkel über die Bünde, was für eine verbesserte Intonation und mehr Sustain sorgen soll. Auch das werde ich im Praxisteil näher untersuchen. FGN erwähnt zudem, dass eine Neubundierung mit normalen Bundstäbchen keinerlei Probleme bereiten soll.
Weiße Punkteinlagen im Griffbrett und an der Halskante sorgen für ein vereinfachtes Manövrieren, was sehr hilfreich ist, zumal die Mensur der Iliad mit 664 mm ( 26,14") etwas länger ausfällt als beispielsweise die einer Strat und eventuell eine gewisse Eingewöhnung erfordert.

Die Drähte werden über einen weißen, 43 mm breiten Sattel spielfrei und schnurgerade in Richtung der Gotoh SG 381-07 Magnum Locking Mechaniken geführt, die in einer Reihe an der abgesetzten Kopfplatte angebracht sind und verschieden lange Schäfte besitzen. Ein String-Tree drückt die h- und e-Saite zudem auf das Niveau der jeweiligen Tuner, was für weniger Reibung und somit geringere Verstimmungen sorgt.
Ab Werk wird die Gitarre in Drop C ausgeliefert, die Saiten werden also beginnend mit der tiefsten Saite wie folgt gestimmt: C - G - c - f - a - d

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