Mit dem Walrus Audio Canvas Volume Pedal bringt der US-amerikanische Hersteller ein Stereo-Volumenpedal auf den Markt, das die Vorzüge digitaler Steuerungsprozesse mit einem komplett analogen Signalpfad kombiniert. Dank eines verschleißfrei arbeitenden Positionssensors ist das Canvas Volume in der Lage, die Lautstärkekurven anderer Volume-Pedale zu imitieren. Zur Auswahl stehen hierfür 8 Taper-Modi, die sich an den Sweep-Kurven bekannter Lautstärke-Pedale (z. B. von Boss, Dunlop oder Ernie Ball) orientieren. Hinzu kommen nützliche Features wie eine einstellbare Minimallautstärke für die Fersenposition, eine Boost-Funktion für die Zehenposition und eine optionale Verzögerung der Lautstärkekurve (Lag).
Unser Fazit:
4 / 5
Pro
robuste Verarbeitung
verschleißfreies Design
8 Taper-Modi
Lag-Funktion
Contra
Höhenverlust (ohne vorgeschalteten Buffer)
Minimal-Volume-Setting (Fersenposition) sehr niedrig angesetzt
Test: Walrus Audio Canvas Volume – 8 Lautstärkepedale in einem!
Walrus Audio Canvas Volume Pedal – das Wichtigste in Kürze
Was unterscheidet das Canvas Volume von anderen Volume-Pedalen? Im Gegensatz zu den meisten Volume-Pedalen arbeitet das Canvas-Volume nicht mit mechanischen Bauteilen (Zahnrad, Poti etc.), sondern mit einer Kombination aus digitalem Positionssensor und analogem VCA (spannungsgesteuerter Verstärker).
Ist das Canvas Volume ein digitales Pedal? Das Canvas Volume garantiert einen komplett analogen Audiopfad, der mit digitalen Steuerungsmechanismen bearbeitet wird. So ist das Canvas Volume in der Lage, den Regelweg verschiedener Lautstärke-Potis (Taper) zu simulieren.
Bietet das Pedal zusätzliche Funktionen? Wie viele andere Volume-Pedale verfügt das Canvas Volume über eine regelbare Minimallautstärke in der Fersenposition und eine Boost-Sektion. Nicht ganz alltäglich ist die sogenannte Lag-Funktion, die den Lautstärke-Sweep im Verhältnis zur Pedalbewegung verzögert.
Welche Anschlussmöglichkeiten bietet das Canvas Volume? Das Pedal verfügt über zwei Ein- und Ausgangsbuchsen und kann damit in Stereo-Setups integriert werden (z. B. Stereo In -> Stereo Out). Im Mono-Betrieb lässt sich der zweite Ausgang zum Anschluss eines Stimmgerätes (Tuner Out) oder zum Ansteuern eines zweiten Verstärkers (Mono In -> Dual Mono Out) nutzen.
Was sagt der Test? Das Canvas Volume gehört in Sachen Funktionsumfang derzeit zu den flexibelsten Volume-Pedalen auf dem Markt. Als echte Highlights entpuppen sich die innovative Lag-Funktion und die 8 verschiedenen Taper-Simulationen.
Aufbau und Funktionsumfang des Walrus Audio Canvas Volume
Das Walrus Audio Canvas Volume hat ein Gewicht von 993 Gramm und gehört mit seinen Maßen von (BxHxT) 92 x 45 x 225 mm eher zu den kompakteren „ausgewachsenen“ Volume-Pedalen. Alle Ein- und Ausgänge sind an der rechten Gehäuseseite zu finden, während der Anschluss für das Netzteil (mind. 300 mA) an der Stirnseite liegt. Hier gibt es auch einen USB-C-Anschluss für zukünftige Firmware-Updates.
1/4Mit seinen Maßen von (BxHxT) 92 x 45 x 225 mm gehört es eher zu den kompakteren „ausgewachsenen“ Volume-Pedalen.
2/4Alle Ein- und Ausgänge sind an der rechten Gehäuseseite zu finden, während der Anschluss…
3/4…für das Netzteil (mind. 300 mA) an der Stirnseite liegt.
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Alle weiteren Funktionen des Pedals sind unauffällig unter der Fersensektion der Wippe zugänglich. Sie gliedern sich in zwei Druckschalter zur Steuerung der Funktionen „Taper“ (8 Lautstärkekurven), „Minimum On“ (Lautstärke der Fersenposition), „Gain“ (Boost in der Zehenposition von -12 dB bis +9 dB) und „Lag“ (Verzögerung der Lautstärkebewegung).
So werden die Audio-Files aufgezeichnet
Getestet wird das Canvas Volume vor und hinter einem Universal Audio Dream ’65 Amp und vor einem Budda Superdrive 45 in Kombination mit einem Two Notes Torpedo Captor X. Als Gitarren stehen unter anderem eine Maybach Texonian T54 und eine Maybach Lester bereit und als Vergleichspedale dienen ein Lehle Mono Volume und ein Dunlop DVP5 Volume (X) 8 Pedal.
Wie schlägt sich das Walrus Canvas Volume Pedal in der Praxis?
Beim ersten Antesten überzeugt das Canvas Volume-Pedal auf Anhieb mit einer sehr komfortablen Wippengröße und einem angenehm laufenden Regelweg, dessen Widerstand sich über eine Schraube auf der Unterseite einstellen lässt. Der Direktvergleich mit dem Dunlop DVP5 und dem Lehle Mono Volume ergibt, dass der Regelbereich in Richtung Ferse etwas kürzer ausfällt, was im Stehen durchaus von Vorteil sein kann. Beim Skippen durch die 8 Taper-Simulationen zeigt sich schnell, wie unterschiedlich doch die Volume-Potis verschiedener Pedale arbeiten. Dies betrifft vor allem den Sweet-Spot des Lautstärkeanstiegs, der teilweise an sehr unterschiedlichen Positionen auf dem Regelweg zu „spüren“ ist. Natürlich sind hier keine weltbewegenden Unterschiede für den alltäglichen Gebrauch eines Volume-Pedals zu erwarten. Im Detail eignen sich die verschiedenen Lautstärkekurven jedoch unterschiedlich gut für bestimmte Tempi oder spezielle Disziplinen wie Swells oder Tremolos.
So klingen die unterschiedlichen Taper-Modi im Direktvergleich
Wir hören zunächst einige cleane Akkorde mit Volume-Swells vor dem UAFX Dream Amplifier mit drei unterschiedlichen Taper-Modi (Canvas | Ernie Ball | Goodrich). Bei vergleichbaren mechanischen Bewegungen lassen sich hier bei genauem Hinhören die Unterschiede im Verhalten der Lautstärkekurven ausmachen. Im zweiten Beispiel sitzt das Canvas Volume hinter dem Amp mit nachgeschaltetem Delay und Reverb. Wir hören einen Direktvergleich zwischen Taper 1 (Canvas) und Taper 2 (Lehle).
Die Lag-Funktion entpuppt sich als echtes Highlight
Der Lag-Modus gehört in meinen Augen zu den spannendsten Features des Canvas Volume. Durch eine Verzögerung der mechanisch ausgelösten Lautstärkemodulation sind hier besonders weiche und unaufdringliche Volume-Swells möglich, mit denen sich perfekt ein Tremolo-Effekt erzeugen lässt.
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Lag-Modus, light | medium (Les Paul)
Wie funktioniert das Volume Pedal vor dem verzerrten Amp?
Im nächsten Beispiel sitzt das Canvas Volume-Pedal vor einem verzerrten Amp und kann hier wie das Volume-Poti an der Gitarre den Grad der Verzerrung beeinflussen. Zusätzlich ist es möglich, die Zehenposition mit einer Boost- (+9 dB) bzw. Minus-Boost-Funktion (-12 db) zu belegen. Wir hören das Pedal in den drei unterschiedlichen Gain-Modi -12dB, Unity und +9 dB, bei denen jeweils zum Ende des Riffs in die Fersenposition gewechselt wird. Auffällig ist hier, dass das Minimum-Volume-Setting auch in der höchsten gewählten Stufe (8) noch sehr leise ist, womit feine Abstufungen zwischen Medium-Gain und Crunch kaum möglich sind.
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Boost + Minimum Volume, 1 | 5 | 8 (PRS)
Überraschung beim Bypass-Test
Zum Abschluss habe ich das Canvas Volume noch einem Bypass-Test unterzogen, da das Thema „Höhenklau“ bei der Arbeit mit Volume-Pedalen durchaus eine Rolle spielen kann. Im Vergleich mit dem Lehle Mono Volume und dem passiven Dunlop DVP5 schnitt unser Testkandidat dabei überraschenderweise am schlechtesten ab (deutlicher Höhenverlust). Beheben ließ sich dieses Phänomen allerdings komplett mit einem vorgeschalteten Buffer. Wer auf dieses Thema sensibel reagiert, sollt also sichergehen, dass das Canvas Volume in der Signalkette hinter einem Buffer bzw. gepuffertem Pedal (z. B. TC Electronic PolyTune 3 oder Boss TU-3) sitzt. Danach steht dem Spielspaß mit dem Canvas Volume Pedal nichts mehr im Wege.
Das Walrus Audio Canvas Volume Pedal ist in Sachen Funktionsumfang und Verarbeitung ein Volume-Pedal für wirklich jede Lebenslage. Mit Stereo-Ein- und -Ausgängen, variabler Boost-Funktion und regelbarem Minimal-Volume-Setting dürften die meisten Fans von Lautstärkepedalen eigentlich schon bedient sein. Noch mehr Variabilität findet sich in den 8 unterschiedlichen Taper-Modi und dem Lag-Modus zur Verzögerung der Lautstärkekurve, zwei spannende Features, die über den „normalen“ Gebrauch hinausgehen. Wer auf maximale Signaltreue schwört (Stichwort: Höhenklau) sollte das Canvas Volume auf jeden Fall hinter einem Buffer oder einem gepufferten Pedal (z. B. Tuner) betreiben.
Stereo In/Out, Boost und Minimum-Volume-Regler: Das Canvas Volume bietet deutlich mehr als ein klassisches Lautstärkepedal.
Hersteller: Walrus Audio
Modell: Canvas Volume Pedal
Typ: Volumen-Pedal
Herstellungsland: USA
Anschlüsse: In L, In R, Out L, Out R / Tuner
Regler/Schalter: Taper, Min, Gain, Lag (jeweils +/-)
Stromversorgung: 9-V-Netzteil (nicht im Lieferumfang)
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