Test
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07.10.2017

Adam Audio S3V Test

Aktiver 3-Wege-Midfieldmonitor

Leider geil

Der Midfieldmonitor S3V des Berliner Herstellers Adam Audio ist ein weiteres Mitglied der neuen „S-Klasse“, dessen nah verwandtes Modell S3H im bereits erfolgten Bonedo-Test absolut überzeugen konnte. Laut Hersteller eignet sich der 3-Wege-Monitor, der mit einem Straßenpreis oberhalb von 4000 Euro (pro Paar) die ambitionierte, professionelle Kundschaft anvisiert, auch für die Verwendung als Nahfeldmonitor.

Der Buchstabe „V“ in der Modellbezeichnung steht für die grundsätzlich vertikale, aber auch horizontale Positionierungsmöglichkeit des Monitors, womit der S3V flexibler und zusätzlich etwas preisgünstiger als das „H-Modell“ ist, welches in den meisten Parametern identische Werte aufweist. Geht man mit dem S3V-Monitor trotzdem irgendwelche Kompromisse ein? Was hat der Test ergeben?

Details

Bauweise

Beim stückweise angebotenen Adam Audio S3V Monitor handelt es sich um einen aktiven 3-Wege-Midfieldmonitor, dessen auffälligster Unterschied zum S3H in der Bauart des Basstöners besteht. Während Letzterer mit zwei 7-Zoll-Tieftönern und jeweils separaten 500W-Class-D-Verstärkern bestückt ist, „begnügt“ sich das aktuelle Testobjekt mit einem 9-Zoll-Tieftöner samt 500W-Class-D-Verstärker. Trotz dieses Unterschieds sind die verwendeten Technologien (ELE-Langhub-Tieftöner, S-Serie-Bassreflex-System) und auch der Übertragungsbereich identisch und versprechen eine verzerrungsarme und lineare Basswiedergabe (bis 32 Hz) auch bei hohen Abhörlautstärken. Bei der Bauweise und Verstärkung von Mittel- und Hochtöner gibt es keine Abweichungen zum horizontalen Schwestermodell. Der 4-Zoll-Mitteltöner (300 W, Class D) ist eine Kombination aus Kalotten- und Konustreiber und der S-Art Hochtöner (eine Weiterentwicklung des etablierten X-Art-Hochtöners) wird von einem 50 Watt leistenden Class-A/B-Verstärker angetrieben. Der neu entwickelte HPS-Präzisionswaveguide verspricht ein homogenes Abstrahlverhalten des Hochtöners für einen großen Sweetspot. Das, gegenüber dem S3H Monitor, kompaktere, aber mit 25 kg Gewicht nur geringfügig leichtere Gehäuse des S3V hat die Maße von 536 x 293 x 380 mm (H x B x T). Weitere technische Daten befinden sich am Ende dieses Testberichts.

Verarbeitung

Auch wenn die Form des vertikalen Modells etwas weniger markant wirkt als beim S3H-Monitor, handelt es sich beim S3V um einen formschönen und repräsentativen Hingucker, was man als professioneller Anwender mit Kundenkontakt nicht ganz außer Acht lassen sollte. Weiterhin wirkt die Verarbeitung von der Vorderseite bis hin zu den an der Rückseite angebrachten Anschlüssen und Bedienelementen absolut hochwertig und frei von irgendwelchen Mängeln.

Lieferumfang

Im Lieferumfang des Adam Audio S3V befindet sich neben einem Kaltgerätekabel der englischsprachige Quick Start Guide in Druckform. Eine ausführliche Bedienungsanleitung in deutscher Sprache wird hier www.adam-audio.com/de/s-serie-bedienungsanleitung/ zum Download bereitgestellt. Weiterhin ist die (beim Test des S3H-Monitors noch nicht verfügbare) S-Control-Remote-Software samt separater Bedienungsanleitung unter dem gleichen Link kostenlos herunterzuladen. Die Software, auf die ich an späterer Stelle noch eingehen werde, ermöglicht die Fernsteuerung der DSP-Funktionen sowie Firmware-Updates der Lautsprecher vom Rechner aus.

Anschlüsse und Bedienelemente

Auf der Rückseite des S3V-Monitors befindet sich oberhalb der Kaltgerätebuchse der Powerschalter zum Ein- und Ausschalten des Monitors. Eine automatische Anpassung an die regionale Stromversorgung erfolgt über das integrierte Schaltnetzteil, welches zum Betrieb der Box Spannungen von 100 bis 240 Volt (AC, 50/60 Hz) akzeptiert. Ein manuelles Umschalten ist also nicht erforderlich. Eine dezente, grün leuchtende LED oberhalb des Hochtöners signalisiert, dass der Monitor eingeschaltet ist. Als Audioeingänge sind sowohl eine analoge als auch eine digitale XLR-Buchse (AES 3) auf der Rückseite montiert und ein weiterer AES 3 Out dient der Koppelung weiterer Monitore im Stereo- oder Surroundbetrieb, deren Zuordnung (etwa links/rechts) im OLED-Dislay per Encoder erfolgt. Der USB-Anschluss ermöglicht die bereits erwähnte Verbindung zu einem Computer, um Klanganpassungen, alternativ zur Bedienung über den rückseitig angebrachten Encoder, per S-Control-Remote-Software durchzuführen. Weiterhin befindet sich auf der Rückseite ein abgedeckter Slot (2 x RJ45) für zukünftige Erweiterungen des S3V-Monitors.

Klanganpassung

Mit dem üppig ausgestatteten DSP-Board sind den Anpassungsmöglichkeiten an den Aufstellungsort und eigene Hörpräferenzen quasi keine Grenzen gesetzt. Insgesamt stehen acht, in ihrer Einsatzfrequenz von 20 Hz bis 20 kHz frei definierbare Bänder (High Shelf, Low Shelf, sechs vollparametrische EQs) zur Verfügung. Der Regelbereich beträgt großzügige und mehr als ausreichende ±12 dB, welche in 0,1dB-Schritten einstellbar sind. Diese Abstufung betrug beim Test des S3H-Monitors noch etwas gröbere 0,5 dB. Vermutlich handelt es sich hierbei um eine Auswirkung des Firmware-Updates, das ich während des Tests durchgeführt habe und trifft nun ebenso auf die anderen Modelle von Adam Audios S-Serie zu. Weiterhin verfügt der S3V-Monitor über fünf Speicherplätze für EQ-Einstellungen: Die beiden Presets „Pure“ (kein Processing), „UNR“ (Uniform Natural Response) sowie drei User-Presets zum Speichern eigener Anpassungen.

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