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27.03.2012
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Hammeraction to go

Das Downsizing eines Numa Nano Masterkeyboards

Ein Erfahrungsbericht!

Der aufmerksame bonedo-Leser wird bereits mitbekommen haben, dass ich meinen Beruf als Live-Keyboarder überwiegend autofrei ausübe. Statt eines PKW ist mein bevorzugtes Verkehrsmittel die Kombination Brompton Faltrad / Bahncard100. Mein Keyboard-Setup befindet sich dabei in einem zum Fahrradanhänger umgebauten Pelicase.

Außerdem habe ich noch eine Rucksacktasche mit einem kleinen Roland A500s 49-Tasten-Controllerkeyboard. Damit habe ich bislang meine Piano- und E-Piano-Sounds angesteuert. Das A500s hat soweit auch einen guten Job gemacht und nach mehreren Hundert Gigs unterschiedlicher Stilrichtungen ist meine Erfahrung mit dem Reisesetup, dass vier Oktaven völlig ausreichen – sofern man über Octave Transpose Buttons und noch zwei weitere kleine Keyboards verfügt.

Allerdings spiele ich schon sehr gerne auf Hammermechanik-Tastaturen. Leider gibt es aber so gut wie keine kompakten Masterkeyboards mit Hammermechanik. Das einzige kleine Modell, das es je gegeben hat, ist das Studiologic VMK-161plus. Das Teil hat zwar eine recht gute 61-Tasten-Hammermechanik, ist mit 15kg aber relativ schwer. Außerdem ist die Elektronik eher für die Steuerung einer DAW und nicht so sehr für den Live-Einsatz gedacht. So verfügt das VMK-161plus beispielsweise nicht über Splitzonen mit unterschiedlichen Kanälen und Program Changes.

Das Numa Nano Masterkeyboard, ebenfalls von Studiologic, bietet all diese Funktionen und verfügt über die neue, besonders leichte Fatar TP100LR-Tastatur. Diese wiegt nur 6 kg (bei 88 Tasten!), spielt sich aber wie eine schwere Hammermechanik. Ein phänomenales Patent, wenn man bedenkt, wie schwer solche Tastaturen in der Vergangenheit waren. So wiegen das Numa Nano und das Nord Electro HP, wo die TP100 in einer 73-Tasten-Version ebenfalls verbaut ist, nur etwa 11 kg.

Also: Ein Numa Nano in einer 4-Oktaven-Version, das war mein Wunsch. Nachdem meine Anfrage an Fatar Studiologic nach einer Sonderanfertigung negativ ausging, gab es nur eine Möglichkeit: Ich baue es mir selbst!

Ich möchte an dieser Stelle anmerken, dass ich keine Ahnung von Elektrotechnik habe und als Heimwerker auch nur mittelmäßig begabt bin. Alles, was ich hatte, war ein Numa Nano, einen Baumarkt in der Nähe und die nötige Portion Skrupellosigkeit, ein nagelneues 700-Euro-Instrument mit der SÄGE zu bearbeiten. Hier ist nun mein Bericht.

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User Kommentare

HammondToby schrieb:23:50 | 27.03.2012

Nachdem ich das NumaSaw ja schon selber unter den Fingern hatte (ohne funktionsfähiges C wohlgemerkt), hab ich mir auch schon überlegt, wie mein Bahn-Setup aussehen soll :D

Schade nur, dass die Hersteller da nicht mit sich reden lassen und so was nicht bedienen wollen. Marktlücken und Spezialanfertigungen gehören wohl nicht zum Servicegedanken."

Lukas schrieb:08:35 | 28.03.2012

Gibt es denn kein Foto vom fertigen modifizierten Keyboard?"

klingklong schrieb:11:03 | 28.03.2012

Foto gibts doch, im 5. Bildblock von oben (mittleres Bild).
Jaja, der Xaver Fischer, echt ein konsequenter Tastenfreak ;)"

Michael schrieb:21:50 | 28.03.2012

Hi,
ein echt unglaubliches Projekt !

Glückwunsch zur erfolgreichen Durchführung.

Dass die mechanische Aufteilung der Tasten 39/49 ist und nicht 40/48 finde ich nicht erstaunlich, da ja nur zwischen H und C und zwischen E und F eine geradlinige Lücke ist.

Ich vermute, ein Gehäuse aus Aluminium müsste bei gleicher Stabilität noch um einiges leichter sein als eines aus Multiplex. Es gibt Gehäuse- / Vitrinen- Bau-Firmen, die so etwas im Auftrag machen können. Die Firma, für die ich arbeitet, vergibt öfters solche Aufträge.

Gruß,
-Michael"

Urs schrieb:17:04 | 03.04.2012

Gratulation zum mutigen Umbau!
Mich würde noch interessieren, welche Software (oder Hardware) der Xaver dann live mit dem Teil ansteuert."

Xaver Fischer schrieb:17:34 | 03.04.2012

ich steuere damit ein Fantom XR Modul an.
Darin befindet sich eine 500MB Version des Rhodessamples von Christian Frentzen und ein Complete Piano SRX Board, womit ich mir einen etwas gepimten Klaviersound gebastelt habe (s. bonedo Workshops "Klaviersound auf der Bühne" und "die Geschichte der E Piano Clones" sowie das Videofeature über mein Reisesetup)"

michael schrieb:15:51 | 07.04.2012

ast Du schonmal überlegt, zwecks flexiblerer Möglichkeiten einen Computer statt einer Hardware-Tonerzeugung zu nehmen ?

Zum Beispiel so was:

http://www.mifcom.de/product/715/pc-system-mini-itx-h67-quad-core---passiv.html

Natürlich mit SSD stat Haraddisk.

Als Host-Software für die verschiedenen VST-Plugins wäre das geeignet:

http://www.brainspawn.com/

-Michael"

Xaver Fischer schrieb:18:25 | 07.04.2012

bin ein Freund von Hardware. Das Fantom funktioniert einfach immer, vor Abstürzen braucht man keine Angst haben. Außerdem brauche ich vom Fantom nur das Rhodessample und das SRX Piano. Das gibt es in Software auch nicht besser. Alles andere mache ich sowieso mit dem Virus."