Markbass CMD JB Players School Combo Test

Praxis

15 Zoll Lautsprecher stehen ja prinzipiell unter dem Verdacht, zwar schön bassig und fett, aber eben nicht besonders definiert zu klingen. Deshalb kombinieren viele Kollegen die großen Pötte gerne mit kleineren 2×10 oder 2×12 Boxen, die den oberen Mittenbereich und die Glanzhöhen nach vorne bringen und für eine gute Ortbarkeit sorgen. 

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Wie klingt also der kleine Players School Combo, der mit einem 15 Zöller auskommen muss und nicht mal, wie beispielsweise der Mini CMD151P, einen Hochtöner mit auf den Weg bekommen hat? Um es kurz zu machen: Sehr gut, wie ich finde. Mit seinem relativ kleinen Volumen haut der Würfelcombo einen ganz schön erwachsenen Basssound raus, das Fundament ist außerdem stramm und kompakt und die Tiefmitten nölen nicht, sondern sorgen für ordentlich Punch. Dem „Studentencombo“ fehlt es auch nicht an Durchsetzungskraft, denn dafür sorgt eine ziemlich komplexe Mittenwiedergabe, die für Markbass-Amps typisch ist und dem Sound eine angenehme Wärme und vor allem die nötige Griffigkeit verpasst, die bei großen und relativ trägen Lautsprechern ansonsten schon mal auf der Strecke bleibt. Für kehlige, erdige Fingerstyle-Sounds eignet er sich wirklich hervorragend, es wird aber auch schnell klar, dass die Soundmöglichkeiten durch die Lautsprecherbestückung eingeschränkt sind – der Players School Combo passt sicherlich nicht für jeden Geschmack. Wer einen supermodernen, ausgewogenen Sound mit offenen Höhen braucht, hauptsächlich slappt oder auf aggressive, nach vorne gehende Rocksounds steht, wird mit dem kleinen Italiener vermutlich nicht glücklich, dafür klingt er einfach zu relaxt. Auch der EQ und die zwei Markbass-Filter VLE und VPF machen ihn nicht zur Allzweckwaffe, alle Regler sind aber sehr geschmackvoll abgestimmt und ermöglichen effektive Soundkorrekturen und einige zusätzliche „Geschmacksrichtungen“. Besonders praxistauglich finde ich schon immer die beiden genannten Filter, die dafür sorgen, dass man bei Verstärkern von Markbass kaum weitere EQs braucht, um live klarzukommen und den passenden Sound zu finden. Wer es eher rund und in Richtung Vintage mag, kann mit dem VLE-Regler die Höhen bis runter in den Mittenbereich sukzessive ausfiltern, auch zu harsch klingende Bässe lassen sich damit klasse zähmen. Aufdringliche oder hupende Mitten bekommt man mit dem VPF schnell in den Griff, durch die Mittenabsenkung wird der Sound außerdem mit zunehmendem Einsatz cleaner und moderner.

Audio Samples
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Flat Mittenboost VLE 12 Uhr VPF 12 Uhr

Und wie sieht es leistungsmäßig mit dem neuesten Sprössling der CMD Combo-Familie aus? Viele werden sich fragen, ob man damit in einer Band bestehen kann, denn bei 150 Watt Leistung mit dem integrierten Lautsprecher kann man sicherlich nicht von Übermotorisierung sprechen.

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Ich würde sagen, dass unser Kandidat genau das leistet, wofür er von Markbass konzipiert wurde. In einem gemäßigten Proberaumumfeld reicht die Leistung locker, der kleine Amp ist wirklich lauter, als ich es erwartet hätte. Auch in kleine Clubgigs, zu Jazz oder dezenten Unterhaltungsmusik-Auftritten würde ich den CMD Players School bedenkenlos mitnehmen. Wer mehr PS braucht, kann den Combo mit einer Zusatzbox erweitern und bekommt dann die volle Leistung des Verstärkers von 250 Watt. Mit einem solchen kleinen Stack sollte man dann auch in kernigeren Bands klarkommen und kann darüber hinaus, etwa mit einer 2×10“ Kombi inklusive Hochtöner, sein Soundspektrum erweitern.

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Gioi Geniale sagt:

#1 - 27.03.2020 um 16:05 Uhr

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Ich spiele so ein tolles Teil seit bald 3 Jahren. Sehr satter Ton, gute Regelmöglichkeiten, vor allem die VLE und VPF Regler, die stufenlos von ganz vintage-dezent bis knackig-funky regeln lassen.Quasi jede Einstellung ist sehr musikalisch.Auch der Kontrabass verschafft sich mit diesem Amp vollmundig Gehör. Kommt sehr authentisch rüber. Tönt nach Holz. Auch dank dem Schertler stat B Tonabnehmer. Dass die Anschlüsse auf der Hinterseite sind, ist weiter kein echtes Problem. Klar muss man das Teil vielleicht zuerst nach vorne kippen. Und bei schummrigen (Pub-) Licht ist das einstecken der FX out und in Kabel etwas knifflig. Aber im Grunde genommen Peanuts.Und das Gewicht! Schlappe 16 kg.Habe meine beiden Yornville, den B200 1x15 (25 kg) und den B200 2x10 (30kg) ziemlich rasch verkauft. Mein Rücken dankt.Kurz: ein selten toller Bassverstärker.Der Preis? Völlig angemessen.

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Wolfgang Lonien sagt:

#2 - 17.05.2022 um 19:09 Uhr

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Hatte mir den Verstärker vor etwa drei Jahren gekauft, als ich einen Orchesterbassisten zeitweise ersetzen sollte. Vorher hatte ich kurz mal über den CMD112P gespielt und war baff was da für ein Pfund raus kam. Der hier reicht aber genauso, und ich stimme dem Vorredner zu - auch für Kontrabass sehr gut geeignet. Der DI Out mit seinem pre-/post-Schalter ist für Aufnahmen oder lautere Gigs auch Gold wert. Sehr zu empfehlen!

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