Gitarre Hersteller_Blackstar
Test
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19.02.2019

Blackstar Studio 10 EL34 Test

Röhrencombo für E-Gitarre

Inselbegabung

Mit dem Blackstar Studio 10 EL34 feiert der britische Verstärkerbauer sein zehntes Firmenjubiläum, zusammen mit zwei weiteren Combos, die allerdings mit unterschiedlichen Endstufenröhren ausgestattet sind. Die kleine Serie soll mit klassischen Röhrenbestückungen die ganze Bandbreite liefern, mit der die Rockgeschichte geschrieben wurde.

Alle Verstärker liefern 10 Watt, die je nach Ausführung aus 6L6, EL34 oder KT88 Endstufenröhren generiert werden. Unser Testkandidat, der Blackstar Studio 10 EL34 mit dem gleichnamigen Glaskolben in der Endstufe und einer ECC83 in der Vorstufe steht laut Produktbeschreibung für klassischen, britischen Crunch.

Test Blackstar Studio 10 KT 88

Details

Optisch lassen sich die drei Verstärker, die ansonsten weitestgehend baugleich sind, anhand ihrer Farbe auseinanderhalten. Der KT88 beispielsweise steckt in grünem Tolex, der 6L6 kommt in Creme daher und unser aktueller Proband besitzt eine schwarze Hülle. Das gilt auch für die Bespannung, die den eingebauten Celestion Seventy 80 12" Speaker schützt. Lediglich Piping und Herstellerlogo in Weiß zieren die Front und setzen Akzente.

Der 473 x 421 x 251 mm kleine und 15,4 kg leichte Combo macht einen überaus kompakten und wertigen Eindruck, und auch was die Verarbeitung des in China gefertigten Amps angeht, gibt es nichts Negatives zu entdecken. Im Karton befinden sich zudem ein Netzkabel, eine Bedienungsanleitung und ein FS-4S Fußschalter, auf den ich im Verlauf des Test noch zu sprechen komme. Der an der Oberseite befestigte Griff erleichtert den Transport, und einmal abgesetzt sorgen vier dicke Gummifüße für einen sicheren Stand.

Die Rückseite des halboffenen Verstärkers macht den Blick auf den Celestion-Speaker frei, darüber befinden sich die kopfüber angebrachten Anschlüsse. Für das einfache Finden der Buchsen ohne Kippen des Combos sorgt eine Platte oberhalb mit entsprechend aufgedruckten Pfeilen. Ganz rechts wartet die Kaltgerätebuchse, es folgt die obligatorische Sicherung. Insgesamt besitzt der Amp drei Speaker-Outputs, wobei die 1x16 Ohm Buchse mit dem internen Lautsprecher belegt ist. Zusätzlich stehen eine 1x8 Ohm und eine 2x16 Ohm Buchse bereit.

Die folgende Grafik verdeutlicht noch einmal die korrekte Anschlussweise:

Weiter rechts befindet sich eine Buchse, die mit Emulated Outputs und Headphone beschriftet ist und ein Kopfhörer- bzw. frequenzkorrigiertes Line-Signal bereithält. Wie das klingt, werde ich im Praxisteil herausfinden. Die Bedienungsanleitung verrät jedoch, dass ein Stereokabel verwendet werden muss! Klar, Kopfhörer sind normalerweise mit einem entsprechenden Kabel ausgestattet, aber eigentlich ergibt es zum Aufnehmen keinen Sinn, da dort in der Regel ein Monosignal erwartet wird. Leider funktioniert der Anschluss aber nur mit einer Stereoklinke. Der Verstärker besitzt auch einen Effekt-Einschleifweg, der dank eines kleinen Schalters zwischen +4dBV und -10dBV geschaltet werden kann. Somit lassen sich nicht nur Pedale, sondern auch hochwertige Studioprozessoren einbinden.

Und zu guter Letzt soll auch noch der Anschluss für den mitgelieferten Fußschalter erwähnt werdend, der den Boost aktiviert, auf den ich gleich noch näher eingehe. Der Fußschalter selbst fällt ausgesprochen robust aus und besteht vollständig aus Metall. Wird er betätigt, leuchtet eine rote LED. Seine Kabellänge misst vier Meter und sollte auch für etwas größeren Bühnen ausreichend dimensioniert sein. Optional bietet Blackstar auch einen Fußschalter mit der Bezeichnung FS-8 an, der den eingebauten Hall fernsteuert.

Die Bedienfläche zeigt sich recht übersichtlich und sämtliche Beschriftungen sind in Weiß auf schwarzem Grund und damit gut ablesbar. Zudem sind sie auf den Musiker hin ausgerichtet, der vor dem Verstärker steht.

Los geht es ganz links mit der Eingangsbuchse für die Gitarre, gefolgt vom Gain-Regler, der den Zerrgrad bestimmt. Der Boost-Schalter daneben lässt sich übrigens auch per Fußschalter fernbedienen, wozu der Schalter am Amp übrigens aktiviert sein sollte. Ein Tone-Regler senkt nach links gedreht die Höhen ab und hebt gleichzeitig die Bässe an, nach rechts gedreht werden entsprechend die Bässe ausgedünnt, dafür aber die Höhen angehoben. Auch ein Reverb gehört zur Ausstattung, der ebenfalls einen eigenen Regler besitzt. Sämtliche Potis tragen einen schwarzen Chickenhead-Knopf mit weißem Skalenstrich, der die jeweilige Position eindeutig anzeigt. Der Master-Regler bestimmt die Gesamtlautstärke des Amps, denn 10 Watt können einen gehörigen Schub generieren! Und zum Schluss darf auch das klassische Standby/Power-Schalterduo nicht fehlen, das im eingeschalteten Zustand von einer roten Jewel-LED begleitet wird.

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