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Test
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18.03.2013

Audix f9 Test

Kleinmembran-Kondensatormikrofon

Wahlkandidat

Von Audix hatten wir unter anderem das f9 im bonedo-Testmarathon zu Gast. Audix-Mikrofone lassen sich verschiedenen Serien zuordnen, welche – man ahnt es – in unterschiedlichen Preisregionen beheimatet sind. "Fusion" nennt sich die Einsteiger-Serie, der auch das Kleinmembran-Kondensatormikrofon f9 zugeordnet wird. Für recht wenig Geld erhält man ein schlichtes und einfaches Mikrofon der Firma aus Oregon, das im Test gegen die Marktkonkurrenz antritt, sich aber auch innerfamiliär behaupten muss.  

Als Stereoset ist das Audix f9 nicht erhältlich, die Mikrofone müssen einzeln erstanden werden. Dass das in dieser Klasse kein Nachteil sein muss, zeigen andere Kandidaten, die als "Matched Pair" verkauft werden, aber dennoch äußerst unterschiedlich klingen. So spartanisch wie das Mikrofon selbst ist auch seine Ausstattung: ein Kunstledertäschchen, Windschutz und ein Mikroclip, das wars, alles zusammen im bedruckten Karton. Die Kosten für ein Case scheint man sich (und somit dem Kunden) also zu ersparen.

Details

Das Kondensatorprinzip in der 16mm-Kapsel des f9 kommt nicht durch externe Polarisation über die (auch hier dennoch notwendige) Phantomspeisung zustande, sondern durch die Verwendung einer Elektret-Kondensatorbackplate. Durch die Schallumwege zur Rückseite der goldbedampften Membran, die durch die Backplate baulich bewußt erzeugt werden, kommt auch dieses Mikrofon mit der am häufigsten vertretenen Richtcharakteristik, der Niere. Beim f9 hat das Cardioid-Pattern eine Rückwärtsdämpfung von 24 dB (bei 1 kHz).

Der Frequenzgang des Mikrofons scheint sich in einer Hinsicht von vielen seiner Mitbewerber zu unterscheiden, denn er weist neben der fast schon obligatorischen Überhöhung kurz unterhalb der 10 kHz einen zusätzlichen Boost mit einer Mittenfrequenz von etwa 13, 14 kHz auf. Erst darüber verschwindet die Frequenzgangkurve nach unten – dafür dann aber rapide. Außer einer kleinen Überhöung bei 2 kHz verlässt die Linie erst unterhalb von 200 Hz die Null-Linie. Das Frequenzband wird zwar numerisch mit 40 Hz - 20 kHz angegeben, doch durchläuft die Kurve diese beiden Eckwerte bei ungefähr -9 und -5 dB. Wie immer gelten diese Frequenzangaben bei ausreichendem Abstand zur Schallquelle, sodass der Proximity-Effekt nicht zu einer Bassanhebung führen kann.

Verhältnismäßig gering ist die Empfindlichkeit des f9. Durch die nur 8 mV/Pa ist es allerdings einfacher, auf der anderen Seite einen Anteil der Verzerrungen am Gesamtsignal von 0,5% erst bei 137 dB auftreten zu lassen. Das ist praktisch, denn das Fusion-Mikrofon besitzt kein Pad und wird von manchen Usern auch an höherpegeligen Schallgebern verwendet werden. Allzu gering sollte der Pegel am Mikrofonierungsort auch nicht sein, denn 22 dB(A) Noise-Floor sind zwar üblich, doch nun auch keine positive Schlagzeile wert. Der Impedanzwandler des kleinen Kondensatorstäbchens sorgt für eine Ausgangsimpedanz von 200 Ohm. Karnevalisten dürfen sich freuen, denn die kleinen Gehäuse aus schwarz beschichtetem Messing-Druckguss sind exakt 111 Millimeter lang. Der Durchmesser beträgt 20 mm, am Fuß, der wie üblich die XLRm-Buchse in sich trägt, sind es nur 19 mm. Mit 91 Gramm ist ein einzelnes Kondensatormikro recht leicht, doch im Stereoverfahren muss es mit einem Zwillingsgeschwisterchen zeigen, wie es die Signale über die XLR-Pins 2 und 3 ausgibt.

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