
In einem Interview mit groove.de appelliert die Awareness-Expertin Killa Schütze an Achtsamkeit und Aufklärung im Umgang mit Drogenkonsum auf Festivals und Clubveranstaltungen.
Schütze, die auf über 15 Jahre Erfahrung in der Clubkultur zurückblickt – unter anderem als Türsteherin im Robert Johnson und im Berliner Tresor –, erklärt, wie essenziell Awareness-Teams beim Thema Drogenkonsum sind. In ihrer Arbeit sieht sie nicht nur das „Take-Care“-Moment, sondern auch die große Herausforderung, Nicht-Stigmatisierung mit realitätsnaher Aufklärung zu verbinden.
Ein zentrales Thema ist für sie die Grenze der Awareness-Arbeit: „Wir sind keine Sanitäter, Therapeuten oder Psychologen.“ In Schulungen vermittelt sie ihren Teams klar, wann sie eingreifen können und wann medizinisches Personal gerufen werden muss.
„Es reicht auch nicht, einen schriftlichen Leitfaden zu verschicken. Viel wichtiger ist, dass man gemeinsam Workshops macht, bestimmte Szenarien bespricht und idealerweise auch praktisch übt.“
Schütze kritisiert zudem die oft einseitige Sicht auf bestimmte Drogen: Am gefährlichsten sei nicht nur der Missbrauch bekannter Substanzen wie GHB, sondern auch der Umgang mit neuen, wenig verstandenen Substanzen, die laut der Expertin stetig den Schwarzmarkt fluten.
„Auf keinen Fall sollte man einfach etwas nehmen, ohne zu wissen, was es genau ist – das ist wirklich das Gefährlichste.“
Sie plädiert für Drug-Checking-Angebote als sinnvolle Präventionsmaßnahme. Gerade auf Festivals, wo es bereits viele Konsument*innen gibt, könne das hilfreich sein, um unnötige Extremsituationen zu vermeiden.
Nicht zuletzt fordert sie strukturelle Verbesserungen: Awareness-Teams würden in der Szene häufig als „nice to have“ gesehen, gleichzeitig fehlten Mittel – besonders durch Förderkürzungen. Dies sei ein strukturelles Problem, da von politischer Seite keine Budgets zur Verfügung gestellt würden, um die Abdeckung der Kulturlandschaft in Sachen Awareness zu gewährleisten – „Aber im aktuellen Klima wirkt so eine Forderung fast utopisch.“
Das gesamte Interview ist nachzulesen auf groove.de