Bass Hersteller_Dean
Test
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30.11.2015

Dean Edge Pro 5 Tiger Eye Test

Fünfsaitiger E-Bass

Lupenreiner Edelbass zum Schnäppchenpreis

Der amerikanische Gitarrenhersteller Dean Guitars wurde 1977 vom damals gerade erst 20 Jahre alten Dean Zelinsky in Chicago gegründet und kann mittlerweile auf eine fast 40jährige erfolgreiche Firmengeschichte zurückblicken. Zelinsky ist allerdings schon lange nicht mehr der Kopf der Traditionsfirma, denn 1997 wurde der Markenname vom amerikanischen Großhändler "Armadillo Enterprises" übernommen, dessen Chef Elliott Rubinson seither die Geschicke von Dean Guitars leitet. Rubinson beschränkt sich allerdings nicht auf seine Tätigkeit als Konzernchef, sondern bereist in der verbleibenden Zeit den Globus als Tourbassist von Rock'n'Roll-Größen wie Michael Schenker oder Michael Angelo Batio. Man kann also davon ausgehen, dass er ein besonders aufmerksames Auge auf die Bass-Serien von Dean Guitars hat und seine umfangreiche Erfahrung als ausübender Tieftöner in die Konzeption des ein oder anderen Modells einfließen lässt.

Wir haben uns für diesen bondeo-Test den Edge Pro 5, einen modernen Allround-Bass mit extra langer 35"-Mensur, aktiver Dreiband-Elektronik, EMG-Tonabnehmern und einer schicken Edelholzdecke aus dem Dean-Portfolio ausgesucht.

Details

Preislich ist der in Korea gefertigte Edge Pro im unteren Segment angesiedelt und besitzt - wie viele andere Instrumente aus dem Budget-Bereich auch, Korpusflügel aus Lindenholz. Aus klanglicher Sicht muss diese Wahl allerdings kein Nachteil sein, denn das relative weiche und dichte Holz liefert mittige Frequenzanteile, die für die Durchsetzungskraft eines Basssounds enorm wichtig sind. Der Korpus des Edge Pro hat mit seiner asymmetrischen Form eine gewisse Ähnlichkeit mit dem klassischen Jazz Bass, die Shapings an den Kanten sind allerdings wesentlich weicher und das untere Korpushorn wurde sehr weit ausgeschnitten, damit auch der 24. Bund mühelos zu erreichen ist. Für den amtlichen Edelbass-Look des Dean-Fünfsaiters sorgt eine attraktiv gemaserte geflammte Ahorn-Decke, die sowohl auf die Vorderseite als auch auf die Rückseite des Korpus geleimt und abschließend mit einem klassischen Hochglanz-Burst-Finish versehen wurde.

Dean hat sich beim Edge Pro für einen durchgehenden Hals entschieden und verarbeitet dafür mehrere Streifen aus Ahorn und Walnuss zu einer steifen und sustainstarken Konstruktion. Als Griffbrettmaterial kommt bewährtes Palisander zum Einsatz, darin sitzen 24 breite und an den Enden abgerundete Bünde, und ein elegantes "Dean Bassclef"-Inlay auf Höhe des 12. Bundes. Der Hals endet schließlich in einer leicht abgewinkelten Kopfplatte, die das Firmenlogo und den Zugang zum Halsspannstab beherbergt. Sowohl die Kopfplatte als auch der Halsrücken wurden mit einem dicken schwarzen Hochglanzlack versehen; die Lackierung sorgt sicherlich für einen einheitlichen und eleganten Look des Dean-Basses, auf dem Halsrücken bevorzugen viele Bassisten allerdings ein eher dezentes Finish mit seidiger Haptik. Letztendlich ist das aber natürlich reine Geschmacksache!

Ungeahnt wichtig für den Sound eines Basses ist hingegen nicht zuletzt die Qualität der Hardware. Viele Hersteller von günstigen Instrumenten sehen in diesem Bereich leider oft nur das große Sparpotential. Dean macht diesen Fehler nicht und verbaut - angefangen beim soliden Sattel aus Messing bis hin zur aktiven Dreiband-Elektronik - ausschließlich Komponenten von vernünftiger Qualität, die teilweise von renommierten Herstellern bezogen werden. Die fünf gekapselten Stimmmechaniken kommen beispielsweise von Grover und verrichten ihren Dienst ausgesprochen präzise und leichtgängig. Am Korpusende werden die Saitenenden von fünf Einzelstegen aufgenommen, die komfortabel für die Intonation und die bevorzugte Saitenlage justiert werden können.

Auch in Sachen Tonübertragung überlässt Dean nichts dem Zufall und verbaute in meinem Testkandidaten zwei Soapbar-Tonabnehmer von EMG, die für ihren sauberen und transparenten Sound bekannt sind. Ergänzt wird die Austattung schließlich mit einer aktiven Elektronik, die zur Steuerung große Dome-Regler für die Gesamtlaustärke, das Tonabnehmerverhältnis und die drei EQ-Bänder Bässe, Mitten und Höhen bietet. Gespeist wird der Preamp von einer 9-Volt-Batterie, die in einem gesonderten Fach mit Klappdeckel auf der Rückseite des Basses sitzt.

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