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Test
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15.12.2018

AcousticSamples VTines MK1 Test

Virtuelles Rhodes

Sampling und Modeling Hybrid eines Mark1 Fender Rhodes

Nachdem es im Bereich der Piano-Plugins schon einige Phyiscal Modelling Instrumente gibt, versucht die Firma AcousticSamples sich nun mit VTines an einem Rhodes Plugin und kombiniert Samples mit Modelling. Reiht sich dieses Plugin in die lange Liste durchschnittlicher Rhodes Plugins ein oder ist es eine überragende Neuerung? Dieser Frage gehen wir auf den Grund.

Darauf hat die Welt gewartet: Ein Rhodes Plugin! Wirklich? Nun, es gibt wohl wenige Instrumente, die so oft nachgeahmt werden (wollen) wie das Fender Rhodes. Und doch scheint sich AcousticSamples mit VTines vom Rest abzusetzen. Mit der Verbindung von Samples und Modelling-Technologie will die Firma eine äußerst schlanke, ressourcen-schonende und authentisch klingende Library auf den Markt bringen.

Details

Allgemeines

VTines kann über die Website des Herstellers für 99 Euro erworben werden. Dort wird das Plugin auch autorisiert und heruntergeladen. Gerade einmal 80 MB muss der User auf seiner Festplatte dafür hergeben. AcousticSamples setzt nach wie vor auf den iLok. Allerdings kann die Lizenz auch auf dem Rechner gespeichert werden, sodass ein physischer iLok hier nicht notwendig ist.

VTines kann nach der Aktivierung der Lizenz im iLok Manager in dem kostenfreien Sampler UVI Workstation geöffnet werden. Die Ladezeit der Library gestaltet sich erwartungsgemäß kurz. Keine zwei Sekunden vergehen und die Library ist startklar.

GUI

Mich begrüßt eine Oberfläche, die dem Frontpanel eines echten Rhodes nachempfunden ist. Die Regler sind doppelt belegt. Es gibt einen äußeren und einen inneren Ring. So steuert der innere Ring des ersten Reglers die akustische und der äußere Ring die elektrische Lautstärke. Akustisch heißt hier, dass die natürlichen Sounds, die ein Rhodes mechanisch produziert, aufgenommen wurden.

Es folgt ein Mini-EQ mit Bass- und Höheneinstellung. Auch findet man hier das vom Rhodes bekannte Vibrato, welches in Sachen Wellenform dem Original nachempfunden ist. Die Geschwindigkeit kann natürlich angepasst werden. Mit dem letzten Regler kann man das Signal verzerren oder den Hall aktivieren. 

 

Stage/Suitcase Rhodes

Ein mit „AMP“ betitelter Schalter schließt das Frontpanel ab. Damit lässt sich das Stage-Rhodes in ein Suitcase-Rhodes umwandeln und der eingebaute Verstärker wird aktiviert. Über den Reglern befinden sich weitere Schaltflächen zur Seitennavigation. Ein Klick auf „AMP“ öffnet die Einstellungen des Verstärkers. Hier lassen sich klassische Mikrofoneinstellungen wie z. B. Entfernung der Mikrofone zu den Lautsprechern, Position im Raum und auch Anteil des Raumes machen.

Unter FX erwarten euch keine Überraschungen. VTines kommt hier mit acht Effekten daher: Chorus, Phaser, Flanger, Wah, Delay, Rotary Simulation, Tube Saturation und Reverb, wobei die letzten beiden Effekte dieselben sind, die sich auf dem Frontpanel einstellen lassen. 

Unter MIDI lässt sich die Velocity-Kurve anpassen und auch anlernen. Das funktioniert erfreulich gut. VTines berechnet nach einigen von ganz leise nach ganz laut gespielten Tönen die optimale Velocitykurve für euer Keyboard.

Hybride Tonerzeugung

Der für mich spannendste Teil verbirgt sich hinter PREFS. Hier begrüßt mich ein schönes Bild, auf dem die Tonerzeugung eines Rhodes abgebildet ist. Diese Einstellungen machen den entscheidenden Unterschied zwischen VTines und allen anderen Plugins aus. Hier kann Physical Modelling seine Vorteile ausspielen. Hier lässt sich die Klangcharakteristik Note für Note einstellen und das ist gerade für mich als Rhodes-Service-Partner ein besonderes Schmankerl.

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