Palmer Orbit 11 Test – mehr als nur Koax

Die Palmer Orbit 11 ist eine aktive 3-Wege-Studioabhöre. Mitten- und Hochtöner befinden sich in koaxialer Bauweise auf derselben akustischen Achse. Ihr dritter Weg ist mit zwei Tieftönern ausgestattet. Mit geschlossener Bauart verspricht die Box ein konsistentes Abstrahlverhalten und eine stabile Klangabbildung. Im bonedo-Test darf das zweite Boxenmodell der Hessen zeigen, was es kann.

Unser Fazit:
5 / 5
Pro
  • Koaxial-Speaker für präzise Ortung
  • Spitzenklang, homogen durch alle Lautstärken
  • ausgewogener Frequenzgang inklusive sehr guter Basswiedergabe
Contra

Quick Facts Palmer Orbit 11

  • 3-Wege Aktivbox mit Koaxial-Mitten-/Höhen-Speaker
  • zwei 8-Zoll-Woofer (linke und rechte Gehäuseseite)
  • geschlossene Bauart
  • Analogeingang: XLR, symmetrisch
  • Digitalschnittstelle: AES/EBU ( 2x AES3-XLR)
  • DSP-Funktionen: Pad, EQ, Room-Filter

Koaxiale Mitten und Höhen und zwei Woofer im Bassweg

Die Palmer Orbit 11 kombiniert einen 6,5“-Mittentöner und einen 1“-Hochtöner zu einem Koaxial-Lautsprecher. Zu den zwei Wegen gesellen sich für den Bassbereich als dritter Weg zwei impulskompensierte 8“-Tieftöner hinzu. Die beiden Woofer sitzen sich links und rechts gegenüber und pumpen Basssignale beidseitig aus dem relativ kleinen Korpus in den Raum. Der Hersteller verspricht eine Basswiedergabe bis hinunter zu 28 Hertz mit Abweichungen von bis zu 3 Dezibel.

Detailansicht des Koaxialspeakers der Palmer Orbit 11
Unscheinbar, aber koaxial: Mitten und Höhen sitzen übereinander auf der gleichen Achse.
Detailansicht eines der beiden 8-Zoll-Woofer der Palmer Orbit 11
Links und rechts im Gehäuse sitzen zwei 8-Zöller, die im geschlossenen Gehäuse exzellente Bässe in den Raum pumpen.

Die Orbit 11 von Palmer – Studiomonitor par excellence

Ohne zu viel vorwegzunehmen: wer nach Boxen für das Mixing, Mastering, Sounddesign oder für die Content-Creation sucht, sollte die Orbit 11 aus der Marke Palmer aus dem Hause „Adam Hall“ unbedingt mal anhören. Die Abhöre ist kompakt, leistungsstark und besitzt einen Koaxialspeaker, der eine präzise Verortung im Stereobild zulässt.

Was war nochmal ein Koaxialspeaker? Da Hoch- und Mittentöner übereinander verbaut sind, strahlen deren Signale aus der gleichen akustischen Achse; für unser Gehör quasi eine Punktschallquelle. Dies minimiert Phasenprobleme und klingt meist klarer und präziser ortbar, als bei herkömmlicher, versetzter Anordnung der einzelnen Lautsprecher.

Enormes Leistungspaket

In einem geschlossenen Aluminiumdruckgehäuse mit zirka 30 cm Höhe, 30 cm Tiefe, 20 cm Breite und einem stattlichen Gewicht von fast 14 Kilo kommt die Orbit 11 daher. Für solche Gehäusemaße bringt die Box außergewöhnlich viel auf die Waage. Was steckt alles drin?

Ein vorne eingesetzter Koaxial-Mitten-Hochtöner und zwei seitlich verbaute 8-Zoll-Woofer werden von Class-D-Verstärkern mit sage und schreibe 400 Watt Durchschnitts- und 1000 Watt Spitzenleistung angetrieben. 2 mal 250 Watt gehen zum Koaxialspeaker und 500 Watt stehen den beiden Woofern zur Verfügung. Ein maximaler Schalldruck-Peak von 116 Dezibel bei einem Frequenzgang von 28 bis 28000 Hz (bei -3 dB Abweichung) soll laut Herstellerangaben möglich sein. Entwickelt und designt wurden die Palmer Orbit 11 übrigens in Neu-Anspach (Hessen), hergestellt werden sie in China. Die Box ist sowohl in schwarzer als auch in weißer Gehäusefarbe erhältlich.

Anschlüsse

Die Orbit 11 der Marke Palmer besitzt zwei Audioeingänge: einen analogen und einen digitalen. Der analoge XLR-Eingang ist für symmetrische Analogsignale ausgelegt. Die Digitalschnittstelle besteht aus zwei AES3-Buchsen im XLR-Format: ein Input und ein Output. Das digitale Audiosignal wird per sogenanntem Daisy-Chain-Prinzip angeschlossen. Hierbei wird ein digitales AES/EBU-Signal zunächst zu einer Box geschickt, und von dort aus dann mit einem weiteren AES3-XLR-Kabel zur zweiten Abhöre des Stereopaars weitergeleitet. Am Bedienfeld auf der Oberseite der Box stellt man ein, welche Box die linke und welche die rechte Abhöre im Stereosetup zu sein hat. Der AES3-Eingang unterstützt Abtastraten bis maximal 96 Kilohertz und eine Auflösung von 24 Bit.

Detailansicht der Anschlüsse auf der Rückseite der Palmer Orbit 11
Analog rein, digital rein, Strom rein, fertig. Das klare Konzept zieht sich durch die gesamte Konstruktion der Orbit 11.

Orbit 11 ohne Zucker und mit Touch-Display

Apropos Bedienfeld: Recht praktisch und intuitiv zu bedienen, befinden sich ein Display und drei berührungsempfindliche Tastenfelder oben auf dem Boxengehäuse. Hier lassen sich sämtliche Einstellmöglichkeiten der Box bedienen und deren Status ablesen. Mit zwei Richtungs- und einer Bestätigungstaste tippt und skipt man sich durch die verschiedenen Funktionen. Das Display erlischt automatisch, sollte man nach einer gewissen Zeit keine Tasten berührt haben.

Detailansicht des Bedienfeldes mit Display der Palmer Orbit 11
3 Sensortaster mit zugehörigen Display: beides Intuitiv und gut bedienbar, ohne hinter die Box klettern zu müssen.

Rückseite

Unten, ein wenig nach innen versetzt, befinden sich vier Anschlüsse. Drei Buchsen für Audiosignale und eine zur Stromversorgung. Ein Kaltgerätestromkabel wird mitgeliefert. Eine Autostandby-Funktion beziehungsweise Stromsparfunktion ist nicht vorhanden. Die Orbit 11 wird mit einem kleinen Powerswitch oberhalb des Stromanschlusses ein- und ausgeschaltet.

Mit Hilfe ihrer Befestigungspunkte mit Gewinde und M8-Ösenschraube lässt sich die 14-Kilo-Box an Wand oder Decke montieren. Palmer hat hierfür auf Kompatibilität mit der 20B-Halterung der Firma Gravity geachtet.

Total Ansicht der Rückseite der Palmer Orbit 11 von schräg oben
Zur Montage sind Gravity-Kompatible Befestigungspunkte vorhanden. Und obendrauf sitzt das Bedienfeld.

Einstellmöglichkeiten mit Fingerspitzengefühl

Die Bedienfeatures der Orbit 11 sind vorne, oben auf der Box zu finden. Drei Touchbuttons ermöglichen den Zugriff auf ein mehrstufiges Eingangs-Pad, einen 3-Band-EQ, Tisch- und Wandpresets und ein 80-Hz-Hochpassfilter. Neben den klangbeeinflussenden Features, lässt sich hier außerdem einstellen, welches Eingangssignal benutzt werden soll.


Prädikat: Spitzenklang

Schon beim Auspacken und Aufstellen macht die fast 14 Kilogramm schwere Box mit ihren tadellos verarbeiteten Elementen einen hochwertigen Eindruck. Im 2-Meter-Hördreieck stelle ich die Abhöre auf Ständer und auf meine vorhandenen Akustikpads. Bereits nach den ersten paar Höreindrücken von Songs meiner Lieblingsplaylist bin ich spontan verliebt. Am Klang der Orbit 11 finde ich auch (nach einer mir selbst auferlegten Mahnung zu Disziplin und Konzentration) nichts auszusetzen. Die Stereobühne wird durch eine hervorragende Ortungsschärfe einzelner Transienten geschmückt. Eine schöne Tiefe und Staffelung von Instrumenten, gepaart mit einem sehr ausgeglichenen Frequenzgang. Selbst bis in die untersten Bassbereiche klingen die Orbit 11 unglaublich klar und ausgewogen. Selbst beim Versuch, die Boxen mit Höchstlautstärke zum Schwimmen zu bringen, bricht der Klang nicht ein. Die verbauten FIR-Filter und Multiband-Limiter leisten nicht hörbar gute Arbeit. Ich habe nur selten solch einen guten Grundsound aus einem Stereo-Boxenpaar gehört.

Zwei solcher 8-Zöller sind seitlich, einer links, einer rechts im geschlossenen Gehäuse verbaut und verhelfen zu einer Basswiedergabe die ihresgleichen sucht.


Die vorhandenen Einstellmöglichkeiten der Box nutze ich in meinem Test lediglich zum Nachwürzen des Klanges. Höre ich über längere Zeit laut ab, so senke ich per integriertem EQ die Höhen etwas ab. Arbeite ich viel mit Sprache und weniger mit Musik, könnte es hilfreich sein, die Bässe etwas abzusenken. Aber dies sind für mich alles optionale Einstellmöglichkeiten, die man je nach Gusto vornehmen kann oder eben nicht. Die Orbit 11 liefert bereits bei Default-Settings einen Spitzenklang.

Alternative Koaxial-Abhören:

Presonus Eris Pro 6

Fluid Audio FX80

Tannoy Gold 7

Genelec 8331A

Test der Palmer Orbit 11: Fazit

Eine Studioabhöre, wie man sie sich wünscht. Die aktive Palmer Orbit 11 mit Koaxial-Speaker und seitlich strahlenden Woofern liefert nicht nur viel, sondern auch exzellenten Schalldruck. Mit rund 800 Euro (Stückpreis) und ihrem – für meinen Geschmack – ziemlich perfekten Klang setzt sie die Messlatte für die Konkurrenz ziemlich hoch. Die Orbit 11 eignet sich aufgrund ihrer guten Performance für die gesamte Bandbreite der Studioproduktionen und natürlich auch für heimische Content-Center. Auf das Nötigste reduziert, bietet sie einen analogen und einen digitalen Eingang, gepaart mit perfekt abgestimmtem Gehäuse- und Filterdesign. Kein Bluetooth, keine Stromsparfunktion, kein Kopfhörer-Anschluss und ohne magnetische Abschirmung. Vermisse ich alles nicht, denn sie liefert da ab, wo manch Ausstattungsmonster nur selten mithalten kann: Die Orbit 11 von Palmer klingt einfach unglaublich gut.

Artikelbild
Orbit 11 Black
Für 789,00€ bei
  • aktiver 3-Wege-Monitor mit Koaxial-Speaker
  • Verstärkerklasse: Class D
  • Peak-Ausgangsleistung: 1000 Watt ( 2×250 + 1×500 )
  • RMS-Ausgangsleistung: 400 Watt
  • max. SPL: 116 dB
  • Frequenzgang: 28 – 28000 Hertz ( -3 dB, rel. Durchschnitt)
  • Tieftöner: 8 Zoll ( 2 Stück, seitlich)
  • Mitten- und Hochtöner:, 6,5 Zoll und 1 Zoll koaxial
  • Übergangsfrequenzen: 250 Hertz / 1800 Hertz
  • geschlossenes Aluminium-Druckgehäuse (erhältlich in weiß und schwarz)
  • Analogeingang: symmetrisch, XLR
  • Digitaleingang: AES/EBU, XLR-female
  • Digitalausgang: AES/EBU, XLR-male
  • digitale Signalverarbeitung: 24 Bit, 96 kHz
  • Schutzfunktion: Limiter, Multiband-Limiter, Überhitzung
  • Betriebsspannung: 100 V AC – 240 V AC / 50 – 60 Hz
  • Maße: 217 x 293 x 292 ( B x H x T)
  • Gewicht: 13,9 kg
  • Design und Entwicklung in Deutschland
  • gefertigt in: China
  • Webseite: Palmer Deutschland Orbit 11
  • Preis: € 789,– (Straßenpreis am 19.03.2026)
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