Test
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14.05.2019

Praxis

Ab ins Rack

Mit dem 19-Zoll-Format passen die Player genau ins Rack und sind mit 1HE sehr schlanke Vertreter. Platzsparend ist eigentlich immer eine gute Eigenschaft! Dass der Powerschalter an der Vorderseite sitzt, gefällt mir auch, bei Rack-Geräten ist das nicht unbedingt eine Selbstverständlichkeit. Wenn die Stromkabel fest in der Buchse sitzen und die ganzen Gummiknöpfe beim Betrieb leuchten, sehen die Media-Spieler richtig schick aus.

Verkabelt

Was diese Modelle von den meisten handelsüblichen Hi-Fi-Playern unterscheidet, sind die gleich mehrfach vorhandenen Ausgänge. Zu Hause im Wohnzimmer sind diese nicht wirklich von Bedeutung und eher irritierend. In anderen Situationen ergeben sich allerdings Vorteile. In einer Gaststätte können der DAP Audio MPR-200BT und der TCD-100BT beispielsweise mehrere Räume mit Musik aus unterschiedlichen Quellen versorgen. Mit einem Zonenmischer – auch geläufig als Installationsmixer – lässt sich das ganz einfach realisieren. Praktisch, dass DAP Audio da gleich selber eine ganze Reihe im Angebot haben (IMIX-7.3 , Compact 6.2, Compact 9.2).

Ein anderes Szenario ist der Anschluss an einen Standard-DJ-Mixer, die einzelnen Ausgänge werden einfach auf die verschiedenen Kanäle gelegt. Ein bisschen Musik über Bluetooth spielen und anschließend auf CD oder Radio überblenden, ist dann eine Option. Beim MPR-200BT kann aber auch ein einzelner Ausgang genutzt werden, dann muss manuell zwischen den Signalquellen gewechselt werden. Das gemeinsame Abspielen derer ist über den „Priority“-Ausgang nicht möglich.

Der Recording-Eingang des MPR-200BT dient zum Einschleifen von externen Quellen, diese kann man aber nicht hören – auch wenn der Eingang auf Aux geschaltet ist. Anscheinend ist dieser wirklich nur für die Aufnahme vorgesehen, und das ohne die Möglichkeit, das eingehende Signal dabei abzuhören. Schade.

Player für CD und Audiodateien von USB-, SD- und CD-Datenträgern

Audio-CDs spielen die Player anstandslos. In Bezug auf Dateien sind die beiden schon ein bisschen anspruchsvoller und beschränken sich auf MP3s und WAVs, die in 16 oder 24 Bit Auflösung sein dürfen. Ist für mich akzeptabel, da ich in 99 Prozent der Fälle nur mit solchen Files arbeite. Trotzdem sollte man aber bei einem Mediaplayer etwas mehr Kompatibilität erwarten. Es müssen ja nicht gleich Exoten wie Ogg sein, aber AIFF hätte schon dabei sein dürfen. Die MP3s/WAVs können auf USB-Sticks oder SD-Karten mit bis zu 32GB Kapazität und FAT32 Formatierung gespeichert sein oder auf einer CDR gebrannt – DVDs lesen die Laufwerke nicht. Klanglich gibt es hier nichts zu bemängeln, egal ob Dateien oder eine Audio-CD die Soundquelle sind. In der Anleitung steht etwas von einem Antischockpuffer und in der Tat lässt sich die CD-Wiedergabe nicht aus der Ruhe bringen, wenn ich beim Abspielen an den Geräten schüttele.

Mit der Fernbedienung ändert man die Abspielmodi. Diese sind:

Intro Play – Spielt die ersten 10 Sekunden

Play All – Spielt alles in der normalen Reihenfolge

Repeat Track – Wiederholt einen einzelnen Track

Repeat All – Wiederholt den gesamten Inhalt

Repeat Folder – Wiederholt den Inhalt eines Ordners

Random Play – Zufällige Wiedergabe

Außerdem ist das „Program Play“ mit der Fernbedienung realisierbar. Ein Druck auf den „Prog“-Button speichert ausgewählte Tracks in einer Sequenz aus bis zu 64 Titeln, die dann auf Wunsch abgespielt werden. Mit der Taste „A-B“ können Nutzer auch Loops erzeugen. Der erste Tastendruck bestimmt den Startpunkt, der zweite den Endpunkt und beim dritten Mal hört der Loop wieder auf zu spielen. Die Loops haben die gleiche Qualität, wie das vielleicht noch der eine oder andere von den klassischen CD-Playern kennt: Die „Schleife“ ist nicht nahtlos und von einer deutlichen Pause unterbrochen.

Ein Bonus ist der Push-Encoder, mit dem das Tempo bis zu +/- 10 verändert wird. Da das de facto nur in diesen 10 Stufen geschieht und nicht fließend, ist „seriöses“ Anpassen des Tempos an einen anderen Beat nicht möglich. Macht aber nix, wer so etwas tun will, greift zu dafür konzipierten DJ-Playern. Ein Druck auf den Drehknopf stellt das Tempo wieder auf die normale Geschwindigkeit. Auch das ist im Übrigen aus Distanz mit der Fernbedienung machbar.

FM Radio und Bluetooth

Manuell oder automatisch suchen die Benutzer auf dem FM-Band von 87,5 bis108 MHz die Musiksender. Das kann direkt am Gerät geschehen oder über die Fernbedienung. Es ist auch kein Problem, Frequenzen genau einzugeben. 30 Speicherplätze werden für die Lieblingsradiostationen bereitgestellt. Mit dem beigelegten Empfängerkabel konnte ich beim Test durchaus den einen oder anderen Sender einfangen. Schön, dass dieses im Lieferumfang dabei ist. Der TCD-100BT bietet im Vergleich noch zusätzlich Radio im AM-Frequenzband (522 bis 1620 kHz).

Die Verbindung mit Bluetooth ist bei beiden Geräten schnell hergestellt und funktioniert einwandfrei, damit die vom Hersteller versprochene Distanz von bis zu 25 m eingehalten werden kann, dürfen allerdings keine Wände zwischen den verwendeten Geräten sein.

Aufnahme beim MPR-200BT

Interessant ist die Recording-Funktion. Wenn ein USB-Stick oder eine SD-Karte im MPR-200BT steckt, wird beim Aktivieren der entsprechenden Taste eine Aufnahme gestartet. Das geschieht nicht sofort, sondern erst nach einer kurzen Vorbereitungszeit von wenigen Sekunden. Dann wird aufgezeichnet und das Ergebnis als MP3 mit 128 kBit/s gespeichert. Eine höhere Auflösung ist nicht vorgesehen, was mich aber nicht wirklich stört – schließlich wird der DAP Audio MPR-200BT ja nicht als Audio-Recorder angeboten. In Zeiten von Computern und Audiointerfaces ist das hier nur als ein kleines Extra zu sehen.

Als Quelle für die Aufnahme dienen CD, Tuner/Bluetooth und der Aux-Eingang – das Signal davon wird allerdings nicht durchgeschliffen und bleibt stumm. Erst auf der fertigen Aufzeichnung ist zu hören, was da „eingespielt“ wurde. Das hätte man besser gestalten können. Die Aussteuerung für die Aufnahme geschieht anscheinend automatisch, denn ich habe keine Einstellung dafür gefunden. Übersteuerungen habe ich beim Test nicht ausgemacht.

Wenn USB über die „Function“-Taste als Quelle ausgesucht ist und im SD-Slot eine Karte steckt, startet der Record-Button einen Kopiervorgang, bei dem sich der Inhalt des USB-Sticks auf die Karte kopiert. In die andere Richtung ist das übrigens auch möglich. Praktisch – auch wenn mir jetzt nicht auf Anhieb Situationen einfallen, in denen das notwendig wäre.

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