Casio stieg Anfang der 80er in den Markt kostengünstiger Instrumente ein und veröffentlichte 1984 den Synthesizer CZ-101, um sich mit Yamahas FM-Synthese zu messen und sich als alternative Budgetlösung zu etablieren. Kosten spielen bei Nakst Regency wohl eher die kleinere Rolle: Diesen Freeware-Synth gibt’s zu einem Preis, den nicht einmal Casio Anfang der 80er hätte unterbieten können.

DETAILS & PRAXIS
CLAP your hands
Regency ist leicht zu bekommen, und das für Rechner mit folgenden Systemen: ab Windows 7, macOS ab 10.14 und Linux ab glibc 2.22. Für den Download klickt man auf der Produktseite auf den Button „Free Download“ und wartet ab. Den Synth gibt es in den Formaten CLAP, AU und FL Studio native. PC-User brauchen entweder FL oder eine DAW, die das CLAP-Format unterstützt.
Revival der Phase-Distortion-Synthese
Nakst Regency sticht mit seiner speziellen Form der Klangerzeugung aus der Freeware-Synthesizer-Masse heraus. Ursprünglich hat Casio die Phase-Distortion-Synthese für die CZ- und PD-Reihe entwickelt. Die Modulation einer Wellenform entsteht hier durch die Verzerrung ihrer Phasenlage.

Regency basiert auf zwei Generator-Modulen, die jeweils drei serielle Verzerrerstufen bieten. Ihren Verlauf könnt ihr einzeichnen, per Preset oder Zufall festlegen, aber auch aus Audio-Dateien auslesen lassen. Drei Hüllkurven und drei LFOs ermöglichen allerlei Modulation, dabei ist die Zuordnung zu den gewünschten Parametern sehr elegant gelöst.
Klickt man einen freien Slot an, graut das komplette GUI bis auf die verfügbaren Modulationsziele aus. Das Filtermodul hält vier Typen bereit: Low-, High- und Band-Pass sowie Band-Stop. Für die drei FX-Slots gibt es die sechs Effekte Bitcrusher, Delay Line, Five-band EQ, Flanger, Pattern Delay und Trancegate.
Fantastische Presets mit viel Modulation
Das erste Preset aus der Kategorie Sequences heißt Glimmerous. Dabei handelt es sich um eine aleatorisch wirkende Klangkreation, die für sich allein stehen kann und dadurch weitere musikalische Elemente obsolet werden lässt.
Der Pad-Sound Death Valley Reprise lebt ebenfalls von viel Bewegung. Erstaunlich, was man bei Regency beim Spielen einer einzigen Taste zu hören bekommt. Ticket to Ride ist eigentlich ein Lead-Sound. Er kann aber auch akkordisch gespielt werden, sodass er ebenfalls rhythmisch bestimmt wird. Der brutale Synth-Bass Annihillator weckt dagegen jeden auf, der mutig genug ist, das Audiobeispiel abzuspielen.
FAZIT – Nakst Regency
Nakst Regency klingt definitiv nicht nach der Budgetlösung, die Casio mit der neuen Synthese-Form damals anstrebte. Der Sound des Freeware-Synths ist groß, lebendig und erstaunlich vielseitig. Und auch, wenn heute niemand mehr Phase-Distortion nutzen muss, um Speicherplatz einzusparen, macht diese Technologie klanglich auch 2025 noch absolut Sinn. Modulation ist mit Regency eine wahre Freude und auch das Interface ist wunderbar aufgeräumt und übersichtlich – mal wieder ein Volltreffer aus dem Hause Nakst!
Features
- Zwei Generator-Module
- Jeweils drei serielle Verzerrerstufen
- Filter mit LP, HP, BP und BS
- Drei Hüllkurven
- Drei LFOs
- Drei FX-Slots
- Sechs Effekte: Bitcrusher, Delay Line, Five-band EQ, Flanger, Pattern Delay und Trancegate
- Skalierbares GUI
- Ab Windows 7, macOS 10.14 und Linux mit glibc 2.22
- Erhältliche Formate: CLAP, AU und FL Studio native
- WEBSEITE: nakst.gitlab.io/regency/
- PREIS: Nakst Regency ist kostenlos
- Top Sound
- Drei serielle Verzerrerstufen
- Durchdachte Modulationsfeatures
- Kein Contra























