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Test
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20.06.2012

Allen & Heath Xone:K2 Test

Universeller MIDI-Controller

Elegant, kompakt und multifunktional

Wie aus dem Nichts zauberte Allen & Heaths Entwicklerteam bei der letzten NAMM-Show einen Controller aus dem Hartschalen-Case, mit dem zu diesem Zeitpunkt nun wirklich niemand gerechnet hatte. Denn fast zeitgleich kursierten bereits Meldungen über eine neue Wunderwaffe aus dem Hause Native Instruments durchs Netz und überhaupt lag der mediale Fokus eher auf dem neuen Multieffekt-DJ-Mischer Xone:DB2. Aber: Es muss ja auch nicht immer das große Werbe-Besteck ausgepackt werden, wenn man eine neue Gerätschaft auf den Markt bringt. Gerade, wenn es sich um ein schnörkelloses, in Bezug auf das Layout weitgehend Software-neutrales Arbeitsgerät handelt.

Und dieses sich sowohl für den Einsatz mit einer DJ-Software, einer DAW oder auch jeder anderen MIDI-fähigen Applikation empfiehlt. Ein uneitles Arbeitstier scheint er tatsächlich zu sein, der Xone:K2. Wie er die ihm angetragenen Regel-Aufgaben bewältigt, haben wir für euch getestet.

DETAILS

Der Xone:K2 ist ein universeller, vom USB-Bus bestromter MIDI-Controller, der über einen integrierten Vierkanal-DA-Wandler verfügt. Seine Arbeitsfläche ist mit stattlichen 52 Bedienelementen bestückt, die über drei virtuelle Ebenen und Shift-Funktionen beachtliche 171 MIDI-Kommandos an den gastgebenden Rechner senden können. Die bunte Mischung von Hardwareelementen umfasst: Zwölf Potenziometer (nicht mittengerastert), sechs Rotary-Push-Encoder, vier 60-Millimeter-Fader, 30 dreifarbig-hintergrundbeleuchtete Taster sowie vier Status-LEDs.

Neben der direkten USB-Anbindung können bis zu acht K2s oder auch andere Geräte aus der Xone-Serie über den X-Link-Port kaskadiert werden. Dabei muss dann nur ein einziges Gerät aus diesem Bus via USB mit dem Rechner verbunden werden, um die MIDI-Daten aller angeschlossenen Einheiten an den Rechenknecht zu übermitteln.

Dem Karton entnehme ich den Controller selbst, der in ein passgenau gepolstertes Case eingebettet ist. Dazu kommt ein kurzes RJ-45 Ethernet- und ein USB-Kabel sowie eine CD mit der Basis-Software-Ausstattung an Treibern. Das inkludierte Case mit seinem hübschen Xone-Relief ist ein sicheres Transportbehältnis und erspart einem den Kauf einer passenden Tasche, wie es bei anderen Herstellern oft erforderlich ist. Zudem dient die untere Schale, wenn man sie umdreht, zum Aufbocken des Controllers auf 9,5 Zentimeter Arbeitshöhe. In die vier kleinen Mulden der Schale rutschen dann die Füße des Controllers, was dem Ensemble ein bisschen Zusammenhalt verleiht. Der direkte Einsatz aus dem Case heraus ist allerdings nicht möglich, da sowohl die front- als auch die rückseitigen Anschlüsse hierbei nicht erreichbar sind.

Mit seinen Gehäusemaßen von 35,8 Zentimetern in der Tiefe, 13,5 Zentimetern in der Breite und einer Höhe von 4 Zentimetern bringt es der K2 auf ein glattes Kilo Kampfgewicht. Das ist in Anbetracht der Funktionsdichte mehr als akzeptabel und lässt auch ein Duo aus zwei K2s noch als Fahrrad-, Kickboard-, Inline- oder E-Scooter-transportable DJ-Lösung durchgehen. Allein die Abmessungen inklusive Case (B: 17 cm, T: 39,2 cm, H: 7cm) dürften manches Messenger-Bag an seine Grenzen bringen. Mit zwei K2 ist meine, bereits großzügig dimensionierte 17-Zoll-Notebook-Tasche, jedenfalls bis in die letzte Ecke gefüllt – das Notebook muss dann separat reisen.

Im Vergleich zu dem von mir unlängst getesteten DB2 fällt allerdings auf, dass der K2 – wohl mit der Zielsetzung, das vorgenannte, transportfreundliche Gewicht zu erreichen – weitgehend aus Kunststoff gefertigt ist. Das lässt ihn naturgemäß ein bisschen weniger wertig und robust wirken, wie Artgenossen, die mit Vollmetall-Panzerung in die Schlacht ziehen.

Insgesamt hat man sich bei Allen & Heath erfolgreich bemüht, dem K2 eine angenehme Griffigkeit mit auf den Weg zu geben. Das beginnt mit der an den Seitenrändern gummierten Kunststoffwanne, geht weiter mit den gummi-überzogenen Potis, bis hin zu der leicht angerauten Faceplate. Diese allerdings hat dann auch einen erhöhten Abrieb bei Wischmedien zur Folge: Fatal ist hier der Einsatz von Papiertüchern zur Fusselentfernung, denn die Zellulosefasern werden hier effektiv abgeschmirgelt und bleiben am Ende am Gerät selbst haften, anstatt es von Schmutz und Fusseln zu befreien. Dafür gebe ich keinen Punktabzug, denn im Gegenzug erhält man eben diese sehr angenehme – besonders bei schweißnassen Fingern noch intakte – Griffigkeit. Der Einsatz eines fusselfreien Wischleders bei der Reinigung ist allerdings anzuraten

Anschlüsse
Auf der Rückseite sehe ich zunächst ein RCA-Buchsen Pärchen, dem zwei RJ-45-Ethernet-Ports folgen, die das proprietäre X-Link-Protokoll entgegennehmen und ausgeben. Im einfachsten Fall vereinigt man so zwei K2s miteinander und hat im Ergebnis einen USB-Port am Rechner frei, da nur einer der beiden Controller verbunden wird. Möglich ist aber auch ein weitaus komplexeres Bussystem, an dessen Ende dann beispielsweise ein Xone:DB2 oder DB4-Mischpult stehen kann. Den Abschluss bildet eine USB-Buchse, die auch die Spannungsversorgung des Controllers übernimmt. Auf der Vorderseite hat es sich eine Mini-Klinkenbuchse bequem gemacht, die sich bauform-bedingt als Kopfhörerausgang empfiehlt.

Inbetriebnahme
Für Mac-User ist die Inbetriebnahme - wie nicht selten – etwas einfacher als für PC-Anwender, denn gegenüber Apfel-Rechnern gibt sich der Xone:K2 direkt nach dem Einstöpseln als klassenkompatibles MIDI-Gerät und Vierkanal-Audiointerface zu erkennen. Benutzer eines Microsoft-Betriebssystems (Windows 2000, XP, Vista und Windows 7) müssen sich durch die gewohnte Treiberinstallation klicken. Die verlief in unserem Test unproblematisch und erwähnenswert ist hier eigentlich nur der Umstand, dass man erfährt, dass die Audio-Treiber von der Firma Ploytec programmiert wurden. Das hat bei Allen & Heath schon eine gewisse Tradition und lässt auf gute Werte in Bezug auf die Performance hoffen.

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