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Denon Engine Test

Musikdatenbank Management Software

Ordnung ist bekanntlich das Halbe (wenn nicht gar das Ganze) DJ-Leben. Das war früher im Vinyl-Zeitalter der Fall und ist es auch heute noch. Während einem eine gute Organisation in früheren Dekaden half, trotz des endlichen Platzangebots im Plattenkoffer, ein flexibles Set zusammenzustellen, besteht in Zeiten von Terrabyte großen Festplatten das Problem eher darin, den richtigen Track schnell und zielsicher aus dem großen Audiodaten-Eintopf zu fischen. Das japanische Traditionsunternehmen Denon will uns dabei mit seiner Software „Engine“ hilfreich unter die Arme greifen. Was das kostenlose Tool drauf hat, haben wir uns für euch angeschaut.

Details

Vernetzung oder besser gesagt Netzwerkfähigkeit ist aktuell fraglos ein ziemlich heißes Thema im Bereich des DJ-Equipments. Egal ob nun Pioneer mit seiner Nexus-Serie und dem sogenannten Pro DJ Link, Allen & Heath mit Ihrem X:Link-Standard oder eben Denon mit dem Engine-Framework: Wer in der Mittel- bis Oberklasse seinen Geräten keine Netzwerkschnittstelle spendiert, verschläft wohl einen wichtigen Trend.

Im einfachsten Fall führt die Vernetzung dazu, dass alle an einem Hub angeschlossenen Geräte wie durch Geisterhand plötzlich auf alle Medien aller Laufwerke zugreifen können, was fraglos ziemlich praktisch ist. Die fortgeschrittene Implementierung liefert dann auch Tricks wie Beat-Synchronisation der Decks untereinander oder ein globales Mastertempo, das auch auf die Effekt-Sektion eines angeschlossenen Mischers wirken kann. Ein zweiter, mit der Vernetzung einhergehender Trend ist die Möglichkeit, Mediaplayer im Computerverbund zu betreiben. Verwaltungs- und Organisationsaufgaben übernimmt der Rechenknecht und die Ergebnisse lassen sich auf dem vergleichsweise wesentlich größeren Display betrachten.

Denons Engine will genau dies leisten. Nämlich ein Werkzeug zur Verwaltung und Vorbereitung von Audiodateien zu sein und sogar noch ein bisschen mehr: Erkennt die Software einen oder mehrere, via Netzwerk verbundene, kompatible Player (SC2900, SC3900, S3700), können diese unmittelbar aus Engine heraus mit Audiodaten bestückt werden. Dafür muss das Medium, beispielsweise ein USB-Stick, nicht physikalisch mit dem Player verbunden sein.

Installation

Die mit weit unter fünf Megabyte äußerst schlanke Engine-Software befindet sich im Lieferumfang kompatibler Player. Alternativ kann sie kostenlos von der Denon-Website heruntergeladen werden. Die Installation ist mit wenigen Mausklicks abgeschlossen.

Beim ersten Start mault Engine in weitgehend frei erfundenem Englisch das Fehlen von Apples Quicktime an. Bisher habe ich Quicktime bewusst gemieden, da es sich hierbei meiner Meinung nach um eine eher unelegant programmierte Software handelt, die ständig nach Hause telefonieren, sich aktualisieren und mit jeder verfügbaren Dateiendung verknüpfen will. Widerwillig installiere ich den ungeliebten Mediaplayer und vergebe einen Minuspunkt. Zumal mir nicht klar werden wollte, an welchem Punkt Engine überhaupt vom Quicktime-API Gebrauch macht.

Vernetzung

Engines Dreh- und Angelpunkt ist natürlich die Netzwerkfähigkeit. Verwendet man einen Router oder Hub mit DHCP-Server-Funktion, muss man sich, abgesehen vom physikalischen Verkabeln, um nicht viel kümmern. Die Denon-Mediaplayer holen sich automatisch eine freie IP-Adresse. Klar, dass sich dabei auch der Rechner auf dem Engine läuft im selben Netz (wahlweise kabelgebunden oder via WiFi) befinden muss. Soll indes nur ein einziges Denon-Laufwerk direkt via Ethernet-Kabel mit einem Computer verbunden werden, muss man dem Rechner die IP-Adresse manuell zuweisen. Eleganter ist aber zweifellos die Methode Drahtlosnetzwerk, zumal sich auf diesem Weg auch die iPad-Version von Engine ins Player-Netzwerk einbinden lässt. Hierbei ist sogar der Parallelbetrieb der PC/Mac-Version und der iOS-Variante möglich. Leider kann das iPad jedoch nur die Daten eines angeschlossenen USB-Mediums „sehen“. Der Zugriff auf die iTunes-Library eines Engine-Rechners ist (derzeit noch) nicht möglich.

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