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Audio Technica ATH-A900X Test

Praxis

Verwendungszweck

Als geschlossener Kopfhörer mit guter Schallisolation nach außen, der gleichzeitig äußerst pegelfest ist, eignet sich der ATH-A900X besonders gut zum Monitoring bei der Aufnahme von Musikern. In seltenen Fällen eignen sich geschlossene Kopfhörer auch für Mix- und Mastering-Anwendungen. Ob der Audio Technica ATH-A900X dazugehört, wird in den folgenden Unterpunkten abgehandelt. Nur soviel vorweg: Er wird immerhin nicht als solcher beworben.

Tragekomfort

Mit 350 beziehungsweise 402 Gramm gehört der Audio Technica Kopfhörer sicherlich zu den Schwergewichten dieses Testmarathons, was sich auch auf den Tragekomfort auswirkt. Dennoch ist er insgesamt alles andere als unkomfortabel! Auch die Ohrmuscheln sind in zwei Achsen ausreichend beweglich, so dass sie sich der jeweiligen Kopfform gut anpassen.

Die Fühler noch einmal von oben betrachtet.
Die Fühler noch einmal von oben betrachtet.

Klang

Alle von mir getesteten Kopfhörer wurden an folgenden Kopfhörerausgängen bzw. Verstärkern betrieben:

  • iPad 4
  • M-Audio Fast Track Ultra
  • SPL 2Controll
  • Lake People G93

Neben diversen akustischen Experimenten (Sinus Sweeps, Pink Noise und übliche DAW Tätigkeiten) habe ich den folgenden Mix folgender, stilübergreifender Songs auf allen zu testenden Kopfhörern gehört:

  • Charlie Haden – Cancion a Paola
  • Wolfmother – New Moon Rising
  • Alessandro Safina – Regresa A Mi
  • Johnny Cash – Desperado
  • Skrillex – Bangarang
  • Rihanna – Rude Boy
  • David Guetta – Sexy Bitch
  • Minnie Riperton – Inside My Love
  • Edward Maya – Stereo Love
  • Will.I.Am – Scream & Shout
  • Daft Punk – Loose Yourself To Dance

Frequenzgang

Wir erinnern uns: Der ATH-A900X hat eine angegebene Bandbreite von sagenhaften 5Hz bis 40 kHz, was in mir eine gewisse Erwartungshaltung weckt. Ohne die Angaben zum Abfall über den Eckfrequenzen ist solch ein Wert allerdings sehr dehnbar, da er nicht die Grenzen der Welligkeit beschreibt! Solche Werte, ohne genauere Definitionen, stellen also keinerlei Qualitätsversprechen dar bzw. haben einfach keine Aussagekraft.
So empfinde ich weite Bereiche des Frequenzgangs spontan als unausgewogen, speziell Resonanzen in den oberen Mitten und hohen Frequenzen sind festzustellen. Der obligatorische Sinus Sweep ergibt eine wahre Achterbahnfahrt zwischen 4kHz und 11kHz. Dabei scheint es zu „Auto-Panning-Effekten“ zu kommen, nur dass wir eigentlich ein Mono-Signal abhören, was sich wiederum mir nur durch Abweichungen zwischen linken und rechten Treiber erklärt. Okay, dieser Kopfhörer hat nie behauptet, sich für Mix oder Mastering zu eignen, aber ein solches Ergebnis bei einem 400 Euro Kopfhörer von diesem renommierten Hersteller ist schon eine kleine, negative Überraschung. Weiterhin lässt auch die Größe der Schallwandler etwas anderes erwarten: Zwar wird der Bassbereich im positiven Sinne maßvoll abgebildet, neigt allerdings zur Komprimierung und klingt  bei weitem nicht so offen wie andere Teilnehmer dieses Testmarathons. Schade.

Impulsverhalten

Die Darstellung von Transienten ist insgesamt als gut zu bezeichnen. Allerdings befinden sich in dem Preissegment des ATH-A900X eine Menge andere Modelle, die in dieser Disziplin noch „knackiger“ und direkter agieren, beispielsweise der Audio Technica ATH-M50, der AKG K702 und auch der Beyerdynamic DT-880 Pro, die ich auch allgemein deutlich besser finde.

Räumliche Abbildung

Für eine Kopfhörer geschlossener Bauart vermittelt der Audio Technica ATH-A900X eine sehr angenehme räumliche Tiefe. Im Hinblick auf die schwankende Wiedergabe der Frequenzbereiche in linken und rechten Schallwandler kann man allerdings davon ausgehen, dass diese Abbildung leichten Verfälschungen unterliegt. Daher sollte man keine allzu Mix-spezifischen Rückschlüsse ziehen. 

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