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12.07.2017

Barré-Akkorde auf der Gitarre richtig greifen

Tipps und Tricks zur Umsetzung von Barré-Akkorden

Wer seine Leersaiten-Akkorde gemeistert hat, der ist bereit für die nächste Stufe, die Barré-Akkorde. Die spielen sich zugegebenermaßen nicht unbedingt immer so mühelos, aber da der Barré-Akkord im musikalischen Alltag bei der Umsetzung verschiedener Tonarten ein essentielles Tool ist, kommt man um ihn auf Dauer nicht herum.

Wie schon bei den Akkorden mit Leersaiten gibt es beim Barré-Akkord einige Tricks, die euch helfen können, den typischen Griff zu bewältigen. Im folgenden Artikel zeigen wir euch, wie es geht.

Klein anfangen - der verkürzte Barré-Akkord

Häufig begegnet einem der F-Dur Akkord als erster Vertreter des Barré-Akkords. Um Frustrationen vorzubeugen und auch die Möglichkeit zu haben, Songs mit diesem Akkord schneller spielen zu können, bietet sich der "kleine" F-Dur-Akkord an, der ab der d-Saite gegriffen wird. Bei diesem Vertreter greift der erste Finger, also der Zeigefinger, einen kleinen Barré über die h und e-Saite und wird damit schonend auf größere Aufgaben vorbereitet. Achtet hier darauf, die tiefe A-Saite und E-Saite nicht anzuschlagen.

Barré-Akkorde erfordern mehr Kraft in der linken Hand

Um Barré-Akkorde sauber zum Klingen zu bringen, ist zweifelsohne eine größere Kraftanstrengung der linken Hand erforderlich. Hatte der Daumen besonders bei einzelnen Töne zuvor eher eine stützende Funktion, darf bei Barré-Akkorden auch vom Daumen ordentlich Druck ausgeübt werden.

Ganz wichtig ist auch hier immer wieder, locker zu lassen und die linke Hand auszuschütteln, um Verkrampfungen entgegenzuwirken. Da sich Muskulatur bildet, wird der gefühlte Kraftaufwand mit der Zeit übrigens deutlich geringer.

Den Zeigefinger zum Klingen bringen

Bevor ihr beginnt, das komplette Griffbild zu üben, versucht erst einmal, nur den Zeigefinger über alle sechs Saiten zu legen und anschließend zum Klingen zu bringen. Entscheidend ist der Druckpunkt der Saite auf dem Zeigefinger. Hier liegt auch eine typische Fehlerquelle. Auf der Saite aufliegen sollte dabei die festere äußere Seite des Zeigefingers und nicht die weiche und breitere Unterseite.

Mit der folgenden einfachen Übung könnte ihr sicherstellen, dass ihr mit dem Zeigefinger richtig greift: Legt den Zeigefinger flach genau auf das Bundstäbchen und kippt ihn dann anschließend aus euer Sicht ein wenig nach links. Jetzt sollte er genau vor dem Bundstäbchen liegen. Hier sei auch noch einmal erwähnt, dass man selbstverständlich auch bei Barré-Akkorden für einen sauberen Sound (wie auch bei einzelnen Tönen oder Lagerfeuer-Akkorden) mit allen Finger möglichst nah am Bundstäbchen greifen sollte. Liegt der Zeigefinger nun ordentlich auf, schlagt alle Saiten einzeln an und überprüft, ob diese auch sauber klingen. Ihr könnt dabei den Zeigefinger zur Abwechslung ruhig in einer anderen Lage aufsetzen.

Das komplette Griffbild üben

Klingt der Zeigefinger einzeln aufgesetzt, könnt ihr die anderen Finger hinzunehmen. Wie anfangs erwähnt, ist der Zweck von Barré Akkorden, die schon zuvor gelernten Leersaiten-Akkorde wie beispielsweise den E-Dur- oder den A-Dur-Akkord in andere Tonarten zu verschieben. Euer erster Finger bildet nun quasi den Nullbund. Habt ihr zuvor also beispielsweise euren E-Dur-Akkord mit dem Zeige, Mittel und Ringfinger gegriffen, nehmt nun den kleinen Finger statt des Zeigefingers hinzu und passt das Griffbild an. (Siehe Bild)

Akkorde, die nur zwei oder drei Finger benötigen, können zu Beginn einfacher sein und sollten daher zur Unterteilung des Schwierigkeitsgrades ruhig herangezogen werden. Fällt euch beim F-Dur Akkord der Abstand der restlichen Finger zum Zeigefinger schwer, verschiebt den Akkord zudem vorerst in höhere Lagen.

Geduld, Geduld!

Barré-Akkorde brauchen Zeit. Macht euch also nicht verrückt, wenn die Akkorde am Anfang nicht richtig klingen wollen. Auch wenn der Barré-Akkord noch etwas unsauber klingt, könnt ihr diesen dennoch schon in eure Akkordfolgen aufnehmen, da das Umgreifen zu Barré Akkorden ebenfalls geübt werden muss. Auch der Wechsel zu einer anderen Gitarre kann unter Umständen helfen.

So ist es beispielsweise oft schwerer, einen Barré-Akkord sauber auf einer klassischen Gitarre zu greifen als auf einer Western- oder E-Gitarre.

Viel Erfolg beim Üben euer Barré-Akkorde!

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