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28.03.2018

7 Tipps für einen gelungenen Open Air Gig

Vom Winde verweht: Wie ein Open Air Gig trotz widriger Umstände ein Erfolg wird

Aktuell im Frühjahr zurren sich die letzten Konzert - Termine für die Sommersaison zurecht, die ja mit Vorliebe auch draußen stattfinden. Draußen zu spielen ist erst einmal eine schöne Angelegenheit. Doch unabhängig davon, wie gut oder schlecht das Wetter auch ist, häufig hat man als Band mit einigen Widrigkeiten zu kämpfen, an die man vorher nicht denkt. Wir haben ein paar Tipps für euch, mit denen ihr auf alles vorbereitet seid.

1. Auf den deutschen Sommer ist kein Verlass - auf einen Vertrag schon

Egal, ob Juli oder August - der Sommer in Deutschland ist launisch. Von brüllender Hitze bis nasskaltem Wetter kann alles dabei sein und darauf solltet ihr euch auch schon vor Bestätigung des Gigs einstellen. Sichert also auch euren Gastspielvertrag auf alle Eventualitäten ab. Haltet vertraglich fest, dass die Bühne vor Regen geschützt sein muss. Möchte der Veranstalter, dass ihr wirklich "open air" spielt und es gibt keine Überdachung? Behaltet euch vertraglich vor, den Auftritt bei voller Gagenzahlung abzusagen oder abzubrechen, wenn das Wetter ein Risiko für euer Equipment darstellen sollte.

Sollte der Veranstalter sich vorbehalten, einen Gig wegen schlechten Wetters abzusagen, solltet ihr eine Ausgleichszahlung vereinbaren. Solch eine Absage erfolgt nämlich sehr kurzfristig und ihr verliert eure Gage.

Vielleicht habt ihr auch im Winter, zum Beispiel auf Weihnachtsmärkten, einen Gig. Lasst euch dabei versichern, dass es eine Heizmöglichkeit gibt, sodass ihr nicht mit frierenden Fingern spielen müsst.

2. Frieren ist unsexy

Oft bleibt das Gefühl, wegen des Stylings Kompromisse bezüglich des Komforts eingehen zu müssen. Ganz begeistert stellt ihr euer Bühnenoutfit zusammen, das vor allem auf eine kuschelig-warme Clubatmosphäre ausgerichtet ist. Nicht selten wird es auf einer Open Air Bühne aber doch frisch, manchmal sogar richtig kalt. Wenn ihr friert, verändert sich eure ganze Körpersprache und von einer stolzen Körperhaltung mit aufrechtem Rückgrat ist dann meist nur noch wenig übrig. Arme und Ellenbogen haltet ihr dann meist körpernah, um eure Restwärme zu speichern, eure Schultern wandern angespannt nach oben. Und wenn ihr erstmal wie Espenlaub zittert, wird auch eure Gesangsperformance nicht mehr die Größe und Qualität haben, die ihr euch für einen guten Auftritt wünscht. Halten wir fest: Natürlich soll ein Bühnenoutfit etwas her machen, das nützt euch aber rein gar nichts, wenn ihr euch den Hintern abfriert und für die gesamte Konzertlänge unwohl fühlt.

Besorgt euch warme Bühnenklamotten!

Genauso wie ihr "normale" Bühnenoutfits einkauft, schult euren Blick auf wärmende Helfer. Findet ihr einen Mantel, der ein totaler Hingucker ist? Habt ihr vielleicht die Möglichkeit, euer Shirt mit einer schicken Strickjacke zu kombinieren? Packt euch ein Alternativ-Outfit ein, das ihr anziehen könnt, falls es kalt wird.

3. Achtet auf Bewegungsfreiheit

Zieht ihr euch aufgrund kalter Temperaturen warm und dick an, lauert ein weiteres Problem - die Bewegungsfreiheit ist eingeschränkt. Achtet bei Jacken und Mänteln darauf, dass ihr euch in ihnen entspannt und frei bewegen könnt. Kauft sie lieber ein bisschen zu groß und lasst das Stück an der Taille etwas enger nähen, als dass ihr die Arme nicht mehr frei nutzen könnt. Spielt ihr auch noch ein Instrument, solltet ihr entweder eine Jacke finden, mit der ihr gut spielen könnt, oder auf warme, dünne Funktionskleidung setzen, die ihr unter eurem Bühnenoutfit tragen könnt, ohne eure Bewegungsfreiheit einzuschränken.

4. Alle Röcke fliegen hoch

Nun könnte das Wetter an sich super sein, aber gerade in Küstenregionen oder an Strandpromenaden weht meistens ein stärkeres Lüftchen. Der Anfängerfehler vieler Sängerinnen: Einen Rock einpacken und nicht an den Wind denken. Nun steht ihr da auf der Bühne, in einer Hand das Mikrofon, mit der anderen bemüht, den Rock vorm Hochfliegen zu bewahren. Hier könnt ihr nun unterschiedliche Geschütze auffahren. Möglichkeit 1: Eine Alternative zum Rock, also zum Beispiel Shorts. Möglichkeit 2: Ich habe bei einer Sängerin einmal gesehen, dass sie Tischdeckenbeschwerer an ihren Rock geklemmt hat. Das sah einerseits wirklich stylisch und lustig aus, weil es diese ja in vielen verschiedenen, fröhlichen Formen gibt, zum anderen hat sie ihr Rock-Outfit dadurch gerettet.

Nicht nur Röcke können im Wind umherfliegen, sondern auch Setlisten und Noten. Packt euch Gaffa Tape ein, um die Setlisten am Boden festzukleben. Notenblätter draußen zu schützen ist kaum stilvoll zu leisten. Wäscheklammern an Notenständern sehen immer improvisiert und mittel-professionell aus. Eine elegante Lösung ist heutzutage ein Tablet, das weder wegfliegt noch die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Eine andere Idee wäre eine Mappe, die ihr auf den Boden legt, die Noten in Folien packt und die Mappe an den Seiten beschwert, sodass die Seiten nicht herumfliegen.

5. Vor lauter Sonne nichts sehen

Hurra, die Sonne scheint. Aber was tun, wenn sie zum Timeslot schlecht steht und euch die ganze Zeit ins Gesicht scheint? Auf diesen Moment solltet ihr vorbereitet sein - es gibt doch kaum etwas cooleres als eine Sonnenbrille auf der Bühne zu tragen wie bspw. folgende legendäre Kollegen Oasis in Glastonbury:

 

6. Mit Pumps durch den Festivalmatsch

Open Airs am Strand, auf dem Acker, auf dem Campus? Trotz ausführlicher Absprachen sind manche Bedingungen vor Ort nicht ganz klar. Auch, wenn eine feste Bühne gestellt wird, kann es sein, dass der Weg dorthin keineswegs eben oder gepflastert ist. Hat es dann kurz vorher geregnet, latscht ihr durch den Matsch. Für einen Open Air-Auftritt solltet ihr euch also mindestens 3 Paar Schuhe einpacken:

1. Festes Schuhwerk für den Auf- und Abbau

2. Schuhe, die ihr beim Auftritt tragen möchtet

3. Schuhe, die ihr beim Auftritt tragen möchtet, falls es frisch wird (Alternative zu Sandalen, Slippern).

4. Gummistiefel für den Fall, dass das Gelände matschig ist.

7. Schwierige Backstage-Situationen

Bei Outdoor-Veranstaltungen ist es nicht unüblich, dass es schlechte bis kaum vorhandene Backstage-Räumlichkeiten gibt. Oft sind es Gemeinschaftszelte, die ihr euch mit Mitarbeitern des Festivals oder anderen Bands teilt - auch ein Spiegel ist keineswegs immer vorhanden. Macht euch darauf gefasst, dass die Privatsphäre zum Umziehen fehlen kann. Überlegt, ob ihr euch im Tourbus umziehen oder Teile eures Bühnenoutfits schon drunter ziehen und später dezent aufpimpen könnt. Falls ihr nicht auf einen Spiegel verzichten könnt, packt euch zur Sicherheit einen kleinen Kosmetikspiegel ein.

Vor dem nächsten Open Air Gig macht es Sinn, sich eine kleine Liste mit alle den Dingen zu machen, die ihr schnell vergessen, aber im jeweiligen Moment ebenso dringlicher vermissen könntet. Lieber ein bisschen mehr einpacken und einen Open Air Gig in jeder Wettersituation genießen! Viel Spaß!

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