Test
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17.03.2018

Code Drumheads Zero, Blast, DNA und Generator Test

Drumset Felle

Code Red!

Während man sich beim Aufzählen der Marken in den Bereichen Trommeln, Hardware, Becken, Sticks und etlicher Zubehörteile schon ziemlich konzentrieren muss, um überhaupt annähernd alle zu erfassen, gibt es bei Fellen ganze drei nennenswerte Hersteller. Aquarian, Evans und Remo heißen sie, wobei die klägliche Herstellerauswahl jedoch durch eine enorme Produktvielfalt ausgeglichen wird und jedes Jahr neue Variationen hinzu kommen. Mit beiden Aspekten waren die englischen Drummer Mike Heaton und James Potts unzufrieden und gründeten 2014 ihre eigene Fellmarke: Code Drumheads. Ihr Ziel bestand darin, eine Alternative zu bieten, die mit übersichtlicher Produktauswahl ein Maximum an Sound-Möglichkeiten bei gleichzeitig günstigerem Preis bietet. 

Zum Test hat uns der deutsche Vertrieb Drums & Tools eine Auswahl der populärsten Typen zugeschickt. Ein mit schwarzem Dot versehenes Snare-Fell vom Typ Zero ist ebenso darunter wie ein beschichtetes, vorgedämpftes Bassdrum-Fell aus der Blast-Serie. Bei den Tom-Fellen stand ein Satz klarer, einlagiger DNA clear Versionen zur Verfügung, das Bedürfnis nach erweiterter Haltbarkeit und einem besonders fetten Sound sollen die doppellagigen, weißen Generator Tom-Felle befriedigen. Darüber hinaus bietet das Code Portfolio noch etliche weitere Modelle und Serien, die sich jedoch grundsätzlich an den bekannten Klassikern orientieren. Ob Remo und Konsorten um ihre Marktanteile fürchten müssen, lest ihr auf den folgenden Zeilen. 

Details

Die Testfelle machen zunächst einen ordentlich verarbeiteten Eindruck

Dass man bei Code bemüht ist, die Kosten niedrig zu halten, merke ich direkt beim Öffnen des Versandkartons. Statt der heute gängigen Pappschuber stecken unsere Testfelle in transparenten Plastiktütchen. Das weckt nostalgische Gefühle, ist in Anbetracht der Umweltproblematik aber vielleicht nicht die optimale Wahl. Die Felle selbst sind relativ sauber verarbeitet, nur hier und da entdecke ich minimale Welligkeiten, eine Fellkragennaht weist eine kleine Lücke auf. Im Vergleich zu den bekannten US-Produkten wirken die verwendeten Folien insgesamt etwas „pergament-artiger“, was sich beim trockenen Antippen in einer leicht flatternden Modulation äußert. Insgesamt erinnert mich die Machart an andere Felle aus chinesischer Produktion, wozu auch die nur eingeklemmten und nicht zusätzlich im Alurahmen verklebten Folien sowie die kleineren Profile der Fellkragen beitragen. Für Verwirrung sorgt der Umstand, dass einige der Tüten kleine Aufkleber mit den Worten „Made in China“ tragen, andere hingegen weisen den Inhalt als „Made in Taiwan“ aus. In allen Tüten liegt jedoch, neben einem Kärtchen mit Modell- und Größenbezeichnung, eine Karte, die erklärt, dass das Fell in China hergestellt wurde. Ob jetzt nun die Karte oder der Aufkleber gilt, bleibt also im Dunkeln, fest steht hingegen, dass Code im Auftrag in Fernost produzieren lässt. Der Vollständigkeit halber möchte ich darauf hinweisen, dass das 12er DNA clear Fell mit einem Schaden bei mir eintraf und vom Vertrieb umgehend ersetzt wurde. Kommen wir nun zu den einzelnen Modellen. 

Zero heißt das Snare-Fell mit Dot

Sechs unterschiedliche Snare-Felltypen bietet Code aktuell an, einer davon liegt mir zum Test vor. Zero heißt das Modell, ist 14 Zoll groß und am ehesten mit einem Remo CS Black Dot zu vergleichen. Wie bei diesem gibt es auch hier eine zehn mil (0,254 Millimeter) dicke Folie, welche auf der Unterseite mit einem schwarzen Verstärkungspunkt aus PET versehen ist. Dieser besitzt ein kleines Loch in der Mitte, über dessen Sinn ich jedoch keine weiteren Informationen finde. Passenderweise nennt Code diesen Punkt übrigens „Donut Dot“. 

Das einlagige Bassdrum-Fell trägt die Bezeichnung Blast

Im Segment der Bassdrum-Felle ist die Auswahl bei Code noch relativ begrenzt, eine von zwei verfügbaren Versionen finde ich – in 22 Zoll Größe – im Karton. Es trägt die Bezeichnung Blast und wird von Code als Allrounder beschrieben. Mit zehn mil besitzt es die gleiche Folienstärke und weiße Beschichtung wie das Zero, statt eines mittigen Dots kommt jedoch ein am Rand eingearbeiteter Dämpfring zum Einsatz. Im Lieferumfang findet sich zudem ein selbstklebender Beater-Patch für Einzelpedale, der die Lebensdauer des Fells erhöhen soll. Konstruktiv ähnelt das Blast einem Remo Powerstroke 3, Evans EQ4 oder Aquarian Superkick I coated. 

DNA und Generator: Auch die Tom-Felle orientieren sich an den großen Konkurrenten

Zwei Sätze mit Tom-Fellen in den Größen 10, 12 und 16 Zoll gehören zum Testpaket, die nähere Begutachtung zeigt, dass man auch hier keine revolutionär neuen Wege geht, sondern Bekanntes interpretiert. DNA nennt Code seine einlagigen Felle, zum Test liegen sie mir in der Ausführung clear vor, beschichtete Varianten sind ebenso erhältlich. Dämpfringe, Dots und andere Spezialitäten gibt es nicht, womit der Vergleich mit Remo Ambassadors, Evans G1 und Aquarian Classic Clear auf der Hand liegt. Allgemein gelten derartig konstruierte Felle als vielseitig verwendbar, Code empfiehlt die DNAs sowohl als Schlag- als auch als Resonanzfelle.

Als Resonanzfelle wird den zweiten Satz im Testkarton vermutlich niemand verwenden, denn die Generators zielen klanglich in eine wesentlich speziellere Richtung, außerdem sollen sie deutlich haltbarer sein als die DNA Typen. Mit ihrer doppellagigen Konstruktion (die jeweilige Folienstärke liegt bei 7,5 mil), dem verklebten Rand und der weißen Beschichtung sollen sie Drummer ansprechen, denen der offene Ton einlagiger Felle zu unkontrolliert ist und die darüber hinaus die erweiterte Lebensdauer einer dickeren Membran benötigen. Als Referenz würde mir spontan ein beschichtetes Remo Pinstripe Fell einfallen. Im Vergleich zu den DNA Versionen zeigen sich aber noch weitere konstruktive Unterschiede. So besitzen die Generators ein sowohl höheres als auch zu den Rändern hin steiler abfallendes Folienprofil. Auch die Aluringe unterscheiden sich, so fallen jene der Generators minimal höher aus, und auch der Spalt zwischen Folie und Rahmen ist etwas breiter. Diesen Konstruktionsunterschied erklärt Code mit einem nochmals kontrollierteren Obertonverhalten.

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