Gitarre Hersteller_ESP
Test
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08.01.2019

Praxis

Schon trocken angespielt zeigt sich die MH-1000 schwingungsfreudig und quittiert jeden Anschlag mit einem lang anhaltenden und gleichmäßig ausklingenden Ton. Die Bespielbarkeit ist dank der sehr guten Werkseinstellung sehr gut und ermöglicht sämtliche Spieltechniken. Wie bereits erwähnt, tendiert das Halsprofil für meinen Geschmack eher in Richtung D anstelle des angegebenen U. Am Gurt wie auch im Sitzen pendelt sich die Gitarre ohne nachträgliches Zurechtrücken in der Waagerechten ein.

Obwohl sich die Gitarre aufgrund der Pickup-Bestückung vermutlich am zerrenden Amp am wohlsten fühlt, dürfen einige cleane Beispiele natürlich nicht fehlen.

Dazu schließe ich sie an meinen Marshall JM 410 und nehme die mit Vintage 30 Speakern bestückte 2x12" Box mit einem SM 57 ab, wobei ich alle aufgenommenen Audiofiles natürlich nicht weiter bearbeitet habe.

Los geht es im cleanen Kanal, wobei ich alle drei Schalterpositionen anspiele, beginnend mit dem Hals-Humbucker.

Wie erwartet, zeigt sich die Gitarre hier nicht unbedingt als Feingeist. Kein Wunder, denn die aktiven Pickups pusten die Vorstufe des Amps ordentlich an, was dieser mit einem bauchigen, dicken Ton quittiert. Dazu kommen die eher steril klingende Attacks. Mit einem vorgeschalteten EQ lassen sich aber sicherlich gute Resultate für die cleane Passage zwischendurch erzielen.

Weiter geht es mit dem Crunch-Kanal des Marshalls. Auch hier spiele ich wieder alle drei Positionen an, beginnend mit dem Hals-Pickup.

Hier fühlt sich die LTD deutlich wohler und liefert einen spritzigen, attackreichen Crunch-Sound in allen drei Positionen, der schon erahnen lässt, was in der Heavy-Abteilung zu erwarten ist.

Womit wir auch schon im nächsten Kanal des Amps angelangt wären. Hier ist High-Gain-angesagt, und das ebenfalls in allen drei Pickup-Schaltmöglichkeiten.

Dass der Steghumbucker hier die Nase vorn hat, dürfte wohl niemanden überraschen. Der liefert einen fetten, fleischigen, dabei aber akzentuierten Sound, der scheinbar ewig trägt und sich ausgesprochen breitbeinig positioniert. Die Attacks sind deutlich vernehmbar, was diesem High-Gain-Sound natürlich sehr zuträglich ist. Aber auch Hals-und Mittelposition können durchaus gefallen, da sie natürlich ein anderes Klanggewand anbieten.

Abschließend spiele ich ein kleines Lead-File, das ich erst mit dem Hals-Pickup, dann mit dem Kollegen am Steg einspiele.

Die Gitarre läuft hier zur Höchstform auf, denn gepaart mit viel Gain und einer sehr guten Bespielbarkeit bietet sie damit die Grundvorraussetzungen, auch im Leadkanal zu gefallen. Und tatsächlich gibt es auch rein gar nichts zu bemängeln. Die MH-1000 ET zeigt sich in Sachen Heavy-Leadsound von ihrer besten Seite und liefert den gewünschten dicken, durchsetzungsfähigen Sound, den man von einer solchen Gitarre erwartet.

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