Varytec Hero Scan 150 Test

PRAXIS

Varytec Hero Scan 150: Beschaffenheit und Funktionen

Bei meinem ersten Kontakt mit dem Hero Scan 150 macht der Scanner einen stabilen Eindruck. Das Gehäuse besteht größtenteils aus Metall, lediglich um den Spiegel herum und an den äußeren Enden befindet sich rutschfester Kunststoff. Komplett in mattem Schwarz gehalten, kombiniert mit den symmetrischen Ausfräsungen, die der aktiven Belüftung helfen, sieht der Scanner schon sehr elegant aus. Die fettig anmutenden Schlieren auf der Lackierung meines Testsample sind indes zunächst ein wenig störend. Der beiliegende Bügel muss mit den dazugehörigen Inbus- und Flügelschrauben an den seitlichen Gewinden befestigt werden. Alternativ kann man das Gerät aber auch einfach auf den Boden stellen.

Steuerung am Gerät

Dank der kompakten Größe von 46 x 22  x 26 cm lässt sich der Scanner trotz fehlender Griffe leicht an den Seiten aus dem Karton heben, obwohl er mit einem Gewicht von 7,5 kg auf jeden Fall zu den schwereren Vertretern seiner Art zählt. Für meinen Test betreibe ich den Hero Scan 150 zunächst stehend auf dem Boden.

Sobald der Scanner mit Strom versorgt ist, schaltet sich das Gerät umgehend ein. Gute 30 Sekunden dauert es, bis der Hero Scan 150 hochgefahren ist und ich mich an der Display-Steuerung versuchen kann. Das Menü ist sehr intuitiv gestaltet und dementsprechend einfach zu bedienen.

Zunächst navigiere ich mich durch die acht voreingestellten Programme, wobei der Spiegel simple Abläufe an die Wand zeichnet und Gobos sowie Farben wechselt. Dabei handelt es sich aber strenggenommen nur um vier Laufwege, denn jedes zweite Programm gibt eine gespiegelte Version des vorherigen ab. Im Auto-Modus spielt der Hero Scan 150 diverse Szenen aus diesen voreingestellten Shows ab, im Musikmodus reagiert er auf den Rhythmus der Musik. Mit entsprechend eingestellter Sensibilität funktioniert Letzterer selbst bei Zimmerlautstärke sehr gut.

Die Gobos erscheinen hier noch sehr verschwommen, darum will ich den Fokus einstellen. Das lässt sich im „Calibration“-Untermenü bewerkstelligen, für das man einen dreistelligen Zahlencode benötigt, um Zugriff auf die einzelnen Parameter zu erhalten. Dieser lag dem Paket meines Testmusters nicht bei und ließ sich zunächst auch nicht via Factory-Reset oder Handbuch einstellen. Jedoch konnte ich ihn auf Nachfrage beim Kundenservice erhalten.

Das Fokussieren mit den Tasten ist allerdings etwas schwieriger, als mit einem Fader via DMX, da der Fokus einfach nicht schnell genug hinterher kommt, sodass man den richtigen Punkt schnell überspringt und sich dann Klick für Klick zur Schärfe heranarbeiten muss – ziemlich zeitaufwändig. Als nächstes versuche ich mein Glück via DMX-Steuerung.

Fotostrecke: 3 Bilder Das Display stellt sich nach kurzer Zeit ab und kann per Tastendruck aktiviert werden

Steuerung über DMX

Hierfür wird der Hero Tech 150 durch ein Cameo Licht-Interface mit meinem Rechner verbunden und mittels Daslight angesteuert. Schnell finden sich die zwei Varytec-Presets zum Betrieb im 8- und 14-Kanal-Modus und der DMX-Praxistest des Hero Scan 150 kann starten.

8-Kanal-Modus

Der 8-Kanal-Modus bietet größere Übersicht. Hier habe ich unter anderem Zugriff auf die Strobo-Rate, die gefühlt vom Gewitter überm Geisterhaus bis zur Drum’n’Bass-Party in der Großstadtdisco alles abdecken kann. Der Lichtstrahl lässt sich im Pan/Tilt-Bereich sehr dynamisch bewegen. Er macht keinen Mucks wenn die Bewegungen schnell sind und das Gerät kommt auch bei filigraneren Anwendungen nicht ins Stocken. Der Motor macht also eine gute Figur. Nicht ganz so der Lüfter, der schnell anfängt laut zu arbeiten.

Im 8-Kanal-Modus lassen sich auch Dimmer und Fokus bedienen. Letzterer benötigt ein bisschen mehr Geduld und Fingerspitzengefühl. Anders als der Spiegel lässt dieser sich nämlich eher träge steuern. Weiterhin kann ich einstellen, ob die Gobos wechseln sollen oder ob ich eine bestimmte Form bevorzuge – auf die Farben habe ich noch keinen Einfluss. Diese wechseln mal mit, mal ohne leichten Prisma-Effekt bis zum Ende des Farbrads. Dann dreht sich das Rad wieder über alle anderen Farben zurück auf Anfang, was teils recht chaotisch wirkt. Bei den Bewegungsabläufen handelt es sich um dieselben wie schon im Standalone-Modus. Die Wechselrhythmen lassen sich in beiden Funktionen auch musikalisch steuern.

14-Kanal-Modus

Hier habe ich Zugriff auf den vollen Funktionsumfang des Hero Scan 150. Unter anderem lassen sich Farben nun einzeln oder gemischt einstellen. Gemischt heißt, dass die dargestellte Form zwei aufeinanderfolgende Farben mittig getrennt darstellt. Unweigerlich tritt so ein leider recht präsenter Trennstreifen in Erscheinung.

Je nach eingestellter Kolorierung treten recht starke Farbränder auf. Besonders offensichtlich wird das bei weißen Formen, wo die blaue Umrandung sehr deutlich ins Auge springt. Das Farbrad lässt sich nun auch in zwei Richtungen drehen. Ebenso verhält es sich bei der Wechselrichtung der Gobos.

Außerdem fällt der Fokus bei den einzelnen Gobos unterschiedlich aus. Wenn eine Form zum Beispiel scharf aussieht, ist das bei einer anderen wieder nicht der Fall. Bringt man allerdings ein bisschen Bewegung ins Spiel, fällt das nicht mehr wirklich auf. Dazu wähle ich eine der Formen in der Shake-Variante aus und aktiviere den Prisma-Effekt, dessen Rotationsgeschwindigkeit ich anhand des Kanal-Faders bedienen kann. Auch der Gobo selbst lässt sich in beide Richtungen drehen. Im 14-Kanal-Modus lassen sich ebenfalls die vorprogrammierten automatischen Shows und Pan-Tilt-Automatikprogramme anwählen.

Fotostrecke: 6 Bilder Die Standard-Kreisform
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