Plugin Instrumente Freeware Software
Test
10
16.06.2017

Alan ViSTa Cymbalistic Test

Freeware Cymbal-Plug-in

Heilig‘s Blechle!

Drumsound-Libraries gibt es wie Sand am Meer, aber Freeware-Plug-ins mit auf sehr hohem Niveau aufgenommenen Cymbals sind dann doch eher selten. Genau hier setzt Cymbalistic an und versucht mit Soundqualität und vielen Spielvarianten zu punkten. Ob und wie das gelingt, haben wir geprüft.

Noch mehr kostenlose PlugIns findet ihr in unserem großen Freeware Software Synths und PlugIns Special.

Details

Allgemeines

Cymbalistic ist ein Sample-Player-Plug-in in den Formaten VST/AU für Windows und OSX (32 Bit und 64 Bit). Der Download pro Plug-in ist knappe 170 MB groß, entpackt kommt Cymbalistic wegen der 68 integrierten 24-Stereo-Bit-Samples auf etwas über 300 MB. Ein Handbuch gibt es nicht, Installationshinweise sind bei den Windows-Versionen aber vorhanden. Die Mac-Versionen zieht man einfach per Hand in die entsprechenden Ordner.

Viel Blech für kein Geld

Cymbalistic enthält Sounds für acht verschiedene Becken (Hi-Hat, 21er Ride, 13er, 17er, 18er und 20er Crash sowie 16er und 19er Chinese), die auf verschiedene Weise angeschlagen werden. Für jedes Becken gibt es Sounds für Top, Bell, Side und Choke sowie einen Sound mit einem weicheren „Mallet“-Schlägel angeschlagen.

Die Hi-Hat hat statt Choke den Sound der schließenden Fußmaschine und statt des Mallets einen Splash. Für jedes Becken kann man außerdem die Lautstärke, das Panorama und die Sample-Release-Zeit einstellen. Außerdem könnt ihr die Dynamik für das ganze Plug-in einschränken, wobei die unterschiedlichen Samples trotzdem abgespielt werden. Genug Einstellmöglichkeiten sind also vorhanden – das gefällt schon mal!

Die Becken von Cymbalistic hinterlassen dank mehrerer Soundvarianten im Zusammenspiel mit Bassdrum, Snare und E-Bass einen sehr postiven Eindruck. Bei dem HiHat Beispiel hört man die verschiedenen Sounds für die Hi-Hat. Unterschiedliche Lautstärke lässt auch die Klangvarianten erklingen. Für ein kostenloses Plugin geht hier schon mal einiges. Das sehr jazzig klingende Ride-Becken in seinen unterschiedlichen Varianten inklusive Choke  hört ihr zum Schluss. Fürs Homerecording reicht das Alles aber absolut aus.

Programmieren statt spielen

Für die meisten Sounds stehen zwei Velocity-Layer-Sounds zur Verfügung, Ausnahme ist beispielsweise der Choke-Sound mit nur einem Sample. Was mir nicht so gut gefällt, sind die recht harten Übergänge zwischen den Samples. Cymbalistic erfordert eher Step-Programmierung als Live-Spiel. Zwar funktioniert die schließende Fußmaschine der Hi-Hat, andere Sounds können jedoch nicht gestoppt werden. Die per Hand gestoppten Sounds der anderen Becken klingen daher leider immer aus. Da sollte der Programmierer noch mal nachbessern.

Mehr Effekte, bitte!

Die Becken-Sounds stammen aus der Public Domain Library des University of Iowa Electronic Music Studios. Auf der Webseite des Studios gibt es zwar weitere Infos zur Aufnahmetechnik, aber leider nicht zu den verwendeten Cymbals. Alle Sounds haben einen ordentlichen Raumanteil, eine sehr lange Release-Zeit und sind eher für Jazz und Co. als für modernen Pop und Rock geeignet. Schöne Läufe auf dem Ride-Becken sind einfach zu realisieren, kräftige Grooves auf der halboffenen Hi-Hat à la AC/DC dagegen weniger.

Da es sich bei Cymbalistic um ein reines Multi-Out-Plug-in handelt, kann man die einzelnen Gruppen – zu denen die Becken zusammengefasst sind – per EQ oder anderen Effekten selbst bearbeiten. Leider ist Multi-Out hier Pflicht: Im Stereo-Modus hört man somit nur die Hi-Hat, die auf den Kanälen 1 und 2 ausgespielt wird. Die übrigen Becken werden nur über nur die Outputs 3 bis 8 wiedergegeben. Das sollte man wissen!

Fazit

Alan ViSTa Cymbalistic überzeugt mit sehr guten Sounds für bestimmte Musikrichtungen wie Jazz oder seichte Popmusik. Sie sind präzise mikrofoniert und können problemlos mit denen von Kauf-Libraries mithalten. Wer noch mehr Klangbeispiele hören möchte, sollte sich das Demovideo des Herstellers ansehen und hören. Die einzelnen Sounds könnt ihr aber auch auf der Webseite der University of Iowa bekommen. Wer schon einen Drum-Sampler wie Native Instruments Battery hat, ist damit sicher flexibler. Dank der Multi-Outs lassen sich die Sound-Gruppen recht gut nachbearbeiten, nur der Choke sollte ein Becken auch wirklich komplett stoppen. Mit ein bisschen Programmieraufwand lassen sich mit Cymbalistic recht realistische Becken-Grooves erstellen. Wer den nicht scheut, sollte das Plug-in unbedingt mal ausprobieren.

  • Pro
  • Sehr gut klingende Samples
  • Viele verschiedene Spielweisen pro Becken
  • Multi-Outs
  • Contra
  • Choke stoppt andere Sounds des gleichen Beckens nicht
  • Features
  • Plug-in für Mac (VST/AU) und PC (VST)
  • 68 24-Bit-Stereo-Cymbal-Samples
  • 2 Velocity-Layer pro Cymbal
  • Panorama und Release-Zeit für jedes Becken einstellbar
  • Dynamic Range des gesamten Plug-ins regelbar
  • Preis
  • kostenlos

Verwandte Artikel

User Kommentare