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Test
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07.03.2019

Praxis

Bedienkonzept

Für die Bedienung des PX-S1000 dient ein neues Touch-Konzept, das auch die Handhabung des Digitalpianos direkt am Gerät modernisiert. Im Gegensatz zum großen Bruder, dem PX-S3000, ist dies aufgrund der geringeren Ausstattung des kleineren Modells aber wesentlich einfacher. Im Prinzip gibt es an der Hardware nur zwei Touch-Zonen, mit denen sich die Sounds auswählen lassen: ‚Grand Piano‘ und ‚Elec. Piano‘. Diese sind als Shortcuts zu verstehen, denn es lassen sich darüber zunächst nur zwei Sounds ansteuern. Wer alle 18 Klänge (inklusive Bass) nutzen möchte, hält seinen Finger z. B. auf ‚Grand Piano‘ und wählt dann über die tiefsten 18 Tasten der Klaviatur einen Sound aus, angefangen beim Sub-Contra-A. Beim Anschlagen der jeweiligen Taste ertönt zur Orientierung dann der ausgewählte Klang.

Genau so läuft auch die Wahl des Halls und dem Einstellen dessen Intensität ab. Es stehen Standard Hall, Opera Hall, Berlin Hall und British Stadium zur Verfügung. Hält man Sound Mode gedrückt, kann wieder über die Klaviatur das entsprechende Preset ausgewählt werden, mit den darauffolgenden Tasten stellt man die Intensität ein. Weitere Einstellmöglichkeiten nach ähnlichem Prinzip gibt es für Surround, Chorus und Brillanz. Wirklich praktisch an diesem System ist, dass nur die Taster beleuchtet werden, die in diesem Moment mit einer Funktion belegt sind. Das gestaltet die Bedienung leicht und intuitiv. 

Klang

Nun zu den einzelnen Sounds. An Bord befinden sich 17 Sounds, die über die komplette Tastatur zu spielen sind. Der achtzehnte Sound ist ein Bass, der allerdings nur in der unteren Hälfte für Split-Sounds genutzt werden kann.

Das PX-S1000 bietet fünf Akustikpiano-Sounds, die allesamt gut klingen. Hier zeige ich eine Auswahl: Der Haupt-Pianosound ist angenehm rund und wohlklingend. Im zweiten Beispiel hören wir dann einen Pop-Pianosound à la Elton John, der sehr klar und präsent daherkommt. Das dritte Beispiel zeigt ein Jazz-Piano, das durch seinen leichten Detune-Effekt einen weiteren klanglichen Akzent setzt.

Darauf folgen die E-Piano-Sounds. Der erste Sound ist zweifelsohne einem Rhodes nachempfunden, klingt glockig und weich und zeigt auch im Ansatz die charakteristischen Eigenschaften des Originals. Der zweite Sound, ein FM-Piano, bietet viel Attack und Höhen, und präsentiert sich mit perkussivem Charakter, der recht durchsetzungsfähig ist. Das dritte E-Piano im Bunde ist ein softer FM E-Piano Sound mit dem Flair 1980er Jahre, der sich für balladenartige Musikstile eignet. Der vierte Sound, ein Wurlitzer-Piano, klingt wirklich gut, und zeigt sich im Vergleich mit den anderen gebotenen E-Pianos recht authentisch.  

Es folgen zwei weitere Klänge, die in fast jedem Digitalpiano zur Verfügung stehen. Der Cembalo-Sound ist brauchbar umgesetzt und zeigt sich wie im Original, etwas schrill und zickig. Das Vibraphon klingt im Ansatz gut, allerdings fehlt der charakteristische Tremolo-Effekt.

Nun geht es weiter mit zwei Streicher-Sounds. Erstaunlich, wie angenehm das erste Beispiel klingt. Dieser Sound lässt sich auch im Bandkontext als Hintergrundfläche gut einsetzen. Der zweite Streicher-Sound bietet einen schnelleren Attack und eignet sich daher für schnellere Passagen. 

Weiterhin gibt es dann noch Orgel-Sounds. Die Kirchenorgel klingt einfach gut. Besonders mit einem langen Hall erweckt das Preset den Eindruck, als befände man sich in einer Kirche. Und auch im Bereich elektronischer Orgeln bietet das PX-S1000 Auswahl: Die Beispiele dazu zeigen die Klänge der perkussiven „Jazz-Organ“ und der soften „Electric-Organ“, die sich beide eher in preisklassentypischen Niveau darstellen.

Alle Sounds können auch gesplittet und in der unteren Hälfte der Klaviatur durch einen Kontrabass ergänzt werden. Somit kann man zwei Instrumente gleichzeitig spielen, in unserem Fall ein Klavier mit Kontrabass.

Die Qualität aller Sounds kann sich für ein Digitalpiano dieser Preisklasse hören lassen. Wer keine Synth-Sounds benötigt, ist mit dem PX-S1000 auch für die meisten Ensemble- oder Bandproben gut bedient, wenngleich die abseits der Klaviersounds vorhandenen Klänge weniger aufwendig gestaltet sind als die gebotenen akustischen Pianos.

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