Test
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24.09.2018

Alto Professional TX212 Test

aktiver Fullrange-Lautsprecher

Preiswunder

Wer aktive Beschallungsboxen für den Proberaum, sein erstes DJ-Setup oder eine kleine Location sucht, der wird wohl nur in Ausnahmefällen ein größeres Budget zur Verfügung haben. Die Alto Professional TX2-Serie möchte allerdings beweisen, dass es auch für den kleinen Geldbeutel optisch ansprechende Aktivboxen gibt: Für unseren heutigen Test stehen uns zwei TX212-Topteile zur Verfügung.

Details

La Familia

Die TX212 von Alto Professional ist nicht der einzige Vertreter ihrer Art. Vielmehr umfasst die Serie gleich vier unterschiedliche Boxen. Eine Nummer größer als unser Testkandidat ist die TX215, die unschwer zu erraten, mit einem 15-Zoll-Tieftöner ausgestattet ist. Wer dagegen eher kompakte Boxen benötigt, der kann mit den Modellen TX208 (8/1) und TX210 (10/1) Vorlieb nehmen. Bei den beiden kleineren Modellen bleibt anzumerken, dass deren Aktivmodule nur mit einer 300 Watt starken Class-D-Endstufe bestückt sind, während die TX212 und TX215 mit immerhin 600 Watt Peak befeuert werden. Ansonsten teilen sich alle vier Ausführungen das gleiche Design und decken somit alle gängigen Boxengrößen ab.

TX212

Unsere Testlieferung erreicht uns in zwei kompakten Kartons. Mit einem Gewicht von gerade einmal 13 kg lassen sich die Kandidaten gut transportieren. Generell ist das Handling der Testobjekte denkbar einfach, da Alto den Boxen gleich drei Griffe verpasst hat. Das schwarze Kunststoffgehäuse ist gut verarbeitet und wurde sauber gefertigt. Durch das durchgängige Lautsprechergitter verfügt die Box über ein zeitgemäßes Design. Der Preis lässt verschmerzen, dass man dem Gitter kein blickdichtes Akustikflies spendiert hat. Immerhin lässt sich so erkennen, dass die Box direktabstrahlend ist und über zwei dreieckige Reflexports verfügt.

Wie bei Kunststoffboxen üblich, so ist auch bei der Alto TX212 das Hochtonhorn ein integraler Bestandteil des Gehäuses. Ebenso wie der auf der Unterseite verbaute Hochständerflansch, der zusätzlich mit einer Flügelschraube versehen ist, damit sich die Box auf einem Lautsprecherstative oder einer Distanzstange nicht unfreiwillig verdreht. Bevor wir einen Blick in das Innere der Box werfen, schauen wir uns das versenkt angebrachte Aktivmodul auf der Rückseite an.

Aktivmodul

Übersichtlich geht es auf der Rückseite zu. Das Aktivmodul sitzt in einem eigenen Gehäuse innerhalb der Box. Deshalb ist eine zusätzliche Kühlung notwendig. Erreicht wird diese durch zahlreiche Luftschlitzte und einem zusätzlichen Lüfter. Die übrigen Bedienelemente sind schnell aufgezählt. Für die Stromaufnahme notieren wir eine Kaltgerätebuchse. Ein passendes Kabel wird zwar mitgeliefert, dürfte nach dem Geschmack des Autors aber gerne einen Meter länger sein. Thront die Box auf einem Lautsprecherstativ, dann erreicht das Kabel kaum den Boden und in der Lauft baumelnde Dreierdosen machen keinen professionellen Eindruck. 

In puncto Audioanschlüsse ist nur das Notwendigste verbaut. Eine einsame Combobuchse (XLR/Klinke) dient zur Signalaufnahme, während eine XLR-Link-Ausgangsbuchse das Eingangssignal auf Wunsch an zusätzliche Boxen weiterreicht. Ein nicht gerastertes Volume-Poti dient zur Pegeljustage. Über einen kleinen Schalter kann die Eingangsempfindlichkeit von Mikrofon- auf Line-Signal umgeschaltet werden. LEDs zeigen ein anliegendes Signal, das Erreichen der Limiter-Schwelle und eine bestehende Netzversorgung an.

Außerdem leuchtet auf der Vorderseite eine blaue LED unterhalb des Alto-Firmenlogos auf, wenn die notwendige Betriebsspannung anliegt. Zwei Taster runden die Bedienelemente ab. Mit dem Groundlift können etwaige Brummschleifen eliminiert werden, während ein der Contour-Taster ein voreingestelltes EQ-Preset aktiviert, bei dem der Bass- und der Höhenbereich um jeweils 3 dB angehoben wird, ähnlich der Loudness-Funktion bei einer Hi-Fi-Anlage.

Innere Werte

Schauen wir uns an, welche Treiber Alto Professional der TX212 spendiert hat. Nachdem das Frontgitter durch Lösen von vier Schrauben entfernt ist, können wir den 12-Zoll-Treiber herausschrauben. Dieser schließt dank Dichtungsband sauber mit dem Gehäuse ab. Mit einem passenden Akkuschrauber ist der Treiber schnell herausgelöst. Wie zu erwarten kommt in der Box ein günstiger 12er mit einem Blechkorb zum Einsatz. Die Schwingspule ist 2 Zoll groß, was bedeutet, dass der Treiber nicht für starke Endstufen konzipiert ist. Der 12-Zoll-Treiber wird in der Praxis mit übersichtlichen 200 Watt RMS angetrieben, da reicht sowohl eine kleine Schwingspule wie auch die vergleichsweise dünne Verkabelung. Positiv aufgefallen ist allerdings die großzügige Menge an Dämmmaterial im Inneren des Gehäuses, die etwaige Gehäuseresonanzen dämpft.

Wir werfen noch einen Blick auf den verbauten Hochtöner. Dieser fällt sehr klein aus, weshalb ihm die Entwickler auf der Rückseite noch einen zusätzlichen Kühlkörper aus Aluminium spendierten. Wir halten fest, das Treibermaterial ist der Preisklasse entsprechend und die Verarbeitung im Inneren der Box ist auf einem guten Niveau: saubere Ecken und Kanten, mit Kabelbinder fixierte Verkabelung, Dichtbänder an den kritischen Übergängen. Respekt!

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