Test
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29.06.2017

Praxis

Programmierung

Die Programmierung von Patterns geht leicht von der Hand und erklärt sich beinahe von selbst: Wahlschalter auf „Pattern Write“ stellen, gewünschtes Pattern auswählen und „Edit“ drücken. Mit der Minitastatur kann dann pro Step die Tonhöhe gewählt werden; die „Modifiers“ Up, Down, Accent, Slide, Mute und „Hammer“ werden auf Wunsch per Tastendruck hinzugefügt. Gebundene Noten (Ties) lassen sich mit einer Tastenkombination erzeugen. Mit „Next“ geht’s weiter zum nächsten Step, mit „Back“ einen Step zurück. Das Verfahren ist im Vergleich zur Original-303 sehr einfach zu meistern und man kommt schnell zu Ergebnissen. Der bekanntermaßen kryptischen Programmierung der Original-TB trauere ich persönlich nicht hinterher.

Preset Patterns und Pattern Generator

Im Preset Mode bietet der Bass Bot neun Bänke mit Preset Patterns. Der Begriff „Preset“ ist hier etwas anders zu verstehen als gemeinhin üblich, denn die Presets lassen sich dynamisch erzeugen und liegen nicht etwa unveränderlich im Speicher. Das kennen wir schon aus der OS Version 2.0 des ersten Beat Bots, dort nannte sich die Funktion „Insta DJ“. Um die Presets neu zu erzeugen, wählt man die gewünschte Preset Bank und die gewünschten Presets aus und drückt „Function“ und „Gen(erate)“. Die einzelnen Preset-Bänke enthalten jeweils unterschiedliche Stile von Presets, die von einfachen Patterns bis hin zu recht chaotischen Varianten reichen. Der Algorithmus soll sicherstellen, dass die automatisch erzeugten Patterns einer Bank einigermaßen zueinander passen. In der Regel klappt das auch ganz gut; der Pattern Generator ist jedenfalls deutlich intelligenter als ein reiner Zufallsgenerator. Man kann beim Jammen mit den Preset Patterns viel Spaß haben und mit etwas Glück kommt am Ende etwas heraus, das eine Inspirationsquelle für neue Tracks sein kann. Auch mit der Mutate-Funktion, mit der sich Patterns spontan variieren lassen, und mit dem Arpeggiator kann man mit Patterns kreativ werden. An Werkzeugen für spontane Pattern-Performances mangelt es dem Bass Bot nicht, und da die Algorithmen durchaus musikalisch arbeiten und beinahe alles bei laufendem Sequencer passieren kann, ist er einiges mehr als eine unveränderliche Pattern-Abspielmaschine. 

 

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Sound

In Vergleichstests mit dem Original und anderen TB-303-Nachahmern schneidet der Bass Bot regelmäßig sehr gut ab, und dem möchte ich mich hier anschließen. Der Sound ist wirklich sehr nah dran am Original und bietet in allen Facetten den Charakter, den man sich von einer 303 wünscht. Anfangs hatte ich das Gefühl, es würde etwas Druck und Aggressivität fehlen; am Ende muss ich jedoch sagen, dass Cyclone Analogic mit dem Bass Bot ein in allen Bereichen außergewöhnlich authentisches 303-Erlebnis bietet. Vom klassischen Knurren über das unerbittliche Pfeifen und Zwitschern des Filters bis hin zur knackigen Hüllkurve stimmt hier so ziemlich alles. Mit „Mute“, das einem Step einen etwas abgedämpften Sound verleiht, und „Hammer“, das einen Hammer-on-Effekt simuliert, gibt es zudem zwei neue Modifiers, die die klanglichen Möglichkeiten erweitern. Natürlich werden unverbesserliche Puristen auch beim Bass Bot das eine oder andere Detail ausmachen, das in ihren Augen eben doch nicht ganz wie das Original klingt. Ich halte diese Diskussion angesichts der insgesamt hervorragenden Klangqualität aber für müßig: Erstens klingen auch die Original-303s natürlich nicht alle exakt gleich und es haben sich inzwischen über 30 Jahre Staub auf die Schaltkreise gelegt, und zweitens klingt der Bass Bot so gut, dass er der großen Mehrheit als 303-Ersatz vollkommen genügen dürfte.

Einstellmöglichkeiten 

Beim Bass Bot lassen sich verschiedene Parameter justieren, die beim Original fest waren, was die musikalischen Möglichkeiten nicht unerheblich erweitert. Der TT-303 bietet eine Shuffle-Funktion und erlaubt die Einstellung der Gate Time des Sequencers, jeweils in mehreren Schritten. Auch die Slide Time kann eingestellt werden. Damit lässt sich das Playback von Patterns rhythmisch sehr viel genauer beeinflussen, als es beim Original und auch bei den meisten anderen Klonen möglich ist. 

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