Gitarre Hersteller_Blackstar
Test
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13.02.2018

Praxis

Sound

Dafür schließe ich eine 2 x 12" Box mit Vintage 30 Speakern an und nehme diese mit einem SM57 ab. Das Signal wird klanglich nicht weiter bearbeitet!

Los geht es im cleanen Kanal mit einer Telecaster. Dabei stehen sämtliche Regler des Amps in der Mittelposition und beim Hall habe ich die Einstellung Dark gewählt. Zuerst ist ein Beispiel ohne, dann mit aktiviertem Voice-Regler zu hören.

Der Unterschied ist offensichtlich: Ohne Voice-Schalter ist der Sound straff und in den Höhen dominant, wird Voice aktiviert, addieren sich jede Menge Mitten hinzu und geben dem Ton mehr "Fleisch".

Und nun das Ganze noch einmal, diesmal aber mit etwas mehr Rhythmus.

Der Voice-Schalter ist ein mächtiges Tool und vermag in der Tat zwischen zwei gänzlich unterschiedlichen Klangcharakteren zu wechseln. Im ersten Beispiel klingt die Tele knackig modern, im zweiten dafür traditionell und wärmer.

Wie sich der Amp mit einer anderen Gitarre verhält, kann man in den folgenden Beispielen hören. Angeschlossen ist nun eine Tom Anderson Drop Top, die einen modernen Sound liefert. Auch hier ist im zweiten Beispiel der Voice-Schalter aktiv.

Besonders im Anschlag zeigt sich jetzt der Unterschied. Mit dem aktivierten Voice-Schalter im zweiten Beispiel tritt dieser etwas zurück und fügt sich gut in den Gesamtsound ein.

Soweit der Clean-Kanal. Weiter geht es mit dem Overdrive. Auch hier stehen sämtliche Regler in der Mittelposition und ich verwende die Tom Anderson weiterhin.

Schon mit allen Reglern in der Mittelstellung liefert das Topteil einen fetten Rocksound, der mit der Voice-Schaltung eine britische Färbung bekommt. Da die Voice-Schaltung auch mit dem Fußschalter aktiviert werden kann, lässt sich der Amp auch live sehr vielseitig einsetzen.

Wie sich der Gainregler verhält, ist in den nächsten beiden Audiofiles zu hören. Wie gehabt erst ohne, dann mit dem Voice-Schalter. Pro Durchgang drehe ich dabei den Gainregler von der 9-Uhr-Position auf 12 Uhr, dann 15 Uhr und am Schluss in die Maximalstellung.

Der Overdrive-Kanal macht seinem Namen alle Ehre, denn schon in der 9-Uhr-Stellung kommt ein satter Crunch zustande, der je nach Stellung des Voice-Schalters eine unterschiedliche Zerrdichte liefert. Je höher der Gainregler steht, desto mehr komprimiert der Amp, lässt die Attacks aber sehr gut durchklingen, sodass der Klang nicht matscht.

Hier zwei Beispiele mit einer Les Paul, dabei steht der Gainregler auf Maximum, alle anderen Potis zeigen auf 12 Uhr.

Der typische Klangcharakter der Les Paul kommt in beiden Beispielen gut zur Geltung. Mit dem aktiven Voice-Schalter werden die Bässe zwar etwas ausgedünnt, was dem Sound aber keinerlei Abbruch tut, denn er wirkt aufgeräumter und vermag sich für meinen Geschmack im Bandkontext besser durchzusetzen. Und das trotz des Gainreglers in der Maximalstellung.

Wie sich das Topteil mit einer Baritongitarre verhält, lässt sich in den nächsten beiden Beispielen heraushören. Natürlich erst ohne, dann mit aktiviertem Voice-Schalter. Alle Regler stehen dabei auf 12 Uhr und als Gitarre kommt eine Cyan Hellcaster zum Einsatz.

Bekanntermaßen sollte man bei tieferen Stimmungen den Gainregler zurückdrehen - das Resultat kann überzeugen, denn der Amp agiert wunderbar mit dem tiefen Sound und liefert authentische Klänge in beiden Voice-Modi. Auch hier bleiben die Attacks straff und gehen nicht unter, was für mehr Definition im Klang sorgt.

Um die Unterschiede zwischen den beiden Hall-Charakteristiken herauszufinden, habe ich den Reverb-Regler an der Front ganz aufgedreht und erst den Dark-, dann den Light-Modus aufgenommen.

Der Unterschied ist deutlich zu hören und erweitert die klangliche Ausbeute gehörig. Je nach Einsatzgebiet lässt sich der Hall so optimal einsetzen. Obwohl ich den Regler ganz aufgedreht habe, ist das Direktsignal deutlich zu vernehmen und geht nicht im Hall unter, was für eine hohe Praxistauglichkeit sorgt.

Natürlich darf auch kein Beispiel mit dem ISF-Regler fehlen. Dabei stehen alle Potis auf 12 Uhr, außer Gain, der maximal aufgedreht ist. Ich bewege den ISF-Regler vom Minimal- über den Mittel- hin zum Maximalwert. Auch hier erst ein Beispiel ohne, dann mit aktiviertem Voice-Schalter.

Schon bei vorherigen Blackstar-Tests konnte ich der ISF-Option sehr viel abgewinnen, denn die erzeugten klanglichen Unterschiede sind enorm und gerade im Studio eine sehr willkommene Möglichkeit auf dem Weg zu optimalen Ergebnissen. Das gilt natürlich genau so für Proberaum und Bühne.

Bevor sich der Praxisteil zu Ende neigt, habe ich noch das Signal des Speaker Simulated Out aufgenommen. Erst ist der Amp mit Box zu hören, dann mit der 4 x 12" Simulation, abschließend mit der 1 x 12" Simulation.

War die Speaker-Emulation bei vorherige Tests ein kleiner Kritikpunkt, wurde hier offensichtlich nachgebessert. Dank der Umschaltung von 4 x 12 auf die 1 x 12 Charakteristik erweitert sich zudem die klangliche Ausbeute.

Auch was die Leistungsreduzierung betrifft, kann ich nur Positives berichten. Einen klanglichen Unterschied zwischen 50 Watt und 5 Watt konnte ich nicht ausmachen, sehr gut!

Ich habe den Amp auch mit meinem Rechner verbunden und wie in der Bedienungsanleitung erwähnt, gab es keinerlei Probleme, den Verstärker als Eingangsquelle auszuwählen und bis zu vier Kanäle aufzunehmen. Der Klang entspricht dabei dem des Emulated Outputs.

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